Ein frohes Mabon!

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eine neugierige Amsel am Kulkwitzer See

Ein wunderbares Mabon euch allen!

Weil die Frage gerade oft gestellt wird: Natürlich kann man Hexenfeiertage auch am Wochenende davor oder danach feiern.

Oft ist es gar nicht anders möglich. Wenn man es realistisch sieht, ist ein ausgeruhtes Fest doch viel schöner, als wenn man nach einem langen Arbeits/Familientag mit summendem Kopf versucht irgendwas auf die Beine zu stellen, obwohl man sich gar nicht danach fühlt.

Die Energien der Feste sind mehr wie Wellen, das sind keine Stichtage auf dem Kalender. Mittlerweile lösen sich einige ganz von den festen Daten und feiern dann, wenn sie diesen Umschwung der Energie in der Natur fühlen. Das ist ein wunderbarer Ansatz.

Zumal man bei den Festen manchmal merkt, dass sie ursprünglich im britischen Wicca zusammengestellt wurden und das meine ich klimatisch: in Südengland hat man zu Imbolc eben schon Schneeglöckchen, während wir oft noch unter einer kalten, grauen Wolkendecke sitzen und vor uns hingrummeln, wann endlich der Frühling kommt.

Es mit der Natur hier vor Ort abzustimmen ist inspirierend und gibt einem einen neuen Blickwinkel. Natürlich spricht auch nichts dagegen zu den „offiziellen“ Terminen zu feiern. Dann hat man das schöne Gefühl, dass gerade tausende andere Menschen ebenfalls feiern und spürt diese besondere Verbundenheit.

Zum Schluss muss man es ausprobieren – und das darf man auch. Viele wollen es ganz besonders richtig machen und das zeigt, dass es einem ernst ist. Aber ihr habt wirklich Spielräume, zum Schluss zählt, dass es Sinn ergibt und sich stimmig anfühlt.

Ein Nachtrag zu den Hexenkalendern


Bei „The Goddess and the Green Man“ (ein Hexenshop aus Glastonbury, hier im Web) habe ich noch einen Hexenkalender von Amanda Clark zum selbst kolorieren entdeckt und der ist so hübsch, dass er einen Eintrag für sich selbst bekommt. 

Der ein oder die andere kennt Amanda Clark vielleicht von ihren stimmungsvollen Bildern zu den Jahreskreisfesten und magischem mehr. 

Der Kalender ist einem Wort: zauberhaft! Er ist auf tausend Stück limitiert und kommt handsigniert bei einem an. Das hätte ich nicht erwartet und finde es besonders schön. 

Überhaupt sind die kleinen englischen Schmuckstücke immer wieder inspirierend, wie die handgeschriebenen Hefte von Glennie Kindred (die bekommt man auch im „The Goddess and the Green Man“), die mit so viel Liebe gemacht sind. 

Hexenkalender 2017

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Es ist eine Tradition geworden: um den Herbstbeginn herum suchen wir die aktuellen Hexenkalender für das kommende Jahr (hier findet ihr die Einträge für die Kalender →2016, →2015, →2014 und →2013).

Wie jedes Jahr liegt die Betonung auf suchen, denn ganz so einfach sind sie nicht zu finden. Manchmal verstecken sie sich in Hexenshops, die selbst einen Kalender herausbringen, manchmal sind es kleine Projekte, die erst noch bekannter werden müssen.

Natürlich schauen wir nicht nur streng nach Hexenkalendern, auch für Astrologie, Mondkalender, Kalender für Frauenspiritualität (gerne auch für Männerspiritualität, wenn jemand was weiß) und so ziemlich jedes andere spirituelle Gebiet sind als Hinweise willkommen.

Ja, auch Apps können dabei sein, weil ich das oft gefragt werde! 😉 Wir leben alte Traditionen, aber wir leben sie heute und jeder kann frei entscheiden, was ihm besser liegt. Ihr kennt sicher auch Leute, die im Internet (!) über das Internet schimpfen und die Ironie dabei nicht erkennen.

Das war vor ein paar hundert Jahren beim Buchdruck nicht anders, auch damals wurde verkündet, dass die Menschheit verdummen würde und wir wissen alle, was daraus wurde. Man muss nicht bei allem krampfhaft dagegen sein, man muss schauen, wie man bewusst mit den Dingen umgeht.

Eure Hinweise und Tipps könnt ihr wie immer als Kommentare unter den Beitrag schreiben, das geht auch anonym und wir werden sicher wieder einiges zusammenbekommen.

Die Klassiker der letzten Jahre möchte ich nicht nochmal wiederholen (Steinhausers Kempter Kalender usw.), da helfen die Links oben, ich möchte nicht jedes Jahr dieselbe Liste schreiben, das wird ja langweilig.

 

Ganz persönlich verwende ich wieder den Kalender „Himmlische Konstellationen“ von Markus Jehle. Das ist ein Astro-Kalender, in dem man für jeden Tag die Positionen der Planeten, ihre Aspekte, Zeichenwechsel usw. findet. Das ist schon ein bißchen spezieller, aber wer Freude an Astrologie hat, für den ist es eine wunderbare Sache.

Der Mondkalender ist bei mir mittlerweile eine App, diese hier ist es geworden. Er sieht ausgesprochen schön aus und es ist alles dabei, was man sich nur wünschen kann (allerdings keine magischen Anwendungen, was für mich OK ist, weil ich das im Kopf habe, aber wer speziell das sucht, für den wäre es nicht die richtige Variante). Das Schöne ist, dass er lange gültig ist und man nicht jedes Jahr ein Update kaufen muss.

Das sind meine kleinen Tipps und jetzt seid ihr dran: Welche magischen und spirituellen Kalender verwendet ihr gerne und welche (Neu)Entdeckungen gibt es für 2017?

 

Die Ahnen ehren

Nach langer Pause gibt es ein neues Video auf Youtube! Diesmal geht es wieder um eure Fragen und hier speziell um die Verehrung der Ahnen.
 
Das Thema ist oft noch seltsam weit weg, vom Gefühl her. Aber immer mehr Menschen interessieren sich dafür und wer weiß, wo wir in zehn, zwanzig Jahren stehen.
 
Viel Freude mit dem Video! Es ist etwas länger geworden, aber das Thema ist auch wirklich umfangreich:

Absender gesucht

Nach der Sommerpause lag in meinem Postfach ein hübsches, selbst gestaltetes Lenormand und Skat Deck. Die Absenderin oder der Absender bat mich mit Pseudonym um meine Meinung dazu.

Vielen Dank für die Karten, das war wirklich eine schöne Überraschung, aber ohne Adresse wird das schwierig! 😉 Falls es die betreffende Person liest: Bitte sende mir noch deine Adresse zu, dann antworte ich gerne.

Update vom 31.8.:

Mittlerweile hat sich der Absender bei mir gemeldet, möchte aber anonym bleiben. Ich habe vorgeschlagen das Deck ruhig einmal bei Verlagen vorzustellen, denn das würde viele interessieren, da bin ich mir sicher. Schauen wir also mal, wie es weitergeht.

Der Baum des Lebens

 

Erkenntnis ist eine stachelige Frucht, sagt ein altes und – wie wir alle wissen – nur allzu wahres Sprichwort. Will man sich altem Wissen annähern, muss man oft über Symbole gehen. Ironischerweise ist es gar nicht so verborgen, wie oft gesagt wird. Es liegt praktisch vor unserer Nase. Wir müssen nur lernen, altbekanntes mit offenen Augen zu sehen.

Nehmen wir einmal die Schlange im christlichen Kontext. Je länger man darüber nachdenkt, desto holpriger wird es. Die Schlange gehört zu den ältesten spirituellen Symbolen der Menschheit. Weit älter als viele heutige Religionen und so gründlich diffamiert und verteufelt, dass beim besten Willen niemand mehr an die alte Erdgöttin dahinter denkt.

Und trotzdem blitzt es oft noch durch: überformt, verdreht, aber es ist da. Die Schlange am Fuß des Weltbaums und der Adler oben in seinen Wipfeln, ein uraltes Bild. Der Adler, Symbol des Vatergottes, Zeus & Co. lassen grüßen. Die Schlange, schon immer verbunden mit Mutter Erde und dem Element der Fruchtbarkeit, dem Wasser.

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Maria steht manchmal auf einer Schlange, da ist es fast noch offensichtlich. Am besten noch mit einer Mondlichel dazu, dem alten Symbol der Göttinnen, das in Form von Lunula-Amuletten auch bei uns noch bis weit in die Christianisierung hinein beliebt war. Und dann denken wir an die Sache mit Adam und Eva, da wird es erst richtig eigenwillig, aber dazu gleich mehr.

Man fragt sich: Warum wurden an so zentralen Stellen Schlangen eingebaut? Eigentlich wäre es nicht nötig, sie dort als Symbole einzuflechten. Maria würde auch gut ohne Schlange auskommen (oder doch nicht?). Beim Lebensbaum war die Schlange wohl unumgänglich und musste wenigstens negativ gedeutet werden.

Das Wissen um diese Symbole muss also eine gewisse Zeit noch gut im Bewusstsein der Leute verankert gewesen sein, sonst hätte man es elegant verschweigen können und keine Umdeutung vornehmen müssen.

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Die ganze Sache im Garten Eden wird unstimmig, je länger man darüber nachdenkt. Da haben wir einen Lebensbaum, inklusive Schlange und einer Frucht.

Vermutlich ein Granatapfel, wenn man die Ursprungsregion des Mythos bedenkt. Er ist ein uraltes Göttinnen- und Fruchtbarkeitssymbol, rot wie das Leben und die vielen, kleinen Kerne in der runden Form sprechen für sich.

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Aber das ist noch nicht alles. Die beiden ersten Menschen stehen neben dem Baum, fast wie Ask und Embla in der germanischen Mythologie. Die ersten Menschen-Paare haben in vielen Mythen etwas mit Bäumen zu tun und auch die kleinen Seelchen (Kinder) kommen von Bäumen. Sind sie sich ähnlich, sind sie „aus demselben Holz geschnitzt“- bis heute verwenden wir diesen Ausdruck, auch wenn wir seinen Ursprung oft nicht mehr kennen.

Das erinnert auch an die slawischen Stickereien, in denen Vögel im oder am Baum sitzen, ein uraltes Symbol für die Seelen im Lebensbaum, die darauf warten, wieder geboren zu werden. Oft sogar mit Göttin inklusive, hier ist ein schönes Beispiel dafür, natürlich in rot gestickt, der Farbe des Lebens.

Die ganze Paradies-Szene wirkt surreal, jedenfalls sobald der Gott JHWH (heute als „Gott“ bekannt, trotzdem ein Gott unter vielen und das auch in der Bibel, wie man zum Beispiel hier nachlesen kann), in Erscheinung tritt.

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Vorher sind es zwei Menschen, die am Lebensbaum stehen und von der weiblichen Schlange(ngöttin des Lebens) eine Fruchtbarkeits-Frucht bekommen. Vielleicht um kleine Seelen aus dem Lebensbaum ins echte Leben zu bringen?

Gut möglich, dass ursprünglich alles ganz anders gemeint war. Die ganze Sache mit dem Baum spielt jedenfalls in der spirituellen Welt (dem sprichwörtlichen Paradies) und die beiden sind Ur-Ahnen. So etwas findet man auch anderswo auf der Welt. Eigentlich überall auf der Welt, um genau zu sein.

Stellt sich nur noch die Frage, warum Erkenntnis eigentlich schlecht sein soll und bestraft werden muss? Dazu wird wohl jeder seine eigene Antwort finden.

Trotzdem ist es möglich, dass ein Gott im Ursprungsmythos eine Rolle gespielt hat, nur vielleicht eine ganz andere. Vielleicht war es ursprünglich ausgewogen zwischen der Schlangengöttin und dem Gott „da oben“ im Baum. Vielleicht war er – symbolisch gesprochen – einmal ein Adler und die Situation im Gleichgewicht?

Wie so oft gilt: Die Götter der vorhergehenden Religion werden zu den Dämonen der darauf folgenden gemacht. Es lohnt sich genau da hinzuschauen, wo man im ersten Moment denkt, alles zu kennen. Und Erkenntnisse zu gewinnen, denn Unwissenheit ist sicher kein Paradies.

Wieder da!

Da bin ich wieder, aus dem Urlaub zurück und wie immer: bitte habt etwas Geduld bei den Antworten auf die aufgelaufenen Mails, sie werden eine nach der nächsten beantwortet.

Bei Mails mit allgemeinen Fragen ist es so, dass ich mir die Fragen notiere, sie sammele und für Youtube oder auch hier für´s Blog vormerke, wenn ich sehe, dass bestimmte Themen viele Leute interessieren. Ich kann sie nur selten beantworten, das ist einfach eine Zeitfrage.

Auf der anderen Seite gibt es viele interessante Fragen und ich denke, es ist ein guter Kompromiss, sie für alle zu beantworten. So gehen gute Themen nicht verloren und auf einen, der fragt, kommen bekanntlich zehn, die es auch gerne wüßten (das kennt man ja noch vage aus dem Mathe-Unterricht😉 ).

Wenn jemand detaillierte, persönliche Fragen hat, gehört das ein eine Beratung, sei es mit den Karten oder in eine spirituelle Beratung, ich schreibe ja auch maßgeschneiderte Rituale (und werde es irgendwann auch noch schaffen, das mit auf die Homepage zu schreiben).

So etwas kann ich nicht einfach mal nebenbei beantworten, denn das braucht erstens Zeit und zweitens wäre es unfair gegenüber allen, die auf reguläre Beratungs-Termine warten.

Bei den Beratungen muss ich ohnehin mal schauen, die langen Wartezeiten von zuletzt um die drei Wochen sind sehr lang. Natürlich soll man sich darüber freuen, aber auf der anderen Seite ist das eben wirklich eine lange Zeit. Es kann also sein, dass ich – vorübergehend – nur Stammkunden annehme, wenn es mal wieder eng wird.

Manchmal fühle ich mich da wie ein Facharzt, ich kann jedenfalls verstehen, wie schwierig es sein kann, die Termin-Listen nicht ins uferlose wachsen zu lassen. Und auf der anderen Seite weiß ich auch, wie ungerne man selbst lange wartet. Versuchen wir es also erst einmal mit diesem Kompromiss.

Wie es gerade ausschaut, könnt ihr wie immer direkt auf der Kartenlegen-Seite einsehen (ggf. auf „aktualisieren“ klicken, falls der Browser nicht automatisch neu lädt, damit ihr den aktuellen Stand habt).

Dann starten wir mal durch, ich freue mich schon auf die Themen des Herbstes (aber erstmal hoffen wir noch auf einen möglichst langen Sommer, so ein bißchen Sonne kann man schon noch vertragen, bevor Nebel, Nässe und Kälte anmarschiert kommen…).