Hexen und Vampire

Fotro

das gilt auch für´s Köpfchen

Ich fand dieses Schild in einer alten Fabrikhalle und ich fand es wunderbar. Runterfahren nach der Arbeit! Ich schwöre – Nigella sei Dank – mittlerweile auf die Vorfreude, etwas gutes zu Abend zu essen. Das muss irgend ein Urinstinkt sein, man hat automatisch das Gefühl, tagsüber erfolgreich gejagt zu haben. 😉

Zur Zeit erreichen mich viele Fragen, ich bitte um Verständnis, dass ich nicht alles beantworten kann, ihr wisst ja, wie das mit dem Tag und den 24 Stunden ist. Ein paar Sachen greife ich gerne auf und schreibe hier im Blog darüber.

*

Sehr süß fand ich eine Teeniefrage letztens, die sich im ersten Moment lustig anhört, aber sehr tiefschürfend ist, wenn man sie erstmal entfaltet:

Wie kann es sein, dass es Hexen gibt, wo es Vampire doch auch nicht wirklich gibt?

Das kommt daher, dass der Begriff Hexe zwei Bedeutungsebenen hat (oder auch noch ein paar mehr). Es gibt die Hexe als Bezeichnung für einen spirituellen Weg, den man geht. Das sind dann die sogenannten neuen Hexen.

Es gibt die Hexe in der Vorstellung der Volksmagie aber auch als Geistwesen, wie ein Drache oder eine Fee. Dann natürlich meist mit unerfreulichem Vorzeichen. Es gab diese Geister-Hexen, es gab aber auch die Vorstellung, dass manche Menschen sich in eine Hexe verwandeln können und dann ausfliegen. Kulturell weist das auf schamanische Wurzeln hin (der Seelenflug), die später dämonisiert wurden.

Natürlich war das auch eine aus großer Not geborene Erklärung für vieles in früheren Zeiten. Wenn man sich die Zeit der Hexenverfolgung mal anschaut: da gab es die Auseinandersetzungen um die Reformation, es gab den 30-Jährigen Krieg, der die Menschen tief traumatisierte, es gab die Kleine Eiszeit mit Hunger und Mißernten. Die Pest war gerade halbwegs überstanden und dann kam das alles. Das waren unheimlich harte Zeiten und wie das dann immer so ist: es wird ein Sündenbock dafür gesucht, irgendetwas muss doch schuld daran sein.

Generell sind wir heute fast schon in Watte gepackt (jedenfalls hierzulande) im Vergleich zu früher. Die Mutter von Albrecht Dürer hat zum Beispiel 18 Kinder bekommen, von denen nur drei überlebten. Das habe ich mal durch Zufall gelesen, so etwas bleibt immer im Hinterkopf hängen, weil man daran sieht, wie grundlegend anders es damals war und wie schwer es ist, diese Zeit aus heutiger Sicht begreifen zu wollen.

Übrigens in vielerlei Hinsicht, so gab es zum Beispiel bis ins 18. Jhd. hinein kirchliche Anweisungen, in denen Priestern der Kopf gewaschen wurde, dass sie doch bitte das Wahrsagen und die Zauberei für ihre Schäfchen einstellen sollen. Man muss also immer vorsichtig sein, nur weniges ist so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint und vieles werden wir nie sicher wissen.

So, jetzt bin ich mal wieder gehörig vom hundertsten ins tausendste gekommen. Vielen Dank für die Frage und den Mut, sie einfach mal zu stellen, es gibt schließlich keine dummen Fragen, wenn sie ernst gemeint sind, sondern höchstens dumme Antworten!

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Ein Gedanke zu „Hexen und Vampire

  1. Tatsächlich eine sehr berechtigte Frage und eine mindestens genau so gute Antwort!

    Liebe Grüsse
    Nicky

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