Sammelphase

Vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen auf Youtube. Ich sammele die Themen jetzt und freue mich schon auf die Videos. Es sind viele, spannende Sachen angefragt worden.

Ich bereite das in Ruhe vor, überhaupt denke ich gerne über Dinge nach, bevor ich etwas dazu sage (naja, meistens…).

Manchmal sind Menschen sehr unter Druck: Wann sagt sie denn nun was? Warum kommt da nicht sofort eine Antwort? Vermutlich bin ich ein lebendes Fossil, aber ich nehme mir Zeit über etwas nachzudenken, wenn ich nicht gleich den Weg sehe. Wem wäre mit einem Schnellschuss gedient?

Schnell in die falsche Richtung gerannt bringt einen viel später und mit deutlich mehr Krafteinsatz ans Ziel, als ein Moment mehr Zeit – und der richtige Weg tut sich auf.

 

In letzter Zeit kommen öfter mal Medienanfragen und selbst die hektischsten Mitmenschen wirken daneben wie ein stiller, ruhender See. Schnell, jetzt, sofort, warum kam da keine Antwort am Wochenende? Wenn jemand so an die Sache herangeht, schwant einem schon, wie es vor der Kamera laufen wird…

Deshalb bin ich – und da bin ich wahrlich nicht allein – so dankbar, dass es die sozialen Netzwerke wie Youtube, Blogs, Instagram usw. gibt. Da darf man ausreden, da kann man direkt miteinander kommunizieren und jeder kann sich ein eigenes Bild machen.

Es ist stimmt nämlich nicht, dass Medienauftritte immer gut sind. In meinen Anfängen war ich öfter mal beim Radio oder im TV unterwegs. Mein Umfeld hat sich gefreut: Das ist bestimmt gut für dich! War es aber gar nicht. Es war auch nicht schlecht, es hat einfach keinen Unterschied gemacht.

Ich glaube das liegt auch am Thema. Im Spirituellen, sei das mit den Karten, mit Ritualen oder den inneren Wegen, geht man in die Tiefe. Also weg von der Oberfläche und die meisten Menschen empfinden das auch so. Das ist das genaue Gegenteil von Hypes und diesem Druck auf grobe emotionale Tasten, wo Zwischentöne nur stören.

 

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Wir bleiben beim Tarot

Durch H. kommt nun Licht ins Dunkel der eigenartigen Rückseite der neuen „Premium Waite“ Karten (siehe Eintrag vom 14.9.). Er hat herausgefunden, dass einige der ältesten Ausgaben eine ganz ähnliche Rückseite hatten, hier findet man sie in der Google Bildsuche.

Bei »World of Playing Cards« wird das Thema näher untersucht und zwar hier. Kurz gesagt: die hellblau-weiße Rückseite mit stilisierten Rosen und Lilien befand sich auf der ersten Ausgabe von 1909/10. Diese Rückseite hat auch das Faksimile-Tarot, das ich angesprochen habe.

Auf weiteren Ausgaben zwischen 1910 bis etwa 1931 hatten die Karten eine braune Rückseite, an die sich die heutige neue Rückseite offenbar anlehnt. Schön finde ich sie immer noch nicht, aber immerhin ergibt es jetzt einen Sinn. Vielen Dank für die erhellende Nachricht.

Auf einer Detailseite mit Vergleichen und der zweiten Seite des Artikels sieht man auch, dass damals schon bei den ersten vier Ausgaben nach der Originalausgabe die Farben variiert wurden. Das ist also auch nicht neu. Wieder was dazu gelernt!

 

Die Decks im Farbvergleich

Gestern war die Zeit etwas knapp, aber ich wollte euch noch den direkten Farbvergleich der beiden Decks zeigen.

Links seht ihr die »neumodisch« bunten Karten des Königsfurt-Verlags (andere Verlage bringen sie ebenfalls in der farblich »getunten« Variante heraus).

Rechts seht ihr die Karten des Iris-Verlags, die sich mehr an die klassische Farbgebung der Karten anlehnen.

Sie sind ein klein wenig grünstichig (…oder ich bin ein klein wenig mäklig), aber sie kommen dem Original näher.

Das sieht man auch an den Hautflächen auf den Bildern. Sie haben keine flächige Farbgebung (beige, hautfarben, gelblich).

Im Original machen viele kleine rot-orange Pünktchen auf hellem Grund den Effekt der Hautfarbe.

Man könnte denken das Kind auf der »Sonne« hat Windpocken und auch »Die Liebenden«, die Frau auf dem »Stern« und die »Welt« hat es ganz schön erwischt…

 

OK, Spaß beiseite. Das war ein künstlerisches Mittel, der Pointilismus lässt (vielleicht?) grüßen. Der hatte etwa zwischen 1890 und 1910 seine Blütezeit und das Deck ist um 1910 herum entstanden. Vermutlich hat sich Pamela Coleman Smith davon inspirieren lassen. Oder es liegt an der damaligen Drucktechnik, die noch weit von heutigen Laserdrucken entfernt war.

Welche Karten »besser« sind, ist natürlich eine müßige Frage. Eine meiner liebsten Kunstepochen liegt zwischen Belle Époque und Jugendstil / Art Deco, da bin ich ohnehin nicht neutral.

Am Ende des Tages ist es eine reine Geschmacksfrage. Manche mögen die leuchtenden modernen Farben, andere möchten es so originalbelassen wie möglich oder bevorzugen einfach sanftere Farben.

Keine Variante ist besser als die andere. Zum Schluss – das wird gerne im Eifer von Grundsatzdiskussionen rund um die Karten vergessen – sind die Karten ein Hilfsmittel für die Intuition.

Der eine mag einen alten »ambientigen« Hammer vom Flohmarkt, der andere das neueste Modell aus dem Baumarkt. Entscheidend ist, ob der Nagel hinterher gerade in der Wand steckt. Das eigene Geschick und die Erfahrung bestimmen, ob es klappt – und der Daumen heil bleibt. 😉 Das gilt so ähnlich auch für die Karten.

 

 

Alte Steine zum Equinox

Ab Mittwoch bin ich wieder wie gewohnt zurück für Beratungen mit den Karten und die Kurse.

Die letzen Tage klingen noch nach und mit ihnen die Magie uralter Steinbauten. Auf Menorca stolpert man gefühlt alle 500 Meter über den nächsten Schatz aus alter Zeit. Alles ist frei zugänglich, nur einmal mussten wir Eintritt bezahlen, bekamen dafür aber einen ausführlichen Vortrag über den Ort und seine Bedeutung.

Diese Insel ist einfach magisch und die Bewohner sind so freundlich und herzlich. Mit meiner wilden Mischung aus ein paar Worten Spanisch, etwas mehr Italienisch, ein wenig Portugiesisch und notfalls einem Happen Latein, ging es ganz gut.

Als das Auto zwei Stunden vor Abflug keinen Saft mehr auf der Batterie hatte und der Flughafen noch ziemlich weit entfernt war, fanden sich sofort hilfsbereite Leute, die beim anschieben geholfen haben.

Ich mag die Offenheit und das Entspannte auf solchen Inseln (auf La Palma ist es ganz ähnlich). Jedes Mal, wenn man abreist, sagt man sich: Das nimmst du mit in den Alltag. Und mit etwas Liebe und notfalls auch mal Mut zur Ecke schafft man das tatsächlich.

Schweifen wir nochmal zurück. Ich mag gar nicht viel dazu sagen, ihr kennt das sicher selbst: die Ausstrahlung solcher Orte entzieht sich den Worten.

An einem anderen Ort schichtete ich für die guten Geister eine kleine Steinpyramide auf:

Ist wirklich schon Herbst?

Unverhofft kommt oft, an einem buckligen Feldweg irgendwo im Nirgendwo entdeckte ich diesen wunderbaren Stupa und das dazugehörige buddhistisches Kloster:

* * *

Wieder zu Hause eine schöne Überraschung:

Das Tarot aus dem Iris Verlag war in der Zwischenzeit angekommen und die Karten können sich sehen lassen.

Eine schöne Rückseite, sehr stabiles Papier und die Farben der Karten kommen dem Original nahe.

 

Heute haben die meisten Decks Knallfarben (nicht von der Schachtel täuschen lassen, die Karten des Decks selbst sind sanfter). Die originalen Waite-Smith Karten sind diesem Deck sehr ähnlich.

Für unsere heutigen Sehgewohnheiten ist das erstmal eine Umstellung. Wir sind überall von Glossy-Lifestyle-Bildern mit möglichst hohen Kontrasten umgeben. Umso schöner finde ich persönlich die subtilere alte Farbgebung, aber das ist reine Geschmackssache.

 

Tarotkarten die zweite

Wie auf der Homepage in den News angekündigt, bin ich von morgen an unterwegs und am 4. Oktober wieder zurück. So lange wird es hier etwas ruhiger.

Aber da war ja noch was offen… Wie sind die neuen Karten denn nun?

Ich habe offensichtlich schon eine neue Ausgabe der „Premium Waite“ Tarotkarten erwischt. Verkauft wurden sie als ganz normales Waite Tarot, aber die Rückseite verrät es.

Im Vergleich zu den Skatkarten sind sie gleich dick (die Kamera fängt die Breite der Karten nicht wirklich ein, aber mit den Händen fühlt man es).

Da ist also alles gut, aber in der B-Note gibt es Abzüge. Also diese Rückseite…

Das braun ist nicht gerade mein Favorit. Ein Espresso-braun wäre ja edel, aber das?

Was soll es überhaupt darstellen? Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber ich bezweifle, dass irgendjemand dieses Muster besonders attraktiv findet.

Gerade bei den Tarotkarten bietet sich ein Motiv aus der alten magischen Tradition an. Von mir auch ein symetrisches Muster, wie auf der Rückseite der meisten Skatkarten. Ein bißchen klassisch und stilvoll darf das schon sein, immerhin sieht man die Rückseite oft genug beim mischen.

Wer soll bei dieser Rückseite in Stimmung zum Kartenlegen kommen? Früher gab es ein Deck mit sehr schöner Rückseite in hellblau und weiß, wenn sich da noch jemand dran erinnert. Es ist 2001 erschienen, das war ein Faksimile der Originalkarten. Faksimile bedeutet, dass die Farbgebung der originalen Karten verwendet wurde. Die heutigen Decks sind sehr viel knalliger, als die typischen Farben der damaligen Zeit.

Die Rückseite mit hermetischem Kreuz und mystischer Rose war auch sehr schön. Dann kam irgendwann die Rückseite mit dünnen dunkelblauen Linien. Die fand ich schon hart an der Grenze. Ich denke die Tarotkarten haben mehr verdient.

Das ist sonst so, als würde man ein wunderschönes Bild in den erstbesten Rahmen stecken. Das Bild ist natürlich immer noch wunderschön, aber die Wirkung ist eine völlig andere.

 

Hexenkalender 2018


Noch ist es sonnig und angenehm, aber die Bäume bekommen die ersten gelben Blätter und im Wald wachen die ersten Pilze auf…

… es wird also Zeit für unsere kleine Herbstradition: das Zusammentragen von Hexenkalendern für das kommende Jahr.

(Wer nochmal nachlesen möchte, hier findet ihr die Einträge für die Kalender 2012, 2013, 2015, 2016 und 2017).

 


Update: Der Zauberfrauen-Kalender erscheint doch, alle Infos dazu in den Kommentaren! 

Schade, dass es den Zauberfrauen-Kalender nicht mehr gibt. Ich kenne die Hintergründe nicht, aber ein Kalender ist nicht gerade ein kleines Projekt, da hat man gut zu tun.

Ich glaube das ist auch einer der Gründe dafür, warum so viele Kalender irgendwann weggebrochen sind. Das ist viel Arbeit und man muss gucken, ob die Auflage es rechtfertigt. Im Gegensatz zu Büchern haben Kalender ein Verfallsdatum, machen aber nicht unbedingt weniger Arbeit.

Bei amazon findet man noch den Hexenkalender 2017/2018 (von Samhain bis Samhain) von Sandra Cramm. Ein hübsches Extra: man kann den kompletten Kalender kostenlos auf den Kindle runterladen (das Gerät oder die App) und so in Ruhe hineinschnuppern, ob er etwas für einen ist, bevor man ihn kauft.

Der traditionelle Steinhausers Kempter Kalender, den ich gerne als Mondkalender verwende, kommt dieses Jahr zum ersten Mal beim Brack Verlag heraus. Langjährige BlogleserInnen wissen es, das ist ein traditioneller Volkskalender, der seit 1692 erscheint.

Ganz persönlich schaue ich auch immer wieder gerne in die Himmlischen Konstellationen von Markus Jehle für den astrologischen Rundumblick. Wobei ich dieses Jahr auch den Astrokalender Sternenlichter von Petra Niehaus probieren werde. Dazu kann ich noch nichts sagen, aber die guten Rezensionen haben mein Interesse geweckt, mal gucken wie er sich macht über´s Jahr.

Natürlich bekommen wir von Llewellyn wieder jede Menge schöner Kalender und Jahrbücher für Hexen auf Englisch.

Das Goddess and Green Man aus Glastonbury hat ebenfalls wieder viele tolle Kalender (u.a. von Llewellyn, aber auch typisch britische) gelistet.

Der Nachtschatten Verlag bringt einen sehr schönen Mondkalender als Poster heraus, den findet ihr hier.

 

Das ist eine kleine Auswahl, jetzt bin ich natürlich gespannt, ob ihr noch weitere Kalender kennt und empfehlen könnt. Dieses Jahr hat man das Gefühl, dass es langsam knapp wird, aber bisher haben wir noch immer ein paar schöne Empfehlungen zusammenbekommen.

 

Materielles

Im neuen Thema des Monats hier auf der Webseite geht es diesmal um materielle Fragen beim Kartenlegen. Im wahrsten Sinne des Wortes und das ist ein ganz anderer, als die meisten vermuten…

Nächste Woche kommen wir hier im Blog zu den Hexenkalendern für 2018. Ich denke am Mittwoch wird es soweit sein, dann können wir an diese kleine Tradition anknüpfen.