die Männer

Das Thema habe ich schon lange im Blick fürs Blog: Männerspiritualität. In Interviews kommt eine Frage jedes Mal so sicher wie das Amen in der Kirche: „Aber Ihre Arbeit ist doch schon etwas, das vor allem Frauen betrifft?“.

Vor nicht allzu langer Zeit (ich sag´ mal sechs, sieben Jahre, über den Daumen gepeilt) war das tatsächlich so, aber mittlerweile steuere ich tatsächlich auf 50:50 zu. Manchmal wundert man sich auch. Der Tarotkurs zieht zum Beispiel auffallend viele Informatiker an, vielleicht liegt´s daran, dass es Karten „mit System“ sind?

Die Lenormandkarten sind wiederum bei Ingenieuren oder Leuten aus dem handwerklichen Bereich beliebt. Genau die Männer, die man im Alltag niemals meditativ mit einer schönen Tasse Tee vor einem Lenormandblatt vermuten würde. Mir erzählt nun auch nicht jeder, was er so arbeitet, trotzdem ist es manchmal überraschend, das so zu sehen.

Beim Kartenlegen sind die Themen im Großen und Ganzen dieselben, wie bei den Frauen. Auch Männer sind feinfühlige Wesen, die sich viele Gedanken machen. Nur eins ist anders: Männer (gerade wenn sie gut situiert sind) haben Sorge, nur wegen des Geldes gemocht zu werden und da bei Frauen die Frage: „Hat mein Neuer denn Geld?“ noch immer eine Rolle spielt, ist das wohl nicht ganz unberechtigt, aber das nur am Rande.

Ich erlebe oft Mütter von Tennie-Söhnen, die ihren Jungs gerne etwas Sinnhaftes mitgeben möchten, aber einfach nichts finden, das für junge Männer geeignet ist. Es fehlen die Vorgänger auf dem Weg. Genauso fragen mich Männer jeden Alters, ob ich nicht irgend etwas wüsste in Richtung Männerspiritualität (Buchtipp s. unten).

Viele Männer finden klischeehaft auf archaisch getrimmte Mannbarkeitsgeschichten eher fragwürdig, man kann es ihnen nicht verdenken. Aber sie sehen natürlich, dass wir Frauen auf unserem Weg schon einiges erreicht haben. Anfangs belächelt und bekämpft, mittlerweile aber unübersehbar und das weckt Sehnsüchte nach der eigenen Lebendigkeit. Ich kenne kaum einen Mann, der in den starren und gefühlsarmen Rollenerwartungen, die bis heute an Männer gestellt werden, wirklich glücklich wäre.

Versteht mich nicht falsch, ich finde dass es grundsätzlich ein gemeinsamer Weg ist, aber es ist auch so, dass sowohl Frauen- als auch Männerwege zusätzlich wichtig sind. Nicht um irgendwelche Rollenklischees zu bekräftigen, sondern im Gegenteil, vielleicht eher um sie zu hinterfragen und sich als Mensch zu finden.

Frauen können nicht die Wege für Männer finden, das müssen die Männer selbst machen und es wird sicher nicht weniger verwirrend, spannend und erkenntnisreich, als es bei den Frauen ist.

Vor einer Weile guckte ich abends arte und da kam ein Bericht über einen Mann, dessen Arbeit ich klasse fand. Er heißt Stefan Wolff und hat auch ein Buch geschrieben: „Wie Phoenix aus der Asche“. Die Männer aus meinem Umfeld, die sich für so etwas interessieren und es gelesen haben, fanden es einhellig gut. Nicht jedem gefiel alles, aber sie fanden den Ansatz gut. Vielleicht ist das für manche etwas zum Weiterlesen, daher gebe ich es gerne als Tipp weiter. Und falls ihr noch etwas wisst: Nur heraus damit!

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4 Gedanken zu „die Männer

  1. Hey Claire! Ich finds super, dass du das Thema auch schon mal angesprochen hast! Ich geh so in den Buchladen und finde ein paar Bücher über das Hexentum! Ich schau wer sie jeweils geschrieben hat und da haben wir’s: alles nur Frauen! Dann, das „unwichtige“ Regal weiter unten in der Ecke! Schamanismus und Voodoo-Praxis! Vorwiegend von männlichen Autoren besetzt! Das Hexentum scheint wohl Kerle (mich ausgenommen) nicht so unbedingt zu interessieren. Oder hat sich da bloß noch kein Mann rangewagt? Ich als Hexer tu mich da immer schwer, überhaupt auch mal allgemein-spirituelle Bücher zu finden. Meist steh ich als männliche Person allein am Esoterik-Buch-Regal 😉

    Ich glaub (um nochmal zum Hexentum zurückzukommen) da tun sich die Leute untereinander schon schwer, ob man „Hexe“ für beide Geschlechter oder für den männlichen Teil, dann doch „Hexer“ als Begriff verwenden sollte! 😆

    Lg, Andreas Vindsvalur Noctuam!

    Ps: *vielleicht kannst du ja mal ein Video darüber machen*

  2. Mit der Zeit wird das mit den Definitionen sowieso immer schwieriger, weil der Weg die Führung übernimmt. So geht es mir zumindest, man wird ja immer mal gefragt „wie man sich definiert“ und ich kann dazu nichts antworten, ich folge einfach dem, was mich ruft. Das würde ich auch generell empfehlen: Gucken, wo es einen hintreibt und was sich wirklich lebendig anfühlt, dann kommt man dem eigenen Weg auf die Spur.

    Nach allem, was ich so hören, kaufen die meisten Männer online ihre Bücher, das macht es vom Gefühl her einfacher.

    Das wäre auch mal ein spannendes Thema für ein Video, ich merke es mir mal vor. Dieses Jahr bin ich nochmal sehr beim Schreiben eingespannt, aber ab nächstem Jahr gibts auch bei Youtube wieder mehr.

  3. Hallo Caire , hallo Andreas.
    Ich als Mann kenne dieses Phänomen schon auch das es für Männer zu wenige ( nur Typ Spezifische) Spirituelle Männerbücher gibt.
    Aber ich muss dazu sagen, das die Bücher (die von Männer geschrieben sind) die mir sehr gefallen einfach für den Menschen sind.
    Und es gibt viele gute Bücher davon, also nehmen wie mal Eckart Tolle.
    Ich mag ihn sehr, in meinem Umfeld gibt es viele die verstehen kein Wort.
    Nein wirklich, die hören zu und sagen…was zum Teufel will der???
    Versteht mich nicht falsch, es gibt kein richtig oder falsch, aber das die Frauen uns sozusagen überholt haben in diesen Thema sehe ich nicht umbedingt.
    Ich glaube jeder geht anders mit dem individuellen Glauben um und die Männer in meinem Umfeld wir müssen einfach erfinderischer sein.
    Zum Beispiel das Buch von Luisa Francia, Mond, Tanz, Magie ist ja für die Frauen geschrieben.
    Aber sind wir mal ehrlich, mit ein Bisschen Fantasie und mit der Hilfe von oben kann man die Tänze sehr gut ableiten für das Männliche Geschlecht.
    Und einen Erfinderischen Geist sollte man in meinen Augen sowieso haben, es gibt doch in der Magie und im Leben nichts langweiligeres als Spiegelneuronisch alles nachzumachen.
    Auch das Büchlein Donnerseele ( eine Trommelreise zu den männlicher Archetypen) ist auch nicht schlecht.
    Es werden die zehn Männlichen Archetypen vorgestellt mit dazugehörigen Komponierten Lider.
    Das Buch von Stefan Wolf, Wie Phönix aus der Asche , hat mir auch gefallen, nicht alles aber das ist ja immer so.
    Auch bei Eckart Tolle gibt es Themas oder Grundvorstellungen die mir persönlich nicht dienen, aber das ist ja immer Individuell (weil wir individuell sind.)
    Was ich etwas schade finde, sind diese Klischees in den Köpfen von ( Spirituellen) Menschen.
    Das Wort Mann!, klingt schon fast wie ein Fluchwort.
    Wir leben in einer Männerwelt? Eigentlich leben wir in einer Welt mit den negativen Aspekten des Mannes.
    Denn ein ganzer Mann in meinen Augen würde fühlen, sich anders ausdrücken und Handeln.
    Der negative Aspekt der Männliche (Energie) , schliesst aus und zwar alles was anders, schwächer oder eine Gefahr für seine unterentwickelte Existenz ist.
    Z. B. Frauen, alte Menschen, Behinderte, Transsexuelle, Homesexuelle, Kinder manchmal auch.

    Was ich sagen möchte viele Männer suchen in sich Anteile die irgendwann verloren gegangen sind, sie möchten zurückintegriert werden, er weiss noch nicht in wie weit in das verändern wird, aber sie fühlen das dort die Lebendigkeit und die tiefe ihrer Person liegt.
    Als ganze Frau gehört ja auch das wilde, unbeugsame und Zornige und das sind natürliche Eigenschaften.
    Ich beobachte wir lernen voneinander und wir brauchen darum ein sicheres Umfeld wo wir mit diesen internen Veränderungen experimentieren dürfen bevor wir sie zurückerobern und verankern können.
    Ich komme auf den Punkt zurück, ich habe es nicht gerne als Mann in den gleichen Topf reingeschmissen zu werden mit allen anderen ( so einfach geht das nicht).
    Ich sehe diese ganzwerdung bei meinen Klienten schon seit längerem und auf beiden Seiten werden grenzen gesprengt weil sie erkennen die einzig ausgegrenzten sind sie selber.

    Ach ja die Bücher von Phillip Carr- Gomm sind ja auch sehr schön und es gibt ein Paar nur für Männer.

    Grüssse Francisco

  4. So ist es: es gibt „die“ Männer genauso wenig wie „die“ Frauen.

    Und auch Männer haben ein enges gesellschaftliches Korsett, genau das wird ihnen immer bewusster. Ich sehe das gerade im Bekanntenkreis, wo die Familie eines Kumpels nicht darauf klar kommt, dass er Vegetarier geworden ist und es ihm ernst damit ist.

    Was man einer Frau noch als Marotte durchgehen lässt (sie ist doch so tierlieb), wird beim Mann schnell mal mit agressiven Untertönen abgewertet, um ihn wieder in seine vorgegebene, „männliche“ Rolle zu drängen, denn ein „echter“ Mann ißt eben Fleisch.

    Das ist jetzt nur ein Beispiel unter vielen, aber auch bei Männern ist das Umfeld oft ganz schnell hinterher, wenn sie wirklich mal was anders machen wollen und will sie zurück in alte Rollenklischees drängen.

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