Teenie Hexen

Dann springen wir doch gleich mal rein ins Thema: Teenie Hexen. Gerne belächelt, oft vertröstet, aber warum eigentlich? Das hab ich noch nie verstanden, denn von Teenies bekomme ich nicht selten sehr tiefgründige Fragen gestellt und an ihrer Höflichkeit könnte sich mancher ein Beispiel nehmen.

Die meisten Teenies, die am Thema interessiert sind, sind etwa zwischen 12 und 16 Jahren alt, wenn ich mir die Zuschriften anschaue, die mich erreichen. In unserer Kultur ist es üblich ihnen zu sagen: Werd erstmal erwachsen, dann kannst du mitspielen. Aus rechtlichen Gründen muss auch ich das bei meinen Kursen sagen, einfach damit man volljährig ist.

Irgendwann hat es bei mir „klick“ gemacht und ich habe erkannt: da spielt sich etwas Uraltes ab, selbst in unserer medial überfluteten Zeit noch. Mensch bleibt eben Mensch. Das ist genau das Alter, in dem in vielen Kulturen die Phase der Initiation ins Erwachsensein und den spirituellen Weg stattfindet. Die Teenies spüren das unbewusst noch immer, sie haben diese tief im Menschen angelegten Bedürfnisse und was machen wir? Wir trauen ihnen nichts zu und sagen, sie müssten erst erwachsen werden, bevor sie sich spirituell entfalten dürfen.

Aber woher soll das kommen? Warum hilft ihnen niemand und sie müssen es sich irgendwie selbst zusammenzimmern? Warum lassen wir sie lieber beim Gläserrücken allein, als sie an die Hand zu nehmen und ihnen vernünftige spirituelle Möglichkeiten nahe zu bringen? Während sich die Erwachsenen nicht selten auch noch mächtig cool dabei vorkommen, die „Newbies“ nicht mitspielen zu lassen, anstatt ihrer natürlichen Aufgabe nachzukommen, Jüngeren Hilfestellungen und ein wenig Orientierung für ihre Wege zu bieten.

Die Eltern sind oft überfordert und machen sich im ersten Moment eher Sorgen: Womit befasst sich mein Kind da? Was ist da los? Ist das gefährlich? Viele Teenies verstecken sich, haben im Geheimen ihren Göttinnenaltar, ihre Bücher oder Krafttierfiguren und ähnliches. Ich empfehle ihnen, wenn möglich, offen zu bleiben den Eltern gegenüber.

Ihr müsst auch euren Eltern Zeit und Informationen geben, damit sie sich das in Ruhe anschauen können. Wenn Eltern noch nie Berührungspunkte damit hatten, betreten auch sie völliges Neuland und man kann nicht erwarten, dass sie gleich begeistert sind. Sie müssen sich erstmal ein eigenes Bild davon machen (das Buch „Hexen“ von Claire Singer bietet zum Beispiel einen guten, kompakten Überblick über die Geschichte und Entstehung des Hexentums).

Das braucht alles Zeit, Geduld und Offenheit von beiden Seiten, dann ist schon viel geschafft.

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9 Gedanken zu „Teenie Hexen

  1. Danke für diesen Beitrag, Claire!
    Ich lebe seit 2 Jahren das Hexentum (bin jetzt 17). Und in dieser Zeit habe ich oft viel Kritik bekommen von „Unwissenden“ (bzw. Leuten, die sich mit dem spirituellen Bereich des Heiden-und Hexenglaubens nicht so befassen) & auch von der anderen Seite, den Erfahrenen! Von denen hab ich zu hören bekommen, dass sie nicht mit mir darüber diskutieren wollen, bevor ich nicht volljährig wäre…und das hat mich furchtbar hibbelig werden lassen! Besonders im Bereich „Heidentum“ braucht es einiges an Aufklärung!
    Meine Eltern halten das, was ich praktiziere für „Kinderkram“ und halten nichts davon! Wenn ich mit ihnen ein offenes, objektives Gespräch über meine Spiritualität führen möchte, hören sie mir nicht zu und weichen aus. Sie halten das alles für „Spinnerei“ und angeblich wäre ich in eine Phase, wo es üblich sei, dass man sich vom Christentum (ja ich lebe in Italien und da sind alle mehr oder weniger urstkatholisch) abwendet! Ohne überhaupt über meinen Glauben bescheid zu wissen, meinen sie, sie wüssten es besser und sind sogar der Meinung, dass man dies alles verbieten lassen müsse! Sowas nenne ich Intoleranz! Auch die Verwandten sehen das Hexen-bzw Heidentum als lächerlich an und wenn ich sage, ich will nicht (mehr) in die Kirche hineinrennen, reagieren alle mit Kampfbereitschaft und glauben, ich sei auf den „falschen Weg“ gelandet.
    Meiner Meinung nach, hat jeder ein Recht sein Leben und seine Realität so zu gestalten, wie es ihr/ihm lieb ist! Wir leben in einem freien Land mit teilweise intoleranter Haltung von verschiedenen Seiten!

    Lg, Andreas

  2. Wahre Worte. Eine meiner Freundinen ist auch noch 16 Jahre jung und oft bekomm ich von anderen gesagt, ich solle doch nicht so viel Zeit mir ihr „verschwenden“ da sie eh noch nicht reif genug ist um ein ordentliches Jahreskreisfest zu feiern oder gar selbst Rituale zu führen.
    Da fragt man sich wirklich, was so schlimm daran ist noch jung zu sein?! Ich habe schon 15 jährige gesehen, die Reifer waren als manch 30 jähriger, aber hier soll das Alter ein Problem sein??
    Sowas kann ich einfach nicht verstehen…

  3. Manchmal kann es wirklich das Beste sein, darüber zu schweigen, einfach weil es einen zu sehr verletzen würde, wenn andere herablassend darüber reden – ganz besonders, wenn die anderen überhaupt nicht wissen, wovon sie da eigentlich reden.

    Man muss sich erstmal selbst finden und in dieser sensiblen Phase kann man es nicht gebrauchen, auch noch von anderen angegriffen zu werden. Es ist schon schwer genug, sich allein auf den Weg machen zu müssen, wobei es auch ein wunderbares Abenteuer sein kann. Lasst euch da nicht entmutigen.

    Ein bißchen was zum Schmunzeln an dieser Stelle, damit ihr seht, dass manche Leute einfach wahllos auf anderen herum hacken und man sich das nicht zu Herzen nehmen darf: sogar ich bekomme manchmal Zuschriften auf Youtube, die mit einem herablassenden „Du bist ja noch recht jung…“ beginnen. Ich bin 32 und habe mehrere Bücher zum Thema veröffentlicht. Das dazu. 😉 Für mich ist es einfach nur lustig, wenn jemand sowas schreibt. Allerdings: wenn man jünger ist, hat man diesen Abstand noch nicht, das wächst erst mit der Zeit. Wenn man spürt, dass man noch angreifbar ist, ist es oft besser zu schützen, was einem heilig ist und damit nicht zu sehr nach außen zu gehen.

    Reife hat übrigens wirklich nichts mit dem Alter zu tun. Ich bekomme manchmal Anfragen von Leuten über 50, die absoluter Kindergarten sind. Natürlich gewinnt man mit dem Alter an Erfahrung, aber wie meine über 90-jährige Oma sagt: „Alter ist kein Verdienst.“.

  4. Wenns nach den meisten Erwachsenen oder älteren geht, sind wir Teenies ja für alles zu jung, von der eigenen Meinung, bis hin zu Themen bei denen man ja in diesen „jungen“ Jahren noch gar nicht mit reden kann, weil man davon noch keine Ahnung haben kann.
    Aber ist nicht gerade das am Spannendsten, wofür man eigentlich zu „jung“ sein soll?

    Ich habe mich schon immer für das Thema interessiert, doch als mir vor 2 Jahren (ich bin 17) meine Beste Freundin eines deiner Bücher (in diesem Fall: „Basiswissen Weiße Magie“), mit den Worten: „Das wird dich sicher interessieren.“, empfohlen hat, wurde mein Interesse zu dem ganzen erst richtig geweckt.
    So locker und verständlich du zu dem Thema geschrieben hast, fand und finde ich toll, und nach dem ersten Buch, folgten schließlich alle anderen deiner Bücher.
    Zu Beginn war meine Mam skeptisch was das anging, denn ich hab kein Geheimnis daraus gemacht sondern stand von Anfang an dazu das ich eine Hexe bin, doch nachdem ich ihr genaueres darüber erzählte, fand sie es selbst spannend und hatte keinerlei Probleme damit.
    Meine Familie so, akzeptiert es mehr oder weniger, meinen Vater interessiert es nicht, meine Schwestern finden das Blödsinn und meine Verwandten sind da auch geteilter Meinung, doch es geht ja auch nicht darum was sie dazu sagen oder wie sie es finden.
    Klar hatte ich durch meine Offenheit ein paar Problemchen in der Schule, die von dummen Sprüchen jeglicher Art bis hin zu Anfeindungen gingen, trotz alledem hat es mich nur noch bestärkt, diesen Weg weiter zu gehen denn so war und bin ich nun mal und so kennen mich meine Freunde.
    Wo Mädchen in meinem Alter shoppen oder in einen Club gehen, streife ich lieber durch die Natur und lese, oder spiegle meine Gefühle in Gedichten wieder.

    Mir hat das Thema, der Glauben und das spirituelle in den letzten beiden Jahren geholfen und in vielen Dingen weiter gebracht, weswegen ich es nicht einmal bereut habe so offen damit umgegangen zu sein und mich damit befasst zu haben.

    Ich find es gut, das du das Thema mal angesprochen hast, denn viele von meinen Freunden die wissen das ich eine Hexe bin und meine Eltern es tolerieren, meinen immer gleich das ihre Eltern da bestimmt anders damit umgegangen wären.
    Gerade wenn die Eltern einen festen glauben an den Tag legen der in der Familie fest verankert ist, so dass sie nicht die Gelegenheit dazu bekommen, selbst zu entscheiden an was sie glauben und nur allzu oft kommt dann der berühmte Satz „Solange du deine Füße unter unseren Tisch stellst, dann…“
    Jeder sollte selbst entscheiden können an was er glaubt, welcher Religion er angehört, ohne gleich in eine Schiene gepresst zu werden und einen Willen aufgezwängt zu bekommen.
    Wir sind in einer Zeit, in der man solche Dinge viel Toleranter angehen und vor allem offener dem ganzen gegenüber stehen sollte, ohne Vorurteile , ohne das „Richtig oder Falsch?“ und dem ständigen Thema mit dem „passenden“ Alter.

  5. Liebe Claire und liebe KommentatorInnen, bin ja völlig geschockt zu lesen, dass so eine dünkelhafte Haltung aufs Alter bezogen in „Hexenkreisen“ an der Tagesordnung oder Salonfähig sein soll. Was ist das denn? kann ich mir nur durch egozentrischem „ach was sind wir toll, dass wir geheimwissen besitzen“ erklären, mit spirituellem Weg, Menschen- und Göttinliebe hat das meiner Meinung nach ja mal gar nix zu tun, hört sich wirklich ätzend an. Naja. Was solls. Ich habe niemanden aus dem Bereich kennengelernt, bevor ich auf Claires Bücher gestossen bin, irgendwie kann ich ja anscheinend fast froh sein, wenn sich die Subkultur so auszeichnet … 😦 – und ja, im Teenageralter ist man ja meist auch was ASW-fähigkeiten angeht, sehr offen, kann auf Kanälen kommunizieren, wos als Erwachsener erst mal nichts mehr geht, also, erhaltet Euch das und man kann nur hoffen, dann an gute Begleiter / Vorbilder zu kommen. Ich hätte mir das als Teenager gewünscht, hatte interessante Erlebnisse damals, die mir niemand geglaubt hat, und bin dann erst 20 Jahre später auf Claires Bücher gestossen 🙂 Schade um die Zeit, aber besser spät als nie … 🙂 Gruss an alle, Dominique

  6. @ Hexenadia, ich schließe mich deiner Meinung an. Das Alter sagt nicht viel über einen Menschen aus, jedoch dessen Lebensgewohnheiten. Viele sind mit 16 oder 18 reifer, als manch einer mit 30 Jahren. 😉

  7. Ich finde deinen Beitrag echt toll!
    Ich bin mittlerweile 25 und interessiere mich schon seit ich 11 bin für das Hexen- und Heidentum. Aber damals hatte ich leider keinerlei Ansprechpartner. Meine Eltern verstehen das Interesse bis heute nicht und für meine Schwester ( obwohl sie sich auch im Kinderalter dafür interessiert hat) tut es auch eher als Spinnerei ab. Aus diesem Grund, konfrontiere ich sie auch nicht mehr damit. Sie möchten davon nichts wissen und auch das muss man schließlich akzeptieren 🙂 Aber mein Freund, ist offen dafür und das ist mir schon sehr viel wert. Sein Interesse gilt eher dem Voodoo und Hoodoo und daher ist ihm das Magische nicht fremd.
    Allerdings wünschte ich mir, dass mich früher jemand an die Hand genommen hätte und nicht gesagt hätte werde erst mal 18 und dann kannst du mit uns reden. So etwas ist echt schade.

  8. Das kenn ich heute noch (mit 27 ).
    Mein erstes Buch war von Theana..vor 13 Jahren gabs nichts anderes.
    Das viele sich mit Geheimwissen ne Bühne bauen nervt mich auch.

    In meiner Familie wird es toleriert. Immerhin etwas…Nur meine Mutter feindet es immer wieder an . Dabei schweige ich mittlerweile darüber. Intressant ists das grade meine Mutter mich um Edelsteinrat fragt 😉

    Bleibt euch und euren Weg treu , Schwestern und Brüder aller Altersklassen, denn das ist nicht das wichtige sondern EURE Intension und Liebe für den alten Weg.
    blessed be )O(
    Veleda

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