der Herzensweg

Zu dem Thema wollte ich schon lange mal schreiben, ich höre oft: Du bist so wunderbar undogmatisch in der Herangehensweise! Andere Leute finden das allerdings kein bißchen wunderbar, sondern meinen, so etwas würde leicht „wischi-waschi“ werden und man würde „es sich zu leicht machen“, wenn man frei und undogmatisch arbeitet.

Ich muss immer schmunzeln, wenn ich „es sich zu leicht machen“ höre. Unser heutiges Leben ist ja noch nicht kompliziert genug. Packen wir noch eine Schippe drauf, das macht es bestimmt einfacher! Aber Spaß beiseite: im Grunde seines Herzens weiß jeder, dass alle wirklich tiefen Wahrheiten im Leben einfach sind. Man kommt nicht immer einfach heran, aber wenn man sie erstmal gefunden hat, sind sie unkompliziert und klar.

Nun, ich glaube da gibt es ein grundlegendes Mißverständnis. Vielleicht sind es auch zwei. 😉

Frei zu arbeiten bedeutet nicht, dass man sich keine Mühe gibt und lieblos irgendwas zusammenzimmert. Das ist Mißverständnis Nummer eins.

Mißverständnis Nummer zwei ist, dass nur was unter Entbehrungen gewonnen wurde, auch wertvoll wäre. Das ist eine durch und durch kapitalistische Denkweise, aber im Spirituellen läuft das etwas anders. Da strampelt man sich manchmal ab und nichts passiert. Und ein anderes Mal fliegt einem einfach zu, wonach man noch nicht mal gesucht hatte. Es ist einfach da und wie aus dem Nichts öffnet sich eine Tür.

Frei zu arbeiten ist nicht automatisch einfach. Wer Dogmen und starre Vorgaben hat, hat es deutlich leichter. Der Herzensweg ist auch ein Weg der Zweifel, man braucht Mut dazu und manchmal eine gute Portion Zähigkeit. Man muss Unklarheiten aushalten können und kann sich nicht hinter Regeln verstecken.

Feste Regeln haben schon auch ihren Wert, so ist es nicht. Gerade für Anfänger sind sie eine gute Wahl (wenn man sie wählen möchte, was man immer noch selbst entscheidet), damit sie erst einmal Boden unter die Füße bekommen, bevor sie loslaufen.

Außerdem ist es sinnvoll von anderen zu lernen. Es muss nicht jeder das Rad neu erfinden. Wobei letztendlich dann doch wieder jeder für sich im Inneren das Rad neu erfinden bzw. erfühlen muss. Man kann vieles mit dem Kopf lernen, aber so richtig lebendig wird es erst im Herzen, wenn man es nicht nur denkt, sondern auch fühlt.

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Ein Gedanke zu „der Herzensweg

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