Manchmal gibts Drama, Baby. Und so zuckelte ich am Sonntagmorgen raus nach Taucha, zum HNO-Arzt, der Bereitschaftsdienst hatte. Der meinte erst humorvoll-anerkennend zu mir: Da haben wir einen recht ordentlichen Befund. Und dann: Das ist eine schwere Mittelohrentzündung.

Ich fühlte mich etwas überrumpelt, geht das denn so schnell? Vor etwa 12 Stunden war ich nur ganz normal erkältet gewesen. Ja, das kann so schnell gehen.

Nun gut, dann nehme ich ausnahmsweise mal Antibiotika und werde den Wochenstart gemütlich angehen lassen. Ein bißchen arbeiten, aber behutsam.

Karten lege ich aber erst ab Mitte der Woche wieder (wenn ich dann wieder fit bin), das funktioniert einfach nicht, wenn man mehr als nur einen Schnupfen hat.

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Die versprochenen Märchenbilder – zum Träumen! Gibts so etwas überhaupt noch in Kinderbüchern? Ich habe manchmal den Eindruck, es sollen nur noch Marken geschaffen werden. „Prinzessin sowieso“ und die „Löwenente“ – oder wie sie alle heißen. Und diese Marken werden dann mit einer breiten Produktpalette unters Volk gebracht.

Heute muss sich alles rechnen, erklärte mir mal ein Illustrator. Früher hatte er viel Zeit um seine Kreativität für Projekte spielen zu lassen, heute soll alles schnell und effizient gehen. Da bleibt wenig(er) Stoff zum Träumen.

eine Fee

„Im Märchenwald ist heut Konzert“

… was den Fuchs betrübt

… aber die Ameise kommt!

“ Das Mädchen und der Regen“

Frauenfreundschaften

Des Teufes Großmutter – na, wer das wohl ist?!

Überhaupt konnte man sich auch vortrefflich gruseln…

… zum Beispiel mit dem diabolischen „Blaubart“.

„Hans Clauert“ war da schon deutlich entspannter.

Das traumhafte „Schneepferd“:


Und natürlich: russische Märchen!



der Feuervogel – eine traditionelle  Darstellung

Der Feuervogel flog Samhain vorbei und ich bin immer noch dabei, das alles zu ordnen. Die slawischen Ahnen machten sich bemerkbar, dieses Fest steckt doch voller Überraschungen. Der eine Teil meiner Familie stammt aus Frankreich, adlige Hugenotten, die vor der Protestantenverfolgung nach Preußen flüchteten. Leider hat sich der Titel mit der Zeit verheiratet, das wär´s ja mal gewesen. ;)

Die andere Hälfte war nicht weniger protestantisch und flüchtete vor Maria Theresia nach Preußen, weil die Vertreibung nach Siebenbürgen keine besonders schöne Aussicht war. Diese Linie führt nach Österreich-Ungarn, aber irgendwann verliert sich das alles im Nebel der Geschichte.

Ganz wichtig waren sicher auch die russischen Zaubermärchen, mit denen ich groß geworden bin. Die Märchenbücher der DDR waren einmalig, auch gestandene Künstler waren sich nicht zu fein, so etwas zu illustrieren. Ich muss mal in meinen Bücherkisten kramen und ein paar Fotos machen.

Interessanterweise lernt man in den Zaubermärchen auch mehr über Magie und Vorstellungswelt, als in den wissenschaftlichen Büchern. (Trotzdem nicht schlecht: „Mythologie und Götterwelt der slawischen Völker“ von Zdenek Vana.)

Die wissenschaftlichen Bücher betonen natürlich männliche Gottheiten und deren Kulte, während in Märchen zahlreiche Frauenfiguren eine wichtige Rolle spielen und natürlich das Wissen um magische Prüfungen, (Ver)Wandlungen und Zaubermittel, wie z.B. Kämme, die man hinter sich wirft und die zu einem dichten, schützenden Wald werden.

Viele Märchen lesen sich wie Lehrstunden in Zauberei – aber eben auf die alte Art und Weise. Nicht das Offenkundige, sondern die verborgene, gestaltende Kraft und der Umgang mit ihr werden beschrieben.

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Ach ja, diese angeblichen „Todesfälle ohne Vorerkrankung“, bei denen man hinterher erfährt, dass es eben doch ganz anders war. Die (vorwiegende) momentane Form der Berichterstattung kommt mir aus früheren DDR Tagen noch eigentümlich vertraut vor… Die Pharmaindustrie drückt auf die Tube oder ist es die Politik, die sich keine Vorwürfe anhören möchte, so viel Steuergeld in diese Konzerne investiert zu haben?

Denkt man an die Vergleichszahlen der normalen Grippe, dann fragt man sich, warum nicht jedes Jahr der Notstand ausgerufen wurde und das öffentliche Leben zum erliegen kam?

Na, soll dieser Irrsinn nur toben. Man kann den Deutschen ja vieles vorwerfen (wenn es „die“ Deutschen denn überhaupt gibt), aber manchmal hat die skeptische Gründlichkeit eben auch Vorteile.

Hier noch ein Video einer meiner Lieblingssendungen aus dem BR, quer:

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heute Morgen an der Elster

Der Morgen war ein einziges Bad in GELB. Der reinste Farbrausch – auch das ist Samhain!

 

 

 

 

 

 

 

 

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Catrina bittet zum Tanz

„Machst du auch Voodoopuppen? Ich will nämlich meinen Ex…“ – oh je! Wenn eine Mail schon so anfängt, dann fällt bei mir die Klappe runter.

Auch spitze: „Machst du nur weiße Magie oder kann man bei dir auch Voodoo kriegen?“ – So viele Vorurteile in so wenigen Worten unterzubringen, ist schon eine Kunst. Denn natürlich ist Voodoo schwarze Magie – sieht man doch auf den ersten Blick, es kommt ja von Schwarzen.

(Diese Anmerkung ist dunkelschwarzer Humor! Ich habe auch einige schwarze Klienten und weiß natürlich, wie verletzend diese ewigen Voodooklischees sind. Ganz so, wie es früher bei den Hexen war: die wollen natürlich auch nur Böses und sind mit dem Teufel im Bunde – schon klar!)

Das bedeutet ja zuerst einmal: weiße Magie ist Kinderkram, mit dem sich nur Leute aufhalten, die aus gefühlsduseligen Gründen zu so etwas wie einem Gewissen neigen und sich nichts „Richtiges“ trauen.

In diese Kategorie gehören auch Anfragen, die in etwa so lauten:

“ Du sollst machen, dass er nie wieder eine andere Frau anschaut und nur noch mit mir zusammen sein will! Er soll mit keiner anderen Frau mehr reden (der arme Kerl – das gibt ja schon an der Supermarktkasse Probleme!) und er soll auch nicht an andere Frauen denken.“ (Na, seine Mutter wird sich aber mächtig freuen, wenn sie nie wieder etwas von ihrem eigenen Kind hört.)

“ Ich will, dass er wie ein Hund vor mir winselt und mich um Vergebung bettelt.“

“ Sein ***** soll bei keiner anderen Frau (na, den Rest könnt ihr euch ja denken…). „

Da soll doch mal einer behaupten, Frauen wären nicht zu Machtgier, Hinterhältigkeit und totalem Besitzstreben fähig. – Weit gefehlt! Da kannst du noch so viele Infoseiten auf die Homepage bringen, noch so sehr an Vernunft und einen positiven Zugang zur Magie appellieren: das geht bei manchen da rein und dort gleich wieder raus.

Das sind genau die Leute, die dann später ankommen, nachdem sie irgend jemanden gefunden haben, der ihnen das Gewünschte versprochen hat und bitterlich weinen, dass er sie mit Schulden überhäuft hat. Dass er gewalttätig wurde (das Opfer solcher Machenschaften wehrt sich immer irgendwann…), dass er gar nicht mehr wie früher ist (Wie auch? Ihm wurde ein großes Stück der Seele geklaut bzw. auf Eis gelegt!) und man ihn jetzt lieber wieder loswerden will. – Soso, dein Spielzeug ist kaputt und soll jetzt auf den Müll? Menschenwürde, was war das doch gleich?

Oh je… Was sagte meine Großmutter immer: Denken ist die erste Bürgerpflicht.

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Hibiskus @ night

Den halben Tag streikten Telefon und Internet, ich versuchte es mit Gelassenheit, was ganz gut gelang.

Samhain steht vor der Tür. Ich mag dieses Fest sehr gerne, es verdichtet die Energie und gibt oft den Ausschlag für das ganze kommende Jahr.

Zeit für die Ahnen und die, die vor uns da waren. Das bedeutet übrigens nicht, eine Séance abzuhalten, wie ich es letztens gefragt wurde. So spannend sind die auch gar nicht und man weiß zudem nie, wen man wirklich an der Strippe hat. Ich habe mal an so etwas teilgenommen, aber das ist nicht die Form von Kontakt, die ich suche.

Wobei es schon interressant ist zu sehen, wie unterschiedlich der Spiritismus bewertet wird: hierzulande ja eher negativ, während z.B. in vielen spanischsprachigen Gebieten Amerikas Bücher, wie die von Allan Kardec, fest in jeden spirituellen Haushalt gehören.

Ein paar Dinge würde ich mit diesem Fest gerne abschließen, doch ich fürchte, sie werden sich noch etwas länger ziehen. Oder auch nicht? Gerade sprang (wieder) Eshu in mein Leben und bei ihm weiß man nie. Das Leben gibt uns die Karten, aber wir spielen sie aus. Es wird Zeit, sie mal wieder ordentlich durchzumischen.


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Letztens hatten sie einen Börsen-Astrologen im Fernsehen. Wie ich solche Typen liebe: sitzten da wie Graf Koks persönlich und geben vor, die Welt mit ihren windschnittigen Laptops berechnen zu können.

Als wäre das Leben jemals berechenbar gewesen. Wann werden (manche) Astrologen bloß lernen, dass Astrologie, genau wie die Karten, eine Kunst der Deutung ist, nicht nur der Berechnung oder gar der Computerprogramme, die vorgefertigte Textstücke ausspucken, die dann als Analysen angepriesen werden.

Das ist ganz eigenartig: während die Leute bei automatischen Kartenlegungen (z.B. online auf Homepages) sofort wissen, dass man es nicht zu ernst nehmen sollte, vertrauen viele auf nicht weniger automatisch erstellte Horoskopberechnungen.

Der Reporter fragte dann, ob er seine Berechnungen denn auch für sich selbst nutzt. Nein, das würde er natürlich nicht tun, das wäre ein Interessenkonflikt. – Aha. Also ich lege mir z.B. ganz gerne die Karten. Nicht allzu oft, aber wenn etwas wichtiges ansteht, dann auf jeden Fall. Klar muss man aufpassen, dass man neutral bleibt, aber man kann doch nicht anderen etwas anbieten, was man für sich selbst nicht nutzen würde. Ich finde, das wäre schon eher ein Interessenkonflikt.

Wie dem auch immer, das Beste war jedenfalls die Antwort auf die Frage, ob er sich ein Leben ohne Astrologie vorstellen könnte.  Ja, natürlich kann er das.  Also ganz ehrlich: dann kann es nicht weit her sein mit der Überzeugung für das, was man tut.

Wobei er jetzt nur ein Beispiel ist. Eines unter vielen. Auch wenn ich mir meist sage: lass sie doch einfach machen, manchmal rege ich mich doch darüber auf, wenn Leute Esoterik einfach nur als – ja, als was eigentlich? – vermutlich als Geschäftsmodell betrachten.

Dass man von etwas leben muss ist schon klar, aber wenn ich z.B. im Lotto gewinnen würde (was nicht klappen dürfte, da ich kein Lotto spiele), dann würde ich trotzdem weiter Karten legen, magisch arbeiten, schreiben und forschen. Dann hätte ich sogar ein wunderbares Budget für magische Studienreisen rund um die Welt…

Der generelle Stil wird jedenfalls an vielen Stellen härter. Erst vor kurzem erfuhr ich, dass die Berater auf manchen Hotlines mittlerweile Schulungen in „Qualitätsmanagement“ bekommen. Oder auf deutsch gesagt: sie werden professionell darauf getrimmt, Anrufer so lange wie möglich in der Leitung zu halten. Spätestens an der Stelle darf man berechtigt fragen, was das noch mit Beratung zu tun hat.

gestern im Wald

Die Sonne kommt noch einmal heraus. Ich folgte dem Ruf, ging in den Wald. Bekam Antworten auf Fragen, die ich gar nicht gestellt hatte. Auch nicht schlecht! Bei den Birken träumen Fliegenpilze, die баба huscht durchs Unterholz.

Auf dem Weg nach Hause bin ich wie beschwipst von all den Eindrücken. Feuer fährt durch die Wangen, für eine Stunde oder zwei kommt Fieber auf, dann ist die Verbindung, die sich bereits ankündigte, besiegelt.

Was diese Prozesse immer wieder begleitet: die Erkenntnis, dass man es schon hätte wissen können. Dass da schon immer jemand gewartet hat, Hinweise gegeben wurden, ja, dass einem eigentlich die Zaunpfähle um die Ohren geflogen sind. Aber es wäre wohl noch zu früh gewesen. Alles kommt zur rechten Zeit. Alles ist zu guter Letzt für etwas gut – wenn man eines in meinem Beruf lernt, dann das.

Es ist nicht so wichtig, äußerlich wahnsinnig viel zu machen, etwas darzustellen und sich abzuracken, um mitzuhalten. Das ist ja auch in spirituellen Kreisen ein beliebter Sport: alle Accessoires zur jeweiligen Philosophie zu kaufen, die teuersten Workshops bei den erleuchtetsten Meistern zu machen, natürlich irgendwo in der Ferne, nicht in der schnöden Lebensumgebung, aber bitte mit jedem erdenklichen Komfort… Diese wahnsinns Anspruchshaltung!

Viel wichtiger ist es, innerlich zu arbeiten. Die Ansprüche an sich selbst zu stellen, nicht an irgend einen Meister oder Guru. Als wäre man ein Radio (ich hab grad keinen anderen Vergleich): man sollte nicht daran arbeiten, dass alles schön poliert ist, sondern daran, dass man die richtigen Frequenzen empfängt.

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If you aim to dispense with method, learn method.
If you aim facility, work hard.
If you aim simplicity, master complexity.

So klar und einfach steht es im „Mustard Seed Garden Manual of Painting“ von 1679. Und es läßt sich von der Malerei 1:1 auf die Magie übertragen.

Wenn du die Technik beiseite lassen willst, lerne Technik.

Um sich über bestehende Techniken, Erfahrungswerte und Regeln hinweg zu setzen, muss man sie erst einmal genau kennen lernen. Dann kann man entscheiden, was sinnvoll ist. Ein Beispiel: wer Karten nur rein intuitiv deuten will und auf jedes Lernen verzichtet, wird schnell ins schwimmen kommen, weil die Sicht auf den eigenen Horizont beschränkt ist. Im Lernen von anderen entsteht (im besten Fall) eigene Entwicklung.

Wenn du Mühelosigkeit erreichen willst, arbeite hart.

Es gibt nichts geschenkt. Doch, manchmal gibt es das schon, aber für alles andere müssen wir üben, scheitern, wieder von vorne anfangen, besser werden, weiter üben und dann irgendwann wird es leicht und mühelos. Das kommt nicht von selbst.

In der heutigen Zeit ist üben ein Wort, das aus der Mode gekommen ist: alles soll gleich perfekt sitzen, sofort anwendbar sein, ohne Mühe erlernbar sein und manche sind schon entsetzt, wenn eigenes Denken auf dem spirituellen Weg erforderlich wird. Wer sich mit etwas nicht auseinander setzen möchte, sollte nicht so tun als ob, sondern sich anderen Wegen widmen. Halbherzigkeit führt nicht zum Erfolg.

Wenn du Einfachheit erreichen willst, meistere die Vielschichtigkeit.

Das Leben ist komplex. Fast nichts ist das, was es auf den ersten Blick zu sein scheint. Alles hat Facetten, es gibt viele Wahrheiten. Das läßt schonmal den Boden unter den Füßen schwanken. Vertrauen kommt durch die Erfahrung, dass man trotzdem darauf gehen kann. Dann wird es wieder einfach, ohne die Fülle einzubüßen.

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