Das russische Zigeuner-Orakel ist zurück

Es ist wieder da! Durch Zufall sah ich letztens, dass es das »Russische Zigeuner Orakel« von Swetlana Alexandrowna Tutschkow wieder gibt. Das hatte ich vor langer Zeit mal besprochen, einige hatten sich dafür interessiert, aber dann war es nicht mehr zu haben oder nur noch zu Wucherpreisen.

Umso schöner, dass man es wieder bekommt. Das ist wirklich ein entzückendes Orakel, bei Google findet ihr hier zum Beispiel die Bilder.

Es ist kein Kartendeck für »harte« Befragungen. Wer wissen will, was er konkret in einer Angelegenheit tun soll, ist mit anderen Orakeln besser bedient. Aber wer »weich« einen Blick in die Zukunft werfen mag, wird viel Freude mit den wunderschönen russischen Bildern haben, die an die traditionelle Lackmalerei erinnern.

Man muss sie natürlich erstmal finden! Die 25 Karten werden zum Quadrat ausgelegt und haben jeweils vier ¼-Motive aufgedruckt. Das macht den Spaß der Sache aus: man muss sie drehen und schauen, ob sich mit den umliegenden Karten ein ganzes Motiv ergibt.

Hat man ein Bild gefunden, ist auch noch die Ausrichtung wichtig, da helfen kleine Pfeile an den Karten und dann kann man im Begleitbuch nachschlagen, was dieses Motiv in der jeweiligen Ausrichtung bedeutet.

Das ist ein wunderbares Kartendeck für einen verregneten Nachmittag (bald haben wir mehr als genug davon…). Es macht auch viel Freude in kleiner Runde, zusammen findet man leichter die versteckten Bilder.

Generell ist es ein »Salon-Orakel«, so nenne ich Orakel aller Art, die eine gewissen Unterhaltungsfaktor haben und nicht nur hinter den Fakten her sind. Genau das macht seinen Charme aus.

Man darf beim Kartenlegen ruhig mal Leichtigkeit hineinbringen und auch Spaß ist erlaubt. 😉

 

Eine alte magische Ritualsammlung

Von K. bekam ich einen Lese-Tipp zu einem Artikel in der Zeit über frühere Rituale und Zauber. Es geht um alte Manuskripte, die hier in Leipzig aufbewahrt werden.

Das dazugehörige Buch der Forscher wird auf Englisch erscheinen: „Magical Manuscripts in Early Modern Europe. The Clandestine Trade in Illegal Book Collections“ von Daniel Bellingradt und Bernd-Christian Otto.

Spannendes findet man aber auch schon im Artikel, so dass z.B. nur 5% der Zauber Schadenszauber waren und Magie in allen Gesellschaftsschichten eine wichtige Rolle gespielt hat.

Es wird auch eine magische Hochzeit mit einer Nymphe beschrieben, die Glück und Segen über den menschlichen Partner bringen soll (…was sehr an magische Hochzeiten mit Schutzgeistern aus alten Kulturen erinnert und mal wieder beweist: bei uns ist nichts verloren gegangen, nur einiges vergessen worden).

Ihr könnt den Artikel hier nachlesen. Vielen Dank für den Hinweis!

P.S. … und ganz uninteressant scheint Magie heutzutage auch nicht zu sein, es ist gerade der meistgelesene Artikel mit mehr als 315.000 Aufrufen. 😉

 

Ein paar Worte zum Karma (Chaos)

Eine Frage für Youtube erreichte mich in den letzten Monaten immer wieder: Kannst du mal was zum Thema Karma sagen? Irgendwie sagt da jeder etwas anderes. Was ist eine »karmische Beziehung« und gibt es so etwas überhaupt?

Zu den Beziehungen kommen wir noch in einem späteren Video, für den Start beleuchten wir erstmal, was wir eigentlich alles in einen Topf werfen und dann als Karma bezeichnen.

Da wird es nämlich ganz schön unübersichtlich, höchste Zeit, die einzelnen Fäden zu entwirren:

Danke

Mach´mers kurz? Wir geh´n jetzt über den großen Teich und das liegt zu einem ziemlich großen Anteil auch an euch. 😀

OK, die Langfassung: Das Buch »Magische Heilkunst« wird beim amerikanischen Llewellyn Verlag erscheinen, die Verträge sind frisch unterzeichnet.

Das war ein Ritt… Dieses Buch und das alte Brauchtum liegen mir unheimlich am Herzen, aber wann immer sich eine Möglichkeit aufgetan hat, stand die nächste Wand vor mir und so ging das über Jahre.

Rückblickend betrachtet war es gut so, es hat genau so mit all den Stolpersteinen gepasst. Mal wieder bewahrheitet sich das Sprichwort, dass Probleme oft getarnte Chancen sind.

Ich möchte einfach nur danke sagen, ganz besonders an Maike, die aus dem Nichts auftauchte, als alles vor den Baum gelaufen schien und sagte: Hey, ich habe gehört du brauchst Hilfe, ich mache die Übersetzung mit dir. – Einfach so. Ohne Übersetzung hätte es keine Chance gehabt, kein englischsprachiger Verlag übersetzt die Bücher einer unbekannten Autorin auf gut Glück.

Meinen Leserinnen und Lesern, denen, die Buchrezensionen schreiben, die mir bei Youtube, auf Facebook, hier im Blog und auf Instagram folgen: Vielen, vielen Dank. Das geht ja nicht um Eitelkeit, da wird natürlich geguckt: Wer ist denn diese deutsche Hexe?

Ich nehme nichts selbstverständlich, das ist es nämlich nicht. Nach meinem dritten Buch hieß es sinngemäß: Jetzt ist das Thema Hexen aber durch, hier endet die Reise. Aber die Leserinnen und Leser waren anderer Ansicht und weiter ging´s.

Ich weiß nicht, ob sich manche noch daran erinnern, aber ihr habt dafür gesorgt, dass Titel, die nur noch nebenher als Ebook geführt wurden, wieder in Druckform kamen und dann sogar zu großen Verlagen.

Kein Mensch ist eine Insel und alles, was man schafft, macht man auf die ein oder andere Art gemeinsam. Daher ein dickes Dankeschön an euch alle, es kommt von Herzen.

Unsere Urlaubslektüre

Im letzten Jahr und auch 2014 schon einmal hatten wir das Thema Urlaubslektüre im Blog.

Warum nicht daran anknüpfen? Nutzt die Kommentarfunktion (das geht auch anonym) und gebt eure Empfehlungen weiter. Wie viele Bücher hat man nur entdeckt, weil mal jemand gesagt hat: Sag´ mal kennst du schon..?

Es geht vor allem um Bücher aus dem spirituellen und magischen Bereich, aber wie man an meinem Buchtipp gleich sieht, kann es gerne auch um Natur und Naturwissen gehen. Kreatives und geistig anregendes darf natürlich auch dabei sein, ich mag das gar nicht so eng fassen, die Übergänge sind doch sowieso fließend.

* * *

Mein Tipp für dieses Jahr ist der Kosmos Naturführer „Unsere essbaren Wildpflanzen“ von Rudi Beiser. Das Buch stellt viele Pflanzen vor und beschreibt sie genau, mit guten Detailzeichnungen, Fotos und möglichen Verwechslungskandidaten.

Auch wenn man sich ganz gut damit auskennt, lernt man jede Menge dazu. Zu jeder Pflanze gibt es ein Rezept und neben der Beschreibung an sich auch Wissenswertes aus Geschichte, Brauchtum und Aberglauben.

Das Buch ist so ein richtiges Rundum-Paket und ich kann mir gut vorstellen, dass man auch mit Kindern jede Menge Spaß damit hat, die sehen ihre Umwelt hinterher mit ganz neuen Augen.

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Mein zweiter Tipp passt überhaupt nicht in die magische Ecke, aber verfressen, wie ich bin, kann ich nicht an mich halten. 😉 Es geht um „Vegetarisch Grillen“ von Karen Schulz und Maren Jahnke. Als sehr-wenig-Fleisch-Esserin halte ich immer Ausschau nach guten Rezepten. Ich bin da mäkelig, einfach nur vegetarisch reicht nicht, es muss auch gut schmecken und glücklich machen.

Diese Kriterien erfüllt das Buch rundweg, es sind richtig leckere Rezepte dabei. Endlich mal andere Sachen, als das übliche Maiskölbchen oder der reine Grillkäse.

Das sind Rezepte, bei denen die Fleischesser plötzlich anfangen den Veggies alles wegzufuttern, weil es so lecker ist. Natürlich ist das Buch auch für Fleischesser geeignet, die wollen ja auch mal kreativ werden und keine langweiligen Beilagen haben. Ich habe die Rezepte mit beiden Fraktionen getestet und hinterher hieß es: Ähm, wie heißt das Buch genau?

(uralte) Musik zum Freitag

Wir hatten schon ewig keinen musikalischen Übergang ins Wochenende mehr im Blog, kann das sein?

Seit einer Weile versuche ich mich wieder an einem Instrument. Keine Sorge, wir wollen einen schönen Übergang ins Wochenende, ich ärgere euch nicht damit. Nach den kindheitstypischen Blockflötenversuchen (man hat sich immer gefragt, wer da wen quält, es war wohl gegenseitig) kam lange Zeit nichts nach, von Rasseln und Trommeln abgesehen.

Doch dann entdeckte ich vor einer Weile über den Schamanismus die Maultrommel. Ich fand es faszinierend, dass man selbst zum Teil des Instruments wird, weil man seinen Resonanzkörper bildet.

Sie ist nicht gerade hip, dabei ist sie eines der ältesten Instrumente der Menschheit, sie wurde und wird auch oft im schamanischen Kontext benutzt. Als der Schamanismus in Russland unter den Kommunisten verfolgt wurde und keine Trommeln mehr benutzt werden konnten, wurde oft die Maultrommel zum magischen Reise-Instrument.

Dann guckt man sich natürlich um, die Maultrommel wird von Europa bis Sibirien, in Asien bis hin nach Ozeanien gespielt. Was machen die damit und wie hört sich das an?

Dabei stieß ich auf eine Künstlerin aus Jakutien. Wie das immer so zusammenfällt… Eine Weile zuvor hatte ich mich intensiv mit den spirituellen und kulinarischen Traditionen der Ewenen, Ewenken, Jakuten, der Kolyma und generell in „Russland rechts oben“ befasst. Kulinarisch? Ja, ich koche gerne und finde man lernt viel über Kulturen, wenn man sich mit ihrer Küche befasst. Essen ist außerdem eine sehr schöne Art etwas zu lernen, ganz uneigennützig war das natürlich nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich sah auf meiner Suche ein Video von Uutai (Olena Podluzhnaya) und war sprachlos. Was sie aus der Maultrommel rausholt und wie sie es in Szene setzt ist faszinierend. Wer sie einmal live sehen möchte: sie tritt u.a. auf dem Ancient Trance Festival in Taucha auf.

Ab 0:25 geht es los:

 

… und wer jetzt so begeistert ist, dass er selbst loslegen möchte, sie macht auch zauberhafte Videos für Anfänger (unsere deutsche Maultrommel wird auch vorgestellt). 😉