Altäre

1.11.Halloween

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Wo fangen Altäre an, wo hören sie auf?

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In letzter Zeit kamen viele Fragen zum Thema Altäre: Wie baut man einen auf? Was muss dabei sein? Was ist ein Altar und was ist er nicht?

Zur Einstimmung habe ich mal ein paar Fotos herausgesucht und was die Definitionen betrifft, gehts mir wie so vielen: je länger man dabei ist, desto weniger kann man definieren, weil man die Vielschichtigkeiten sieht und das macht es unmöglich, die Dinge in Schubladen zu stecken. Daher habe ich beschlossen, diesen Beitrag fragmentarisch zu machen, letztendlich muss man sein eigenes Konzept finden, aber wenn ich inspirieren kann, dann mache ich das gerne.

„The altar is a school of being, designed to attract and deepen the powers of inspiration.“ Dieser Satz stammt aus dem Monumentalwerk „Face of the Gods“ von Robert Thompson, in dem er sich mit den Altären in Westafrika und denen der verschleppen Sklaven in Amerika auseinandersetzt.

Übersetzt: „Der Altar ist eine Schule des Lebens, er wird gestaltet, um die Kräfte der Inspiration anzuziehen und zu vertiefen.“. Die deutsche Sprache sperrt sich da mal wieder beharrlich gegen spirituelle Zwischentöne. Wobei Inspiration im Wortsinn betrachtet werden sollte: inspiratio = Beseelung, Be/Geist/erung, Austausch mit den hintergründigen Kräften des Lebens.

Diesen Satz fand ich klasse, denn Altäre sind in gewisser Weise Schulen des Geistes. Man lernt, weil dies der Platz ist, sich mit dem Spirituellen zu verbinden, zu meditieren, sein Verstehen zu erweitern und innerlich klar zu werden. Auch ein Zweck-Altar (für Liebe, Geld, Heilung usw.) fällt in diese Kategorie, im Gestalten und in Gebet, Zauber und Meditation befasst man sich auch dort tiefergehend mit dem Thema und stößt Entwicklungen an.

Im Grunde hat fast jeder Mensch irgend eine Form von Altar bei sich zu Hause, manche sogar im Auto. Es ist ein kleines Hobby von mir, den Rückspiegelschmuck von Autos zu betrachten und da hängt so einiges jenseits von Duftbäumchen & Co., das ist Fetischmagie pur – früher am Pferdegespann, heute am Auto.

Hast du eine Fotoecke mit deinen Lieben? Eine Ecke mit Muscheln im Bad? Eine Kerzenecke im Wohnzimmer? Eine Stelle, wo der Blumenstrauß hin muss oder eine Ecke mit Steinen auf dem Schreibtisch? Willkommen in der Welt der Altäre! Auch unbewusst gestaltete Altäre zählen. 😉 Viele Leute schenken den Kräften des Lebens damit ihre Anerkennung, auch wenn ihnen die tiefere Bedeutung nicht klar ist. Das macht nix, die Seele weiß schon, worum es geht und die „andere Seite“ sowieso.

Etwa 99% aller Dekoartikel sind Altarzubehör. Man könnte sagen: das ist doch nicht spirituell, das soll ja nur ein bestimmtes Ambiente zaubern, aber so kann nur denken, wer noch nicht verstanden hat, dass das Göttliche tatsächlich allem innewohnt.

Man gestaltet Altäre am besten nach passenden Korrespondenzen (einen Engelsaltar wird man anders gestalten, als beispielsweise einen für den Job oder für eine Meeresgöttin) und dem persönlichen Geschmack. Das geht Hand in Hand, beide Seiten müssen etwas beitragen. Dabei muss man keinem festen Schema folgen (hinten zwei Kerzen, symetrischer Aufbau o.ä. – all das kann man machen, man kann es aber auch ganz anders machen).

Oft ist es so, dass nach dem Entschluss einen Altar zu gestalten von der „anderen Seite“ mitgearbeitet wird, das nennt man umgangssprachlich Zufall oder glückliche Fügung, auf einmal fällt dir alles in die Hände, siehst du bestimmte Dinge, die perfekt passen. Es ist sehr wichtig, dass man sich da wirklich volle Freiheit nimmt, das muss auch nichts für die Ewigkeit sein, das Leben ist abwechslungsreich und das dürfen Altäre ruhig spiegeln. Manchmal fallen Themen weg, manchmal kommen neue dazu, das ist völlig in Ordnung. Nur wenn es lebendig ist, ist es wirklich gut.

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4 Gedanken zu „Altäre

  1. Danke dir ich habe direkt vier unbewusste Altäre in meiner Wohnung entdeckt 😉 Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man manchmal gar kein (aufwändiges) Ritual durchführen muss, wenn man „mehr“ von etwas im Leben haben möchte. Es reicht oft schon, die Dinge einfach aufzustellen, das Räucherwerk gelegentlich anzuzünden oder mehr Rosenblütentee zu trinken, wenn man zum Beispiel das Selbstwertgefühl aufpolieren möchte. Ich habe auch oft die letzten Tarotkarten auf dem Altar liegen, dann kann eine längere Auseinandersetzung erfolgen (jedes Mal, wenn ich an ihnen vorbeikomme) und/oder ich erinnere mich dann einfach an das tolle Gefühl, das ich hatte, als ich die Karte gezogen habe und das hilft mir, weiterhin auf diesem Weg zu bleiben. Und danke zu sagen, das ist sehr sehr wichtig.

  2. Viele glauben, auf einen Altar gehören immer die Symbole für die 4 Elemente und die Leute schrenken sich sehr ein, weil sie es einfach nicht besser wissen. Meine Altäre fühlten sich erst „richtig“ an, als ich der eigenen Intuition voll vertraut habe und nur das hinstellte und ausführte, was ich wirklich wollte. Die Energie, die dann an diesem Ort entstand, war so besonders und einzigartig. Ich habe auch oft diese Erlebnisse, dass Hilfe von der „anderen Seite“ kommt und jemand „mitdekoriert“ 😉 Ein schöner Beitrag Claire.

  3. @ Anonym: Die 4 Elemente sind eine schöne Sache, ich habe auf so etwas früher auch sehr geachtet, aber es wurde erst richtig lebendig, als ich aus starren Schemen ausgebrochen bin. Mittlerweile sehe ich so etwas als Inspirationen, aber nicht mehr als Pflicht.

    Magie ist wie Kochen: man muss schon gucken, dass einem die Zutaten auch schmecken und hat die Freiheit seine „Rezepte“ nach Herzenslust zu variieren. 😉 Für den Anfang sind „Kochbücher“ super, aber später braucht man sie kaum noch.

    Ich sehe zur Zeit bei vielen eine Vereinfachung und Klar-Werdung der Magie und finde das wundervoll. Man braucht keine exotischen, teurer Zutaten, man braucht einen Zugang zu dem, was man tut und eine Verbindung aus dem Herzen heraus zu seinen Helfern. Ausgefallene Kerzen, teure Öle oder exotische Pflanzen – das alles kann Spaß machen, aber es ist kein Muss.

    Auch das ist wie in der Küche: man macht nicht jeden Tag etwas Ausgefallenes und oft sind einfache, gute Gerichte einfach die besten. Wobei das Einfache manchmal auch die Kunst ist. Man kann Spaghetti mit Tomatensauce zu einem Fest machen, wenn man weiß, wie es geht. Genauso kann man aus einer einfachen Kerze für einen Wunsch ein Erlebnis machen, wenn man es mit Liebe und Freude an der Sache tut.

  4. Es ist wahr, es reichen oft schon ganz einfache Dinge, um den Altar zu dekorieren. Leider stehen uns nicht große finanziellen Mittel zur Verfügung und ein Pentakel aus Holz für meinen Altar ist leider nicht drin, Improvisation war gefragt. Ich habe ein weißes Blatt Papier genommen und ein Pentakel darauf gezeichnet. Der Schutz war trotzdem gegeben. Leider kann ich nicht detailliert berichten, das Erlebnis kommt uns immer noch surreal vor. 😦 Doch mein Altar beschützte sich selbst, umgeben von weißem Licht, als ein Dschinn ihn zerstören wollte.
    Seitdem bin ich jeden Tag wirklich dankbar und zünde die Altarkerzen häufiger an. Nie hätte ich gedacht, dass mein einfach gestricktes Pentakel so schützen kann. 🙂

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