Samhain steht vor der Tür

Vielen Dank für die Anregung, da machen wir doch gleich mal ein eigenes Thema auf! 😉 Wir könnten eigentlich alle Jahreskreisfeste durchgehen, falls ich es vergesse, erinnert mich ruhig daran. Es ist zwar noch etwas Zeit, aber die fliegt bekanntlich nur so dahin im Alltag und schon ist Halloween – oder Samhain, wie es in naturspirituellen Kreisen gefeiert wird.

Bei mir kommen ab Mabon (Herbsttagundnachtgleiche) sofort alle Dekosachen für Samhain heraus, ich kann damit gar nicht früh genug anfangen. Dazu muss ich aber sagen, dass ich die Jahreskreisfeste nicht auf einen Tag oder eine Nacht reduziere, sondern eher als generelle Stimmung eines Jahresabschnittes betrachte, die dann am Festtag ihren Höhepunkt findet.

Bei uns in Sachsen ist es mit dem Feiern nicht so günstig wie in den katholischen Bundesländern, wir haben den 31.10. frei (Reformationstag) und nicht den 1.11. (Allerheiligen), so dass nächtliches Feiern ein extra Tässchen Kaffee am folgenden Morgen erfordert, aber daran soll es nicht scheitern.

Direkt an Samhain lege ich gerne Karten, baue einen Altar auf (was – wenn man es bewusst macht – für sich schon ein Ritual ist), zünde Kerzen für die Verstorbenen an und stelle immer auch eine große Schale Wasser auf, damit die Kommunikation zwischen den Ebenen leichter wird.

Das ist so eine typische Sache, die ich erst in anderen Kulturen gelernt habe (in dem Fall aus den afroamerikanischen Traditionen, die Wasser als spirituelles Leitmedium betrachten) und erst später entdeckte, dass es bei uns ganz ähnliches gab (der früher sprichwörtliche Durst der Ahnen, der gelöscht werden muss / Seen und Teiche als Orakelorte, aus denen man spirituelle Botschaften erhält / der Fluss, dessen Überquerung Märchenhelden vor der Verfolgung von Baba Yaga & Co. schützt, den man aber auch als Schwelle zwischen der Geisterwelt und der hiesigen Welt lesen kann). Vielleicht hat auch die Spiegelmagie damit zu tun, bei einer Meditation am See wurde mir klar, wie ähnlich sich ein See und ein Spiegel in der Hinsicht sind und wie viele Wassergöttinnen einen Spiegel als Symbol haben. Aber das nur nebenbei. 😉

Natürlich muss auch gekocht werden, ein Fest ohne das passende Essen ist nur halb so schön, man würde ja auch nicht Weihnachten oder Ostern ohne die entsprechenden „Kultspeisen“ feiern (wie Stollen, Plätzchen, Äpfel usw. oder eben Ostereier). Kürbissuppe steht da ganz oben auf der Liste, ich verwende aber auch gerne Rüben, Knollen und andere erdnahe Gewächse, weil sie einfach gut dazu passen: die Ahnen sind in die Erde gegangen, man feiert an diesem Tag die Ahnen, also ist das eine runde Sache.

Ich mache an Samhain (und auch sonst zu den Jahreskreisfesten) nur selten Rituale in diesem klassischen Sinn, als abgegrenzte Zeremonie. Das geht eher fließend ineinander über: gutes Essen, schwatzen, Orakel und auch einfach nur den Moment auf sich wirken lassen und sich für die Stimmung öffnen.

So, jetzt bin ich aber mal gespannt, was ihr so macht! 🙂

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12 Gedanken zu „Samhain steht vor der Tür

  1. In Berlin ist weder der 31.10. noch der 1.11. Feiertag – da braucht es gleich mehr als eine Tasse Kaffee. 😉

    Ich habe die Samhaindeko auch schon lange draußen und feiere prinzipiell ähnlich wie du. Orakeln gehört fest dazu, meist ziehe ich eine Karte für das kommende „Hexenjahr“ (ich bin kein Silvesterfan und finde an Samhain ist die Zeit des Überganges auch sehr viel spürbarer). Auch die Ahnenarbeit ist in dieser Zeit besonders wichtig für mich – Kerzen stehen im Fenster, ein zusätzlicher Teller wird aufgestellt (schon interessant, dass man plötzlich viel zu große Mengen kocht, wenn man die Ahnen mit einlädt), ich hole alte Fotos raus. Manchmal gibt es auch Trancereisen, zu den Ahnen beispielsweise oder zu Göttern/Göttinnen, die mir in dieser dunkleren Zeit wichtig besonders nah sind – Hekate, Hel, Persephone.

    Erstmal wird aber noch ordentlich ausgemistet und geputzt. 🙂

    Alles Liebe,
    Liath

  2. Ich muß in dieser Zeit nun auch verstärkt an Hekate denken, wobei das bei mir grad eine generelle Sache ist mit ihr. Ja, auch mein Altar wird „umdekoriert“, die Karten für die nächsten zwölf Monate vermutlich befragt und der Tag (wobei ich das ansonsten ebenso betrachte wie Du – als Zeitraum, nicht als starres Datum – und die Qualitäten von Samhain für mich schon seit Tagen spürbar sind) wird einfach bewußter begangen. Ich gedenke meinen Verstorbenen, je nachdem wie es sich gerade anfühlt. Auch ein kleines Ritual würde ich gerne abhalten, irgendwas mit Verabschieden und Begrüßen, in sich / mich gehen.
    Außerdem bewaffne ich mich natürlich vorab mit Süßigkeiten (noch mehr als sonst 😉 für die Kinder. Freue mich dass es jedes Jahr mehr werden, die schellen.

  3. hallo wir feiern ähnlich wie du.zu samhain ist es schön eine ahninnendecke zu weben, d.h. jde bringt fotos oder gegenstände mit von frauen die etwas bedeuten,,aus der eigenen famile oder auch anderen bedeutenden frauen
    und erzählt was sie für ihr leben bedeuten.erzählt ihre geschichte dazu,,was sie sich fürs neue hexenjahr wünschtund welche spuren sie gerne hinterlassen würde. ein geschichtenteppich eben.

    magische grüsse die adlerhexe

  4. Ich feiere den Herbst. Und mit Mabon fängt der für mich so richtig an.
    Ich mag die bunten Farben und die klare Luft so gern.
    Die Herbstdeko kommt zeitig raus (meist schon Anfang September) und mein Altar wird herbstlich mit Kastanien und Eicheln dekoriert.

    Samhain an sich feiere ich nicht als festes Ritual. Es ist mehr ein Geschehen im Geiste. Ich gedenke der Toten die ich vermisse. Und ich muss gestehen ich stehe Samhain imme etwas zwiespältig gegenüber. Wenn ich es zeitlich hinbekomme, dann lege ich die Karten, aber die Vorbereitungen für das Kinder-Halloween nehmen doch immer sehr viel Zeit in Anspruch…

    Ja, für die Kinder ist Halloween und wir müssen uns mit Massen an Süßigkeiten eindecken. Es geht mind. 2 Stunden lang quasi im Minutentakt die Türklingel.
    Aber es ist auch schön die kleinen Hexen und Geister mit Süßem zu versorgen.

  5. Dieses Jahr wird es Kerzen geben und Karten legen. Und vielleicht einen kleinen Altar. Euch allen ein frohes Samhain!

  6. Ein sehr schöner Artikel! Bei mir läuft die Samhain-Zeit ein wenig anders ab als gewohnt, dennoch und das ist sicher kein Zufall, ganz dem Thema Anderswelt und Tod gewidmet, nur ein wenig anders als ich es gerne gewollt hätte. Nun gut, so lernt Hex nie aus… 😉

    Ansonsten feiere ich ganz traditionell vom 11. Neumond an und ja wie du gibt es auch entsprechende Speisen und Deko und am 31. Oktober wird dann das „offizielle“ Fest zelebriert.

    Ich wünsche dir noch eine zauberhafte Samhain-Zeit!

    Liebe Grüsse
    Nicky

  7. Halloween ist mein Lieblingsfest und ich freue mich total darauf!
    Kürbisse aus Ton stehen bei mir das ganze Jahr über herum, weil ich die einfach so gern hab.
    Aber auf Samhain zu, werden es dann noch einmal mehr… und es kommen andere Sachen dazu.
    Bei mir wird viel gekocht. Schon seit Wochen schaue ich nach Halloween-Rezepten und probiere und studiere: Kürbissuppenvariationen, Kürbiskernbrot selbstgebacken, Kürbisbratlinge, Spaghetti alla Kürbinese… Kürbiskuchen und Kürbiskekse, Apfelspeisen…
    An Steckrüben habe ich mich aber noch nicht gerangetraut.
    Dabei lege ich schon Wert auf „einheimische“ Kost zu den Feiertagen.
    Bis nächstes Jahr habe ich es hoffentlich geschafft mir einen Hexenhut zu filzen.
    Dann werde ich den den ganzen Tag über tragen.
    Ich habe auch schon gruselige Filme herausgesucht, da ich wohl wie es ausschaut allein bin.
    Vll. bastele ich auch noch etwas Deko.
    Mir schwebt da ein Riesenkürbis aus Pappmaché vor… :O)
    Für mich besteht das Fest aus 2 Teilen.
    Halloween als kitschig-schaurig-lustig-schöner Abend, der laut und fröhlich sein kann, mit Masken, Verkleidung und Party. Und der Banshee-Tag am nächsten Morgen, wo alles still wird, man den Ahnen gedenkt, vll. zum Friedhof geht und man sich besinnt.

    Lieben Dank, Claire, wegen den „Wasserhinweisen“!
    Ich kann damit eine Menge anfangen. :O)

  8. Zum Thema Spiegel (Claire sprach es an) kann ich berichten, dass ich einen alten (geerbten) welligen, fleckigen Spiegel für den Ahnenkontakt nutze – funktioniert ganz wunderbar! Man kann sie nicht nur „hören“, sondern endlich auch wieder sehen!
    Liebe Grüße, Solana

  9. Schöne Idee,die Jahreskreisfeste vorzustellen.Für mich teilt das Jahresrad die Jahreszeiten noch
    genauer ein und sind nicht unbedingt an einem festen Tag gebunden.
    Dazu gibt eine Art Jahreszeitentisch auf der Kommode.
    Zu Samenhain habe ich bislang eine Kerze am Fenster aufgestellt um den Verstorbenen zu ge-
    denken.Diesmal habe ich mir 2 Tage Urlaub genommen(zum Glück geklappt),und werde,durch
    Claire angeregt,mal ein Gewässer aufsuchen.Dafür brauche ich etwas Zeit und Muße.
    Außerdem möchte ich ein Kürbissüppchen kochen und Kekse mit Geistermotiv backen.
    Ich wünsche allen eine schöne Zeit.

  10. Hallo an alle und vielen Dank für eure Inspirationen!!!
    Mein Plan steht noch nicht ganz fest (weil ich Samhain zum ersten Mal „bewusst“ feiern möchte), aber ich habe mir gedacht, Claires Orakelidee in mein Ritual aufzunehmen und vielleicht ein Ritual ohne Regeln oder eine festgesetzte Zeit zu machen, also kein Anfang und Ende, sondern den ganzen Abend als „gemütliches“ Ritual zu sehen, in dem ich Karten lege, drei rote Kerzen aufstelle (als Zeichen der Transformation, die ja im Herbst passiert, in dem alles „stirbt“ um neu zu werden und was auch den Übergang der Ahnen von der hiesigen zur jenseitigen Welt symbolisiert) plus weiße Unterstützungskerzen, auch für die Betonung auf das Positive, Reine und Schöne. Kürbissuppe gehört dazu und ein Rotwein für die Ahnen, die Geister der Unterwelt und mich 🙂 Spirituell ist mir an diesem Abend die innere Rückschau auf meine Vergangenheit wichtig und die Entscheidung, was mir weiterhin lieb ist und wovon ich mich verabschieden möchte. Also sozusagen ein kleiner (schöner!) Tod in mir.
    Ich wünsche euch allen ein schönes Samhain und bedanke mich, diesen Blog gefunden zu haben!

  11. @HexeCristina
    Na das klingt doch super! Ich wünsche dir gutes Gelingen für dein erstes „bewusstes“ Samhain!
    Hmmm Kürbissuppe, das lieb ich auch! 😉

    Herzliche Grüsse
    Nicky

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