vernetzte Antike / Neumond in den Fischen

Ich blätterte gestern mal wieder durch den wunderbaren Kalender des Landesmuseums für Vorgeschichte (das sind die mit der Himmelsscheibe von Nebra, die Webadresse ist denkbar holprig: www.lda-lsa.de, aber umso sehenswerter), den ich immer zu Weihnachten geschenkt bekomme.

Da waren sie: Häupter der Gorgo und Münzen mit Asklepios und der Hygieia aus dem Burgenlandkreis (südliches Sachen-Anhalt), ein Ring mit eingraviertem Merkur aus Leuna, eine mondgehörnte Göttin im Stil der Diana aus Naumburg.

Schon letztens erzählte mir ein Freund von einer Ausstellung über die Kelten, die 1000 v.u.Z. ein bestens funktionierendes Handelsnetz hatten. Wer das entsprechende Kleingeld hatte (das war wohl schon immer so…) konnte sich edle Steinbeile aus den Alpen beschaffen, Stoffe und Gewürze aus Asien, Räucherwerk aus Afrika, Bernstein von der Ostsee, Amphoren aus Griechenland,… Selbstverständlich wanderten nicht nur Güter, sondern auch Ideen und spirituelles Wissen.

Das muss man sich immer vor Augen halten, wenn man heute von „keltisch“, „germanisch“ oder „unsere Vorfahren“ spricht. Das Gold für die bereits erwähnte Himmelsscheibe stammt vermutlich aus Cornwall in England, das Kupfer aus Österreich. Die starren Bilder aus dem Geschichtsunterricht (hier die Germanen, dort die Römer, da die Griechen und dann noch die Ägypter) kommen immer mehr ins Wanken und das ist auch gut so. Das Leben war schon immer facettenreicher als gedacht. 😉

*

Jetzt nochmal ein großer Themensprung zum Neumond in den Fischen. Ein ausgezeichneter Tag um Dinge ein für alle mal zu lösen, loszulassen und sich von altem Ballast zu befreien. Die Fische sind das letzte Zeichen des Tierkreises, der Neumond ist Abschluss und Beginn zugleich, ein echter Wendepunkt also.

Wer diesbezüglich keine Anliegen hat, kann den Abend auch nutzen, um für die Vertiefung der eigenen Spiritualität zu arbeiten, um – im übertragenen Sinn – in den Spiegel eines tiefen Brunnens zu schauen und natürlich auch zum Wahrsagen.

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Ein Gedanke zu „vernetzte Antike / Neumond in den Fischen

  1. Den Gedanken, man hätte rein germanische, rein keltische, rein blaundblubb-Vorfahren, muss man wirklich spätestens dann aufgeben, wenn man sich näher mit Geschichte befasst. Gerade in Deutschland sind wir ein regelrechter Mischmasch aus dem keltisch-germanisch-römisch-slavischen Kulturkreis. Hier sind ja so gut wie alle Völker mal durchgezogen und haben ihre Handelswaren, ihr kulturelles Gedankengut und nicht zuletzt ihre Gene hinterlassen. In Frankreich gibt es ein Dorf, wo noch heute hin und wieder ein Kind mit deutlich mongolischen Gesichtszügen geboren wird, weil die Hunnen dort gelagert haben, um ihre Schlachten zu schlagen. Wer sich heute über Einwanderer aufregt, der kennt unsere Geschichte nicht. 🙂

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