Hochzeitszeit, ich staune nur

Jetzt beginnt wieder die große Zeit der Hochzeiten. Ich muss voraus schicken: als das Romantik-Gen verteilt wurde, stand ich noch in der Pragmatismus-Schlange. 😉

Was die Leute an Geld in Hochzeiten stecken, übersteigt meinen Horizont. Tausende um tausende werden da für einen Tag hingeblättert, der „der schönste im Leben“ sein soll (das ist wie bei Weihnachten: Überfachtung, bis die Nerven blank liegen). Was meist nicht ausschließt, dass sich doch irgendwelche lieben Verwandten in die Wolle kriegen oder alles mögliche nicht so läuft, wie man es sich ausgemalt hatte. Zumindest habe ich von vielen Ehepaaren den schmunzelnden Satz gehört: Im Grunde ist man abends froh, wenn der ganze Stress vorbei ist.

Ich habe schon Leute kennengelernt, die noch Schulden von der Hochzeit hatten, als schon die ebenfalls nicht gerade günstige Scheidung ins Haus stand. Ich steh da immer wie ein Alien daneben und versuche meinen Augen aus Höflichkeit so etwas wie einen begeisterten Glanz zu entlocken, weil das von Frauen halt so erwartet wird und ich entgeisterte Reaktionen ernten würde, wenn ich sagen würde: Mensch, steck ein paar der Tausender doch lieber in deine Altersvorsorge, dann könnt ihr euch auch zur goldenen Hochzeit noch ein paar Blümchen leisten.

Klar, auch da steht mittlerweile eine zugkräftige Industrie dahinter und vor Euphorie schier durchdrehende weibliche Familienangehörige machen das alles nicht leichter. Aber so richtig verstehe ich´s trotzdem nicht.

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13 Gedanken zu „Hochzeitszeit, ich staune nur

  1. wie wahr, wie wahr…..und was hat man/frau davon, wenn es ein wunderbares Fest war und dann ist wie bei mir nach 4 Jahren alles vorbei und die Scheidung steht im Haus? *schmunzel* Und dann stellt man sogar noch fest, ist besser, das wir im Frieden auseinander gehen als aus Zwang zusammen bleiben! Aber es soll ein schöner Tag sein! Nur ich weiß,sollte ich nochmal heiraten, wird es legerer und lockerer ,-))

  2. Für mich klingt das eh ganz schön pessimistisch, wenn das schon der schönste Tag im Leben gewesen sein soll – da kann man sich ja auf nicht mehr viel freuen. 😉
    Eine Bekannte von mir ist Hochzeitsfotografin, die kann da sicher auch einige Geschichten erzählen. Jetzt heiratet sie selbst und das relativ lässig, sparsam und unkonventionell.

    Für mich wäre da wohl eher eine schöne Handfasting-Zeremonie mitten in atemberaubender Natur und ohne jegliche Verwandtschaft (außer der Herzens- und Geistesverwandtschaft) das Richtige. Wobei ich mitbekommen habe, dass auch sowas inzwischen ganz schön kommerziell aufgezogen werden kann … naja, wie’s beliebt halt.

    LG
    Liath

  3. Mein Traum wäre, durchzubrennen und mit schlichtem Silberring zurückzukommen. Leider ist das weder mit dem Mann noch mit seiner oder meiner Verwandschaft machbar… *SEUFZ*

    (Ich könnte natürlich einfach wen anders heiraten, aber irgendwie mag ich ihn ja schon. ^^ )

  4. @ Diandra: Da haben wir was gemeinsam. ^^ Gewisse (ansonsten sehr liebenswerte, in dieser Sache allerdings völlig unbewegliche) Leute im Umfeld würden ihre (!) Traumhochzeit haben wollen, komme was da wolle. Und es würde definitiv einiges kommen: Stress, Ärger, enttäuschte Gefühle, überzogene Erwartungen… Ich kann nur froh sein, dass mein Partner und ich nicht aufs heiraten aus sind. Falls uns irgendwann mal der Hafer stechen sollte, gehts nach Vegas, ansonsten bleibt die Ehe wild. 😉

  5. so ist richtig ;-)) dann viel Erfolg dabei, das ihr das „durchhaltet“ und wenns is durchzeiht in Vegas 😉

  6. „Heimlich“ heiraten – kann man doch auch hier …. . Einfach niemandem was verraten und nur mit sich und den Trauzeugen einen schönen Tag verleben.
    Habe ich vor 20 Jahren so gehalten. War wunderbar. Und vor allem: WIR hatten was von diesem Tag!
    Hinterher haben wir „wir sind verheiratet“-Karten verschickt …

  7. Du staunst nicht allein, Claire. ;O)
    Mir macht das ganze Spektakel sogar Angst und ich frage mich, wie man sowas „über die Bühne bringen kann“ ohne Panikattacken und Ohnmachtsanfälle.

  8. @ Diana: Gute Strategie! 😉 Im Bekanntenkreis habe ich das schon oft gesehen: eigentlich sollte sich doch alles ums Brautpaar drehen, aber in Wirklichkeit war die ganze Verwandtschaft damit beschäftigt, eigene Ideen und Pläne zu schmieden – und höchst beleidigt, wenn das nicht auf Gegenliebe stieß.

    @ Amira: Meist gehen solche Hochzeiten auch nicht ohne kleine oder größere Dramen über die Bühne, entspannt ist wirklich was anderes. Na gut, ein bißchen Spannung muss schon sein, es ist ja auch ein besonderer Tag, aber die schönsten Feiern sind meist die, die eher an ein Sommerfest erinnern.

  9. Sommerfest… wäre auch eine Idee , wenn man doch Freunde dabei haben möchte … entsprechend Leute, die man mag, zu einer Sommerparty oder sonstwas einladen, und da dann erst verkünden, dass man gerade geheiratet hat …
    Ich mach auch jedes Mal große Augen, wenn ich von „Testessen“ etc. lese. Krach und Dramen sind doch da an der Tagesordnung. Und wenn man genau hinguckt, haben die Hauptakteure an dem Tag meist kein bisschen Zeit für sich und sind hinterher dann doch „erschlagen“

  10. Au wei!
    Ja, da stimme ich hier zu, daß man bei Hochzeiten nicht unbedingt das Geld der nächsten 15 Jahre ausgeben sollte *lach*

    Also ich bin jetzt schon verheiratet seit erm – wieviel war es noch gleich – Jahren – und wir haben ein schönes Fest gefeiert ohne viel kostspieligen Zinober ….. Sind immernoch beisammen und – ja. Romantik – genau. Die war übrigens auch da, aber die kostet nichts ;-))))

    Das schlimme ist, wir hatten damals quasi noch plus gemacht. Und allen ging es sooooo guuuuuut!

    Und nun leben wir wild nebeneinander her und freuen uns täglich am eigenen Leben …

  11. Tja, ich bin auch verheiratet, Heute jährt sich der Hochzeitstag 15 x.
    Mein Mann wollte eine Feier, ich hätte lieber „irgendwo ganz in Ruhe“ geheiratet.
    Denn wer meint sich alles einmischen zu müssen/dürfen. Viele (80 Personen) der am Hochzeitstag anwesenden Menschen, haben nicht begriffen, dass es unser Tag gewesen ist und nicht der Tag der anderen und das niemand außer des Brautpaares Gästewünsche äußern durfte. Wir hatten halt unsere Vorstellungen, die mich leider auch meine damlige beste Freundin „gekostet“ hat………
    Trotz allem war es eine schöne Feier, nach dem im Vorfeld die Reibereien geklärt wurden. Wir können bis heute nicht verstehen, was sich manchen Menschen, Eltern eingeschlossen, glauben rausnehmen zu können.
    Das Geld das wir ausgegeben haben, haben wir gerne ausgegeben und uns dafür auch nicht verschulden müssen, es hielt sich alles im Rahmen, trotz der viele Menschen, muss ja auch nicht das 5 Sterne Buffet sein, schmecken solls…..
    Es soll der schönste Tag im Leben des Ehepaares sein? ich weiss nicht, ich sehe das bis heute so, dass es der Tag ist, an dem das schöne gemeinsame Leben „legalisiert“ wird und man dann auch amtlich den Lebensweg beschreitet.
    Sicher ist alles auch ohne Trauschein möglich, wir haben es aber nicht bereut…….
    Aber ob das alles mit Romantik zu tun hatte….wir haben aus Liebe geheiratet, die besteht noch immer…kitschig? Nein denke ich nicht eher real, weil wir auch die Tiefen gemeistert haben und daran gewachsen sind.
    Cassy

  12. @ Cassy: Herzlichen Glückwunsch! 🙂 15 Jahre und (das ist ja das wichtigste) die auch noch glücklich, bei allen Höhen und Tiefen, die das Leben so mit sich bringt, das muss man erstmal schaffen.

  13. Mein Mann und ich haben vor 17 Jahren geheiratet. Geplant war. Standesamtliche Trauung, anwesend: lediglich der Göttergatte in spe im leichten Blazer, ich im leichten Sommerkleid (zum Glück, denn unser Hochzeitstag stellte sich als der heißeste Tag im Jahr heraus ;-)), der beste Freund meines Mannes und meine beste Freundin als Trauzeugen. Anschließend Essengehen mit den beiden Trauzeugen. Danach: Tag der offenen Tür bei uns zu Hause. Einladungen hatten wir keine verschickt, nur überall gesagt: Wer mit uns feiern wollte, sei willkommen.
    Nicht geplant war: Nach der Trauung überraschten uns unten im kleinen Rauthaussaal die Arbeitskollegen meines Mannes stilvoll mit mitbegbrachtem Sekt und Häppchen. Alle hatten sich diesen Nachmittag freigenommen. Schon darüber haben wir uns riesig gefreut. Unsere damals noch sehr kleine Wohnung war denn auch bis zum Bersten voll an diesem Tag. 🙂 Die Gäste bunt gemischt: Freunde, Kollegen, Familie, Nachbarn. Wie gesagt, wer Lust hatte zu kommen, war auch willkommen. Zum Essen gab es Selbstgezaubertes. Mit Hilfe meiner Mutter und Schwiegermutter hatte ich am Vortag eine Art kalt/warmes Buffet zusammengestellt. Und das hat auch vollauf genügt. Die Stimmung war einfach toll! Und kein Gezackere der Verwandtschaft, niemand, der über Benachteilung meckerte, niemand, der sich über das Legere an unserer Hochzeit störte und keiner, der sich an diesem elend heißen Tag in einen Anzug mit Krawatte quetschen musste. 😉 Romantisch war unsere Hochzeit sicher nicht, und es war auch bestimmt nicht der wichtigste Tag in meinem Leben, (so hatte ich diesen Tag aber auch nie betrachtet. Da gab und gibt es Tage, die für mich, für uns, weitaus wichtiger sind), aber es war auf jeden Fall ein Tag, an den ich immer sehr, sehr gerne zurückdenke. Und noch viel Wichtiger: in 17 Jahren Ehe habe ich diesen Tag noch keine Sekunde bereut! 🙂

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