Osterwasser

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der Bärlauch kämpft sich durch den Schnee

Es ist kalt und schneidend windig, wenn nicht noch ein Wunder passiert gibts Ostereier im Schnee. Die Plusgrade werden im Wetterbericht seit etwa einem Monat immer auf die nächste Woche verschoben.

Aber es hilft ja nix, Ostern steht vor der Tür und damit auch eine Zeit der Bräuche. Das Thema Osterwasser wurde schon verschiedentlich nachgefragt, hier also nochmal zum mitschreiben:

Man geht am frühen Ostersonntag (wenn die Sonne bekanntlich drei Freudensprünge macht) mit einem Gefäß bewaffnet zu einem fließenden Gewässer und jetzt wird es ein bißchen tricky: man macht das schweigend. Typische Stolpersteine dabei sind Haustiere, die einen morgens freudig begrüßen, Kinder, die schon munter sind und spontane Selbstgespräche a la: Wo hab ich denn gestern den Schlüssel hingepackt?

Wenn das gemeistert ist geht es los und man schöpft am Fluss das Wasser mit der Strömung, nicht dagegen (was einfacher wäre, aber so ist es nunmal Brauch). Das Wasser bringt man schweigend nach Hause, die Türschwelle gilt als Ziellinie, ab dann darf wieder geredet werden.

Osterwasser gilt als glücksbringend, heilend, alles Negative vertreibend, dahinter dürften uralte Frühlingsbräuche mit klarem, reinigendem Wasser stehen, das den Winter vertreibt. Es wurde oft in Haus, Hof und Stall versprengt, auch über die Tiere und die Bewohner.

In diesem Jahr gilt dann wohl: vor dem Versprengen erstmal auftauen, sonst gibts Beulen. Bei uns sind die Flüsse in schattigeren Ecken noch gefroren, ich würde dann einfach nach einer anderen Stelle suchen, wo es fließt, man will ja die frische Kraft des Frühlings locken und nicht den Winter nach Hause tragen.

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5 Gedanken zu „Osterwasser

  1. Es gibt keine blöden Fragen (wenn sie ernst gemeint sind). 🙂 Das Osterwasser wurde großzügig verspritzt, manchmal bewahrte man es auch auf, um es gegen Krankheiten einzusetzen, die einen im Laufe des Jahres erwischten, das würde ich aus heutiger Sicht aus hygienischen Gründen aber nicht unbedingt empfehlen. Osterwasser wurde auch getrunken, aber auch da wäre ich sehr vorsichtig, das sollte man nur machen, wenn man einen klaren Gebirgsbach vor sich hat.

  2. Dieses Jahr hat es endlich geklappt mit dem (eisekalten) Osterwasser! Das ist schon nicht leicht, wenn man zu Selbstgesprächen neigt hihi! Claire, da Du Dich ja scheinbar sehr gut mit alten Bräuchen auskennst, hast Du vielleicht einen Buchtipp für mich (ich schätze mal Dein neues Buch bezieht sich nicht so sehr auf Bräuche, oder?) ? Danke Dir & liebe Grüsse Katrin

  3. Das neue Buch bezieht sich nur auf den Ausschnitt des Heilens. Gute Bücher gibt es viele, aber wirklich zusammenfassend gibts wenig. Das liegt vielleicht auch in der Natur der Sache, jede Region hat ihre eigenen Bräuche. Sogar bei Weihnachten und Ostern veranstalten die Leute je nach Region völlig unterschiedliche Sachen, die die anderen wiederum nicht kennen. Da kann ich nur empfehlen: alles sammeln, was einem in die Quere kommt und interessant aussieht! 😉

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