ein Blick in die magische Geschichte

1

die gute alte Zeit – oft so anders als erwartet

(Bild: der ganzheitliche, hermetische Mensch
aus: „Dritter Pitagorischer Sinodas von der verborgenen Weisheit“, 17. Jhd)

Ist es nicht schön, wenn man jemanden kennt, der ebenfalls für die Geschichte der Magie interessiert? Zusammen findet man mehr heraus und ein guter Freund hat in Bayern etwas bemerkenswertes ausgegraben, so dass dieser Blogbeitrag von uns beiden stammt.

Die Rede ist von mittelalterlichen Zauberbüchern, zum Beispiel das Liber incantatum, exorcismorum et fascinationum variarum . Ein paar Beispiele daraus:

Hier sieht man ein Pentagramm, das Schwert als magische Waffe und vier undefinierbare Symbole für die Himmelsrichtungen. Osten ist oben, die Namen in den Kreisen sind Dämonennamen.

Nicht alles ist unmittelbar nachvollziehbar: dieses Bild sieht aus wie ein tibetisches Mandala. In der Mitte steht „Locus Magistri“, an diesem Ort steht der Magister, der Magier (Meister).

Hier nochmal was Schönes mit Pentagrammen. Der Kreis diente wie heute einerseits dem Schutz des Magiers vor den angerufenen Dämonen, andererseits der Konzentration von Energie. Auf diesem Bild steht rechts oben: Esto Altissimus Unus Eternus Amen = Ich bin der Höchste, der Einzige, der Ewige Amen. Diese Magier haben nicht selber beschworen, sondern immer durch die Kraft Gottes.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

1. Exorzismus und Dämonenanrufung liegen nahe beinander, beim einen vertreibt man sie und beim anderen versucht man sie dienstbar zu machen. In beiden Fällen wurden Texte verwendet die relativ nahe an der kirchlichen Liturgie lagen, z.B. Anrufungen der Dreifaltigkeit, Erinnerungen an Wunder von Jesus, die Apostel etc. etc.
2. Aus (1) und dem Umstand dass eine der größten damals des Lesens und des Latein kundige Personengruppe der Klerus war, ergibt sich dass mit Sicherheit Teile des Klerus Dämonenmagie betrieben haben und auf diesem Sektor auch Bücher verfasst haben. Einer der bekanntesten Männer dieser Szene ist der deutsche Abt Johannes Trithemius, der u.a. alchemistische Schriften verfasst hat.
Weil das natürlich verboten war, fehlen bei fast jedem Zauberbuch die ersten Seiten, die mit Autor, Titel und Inhalt.
3. Niemand, weder die Kirche die solche Aktivitäten verfolgt hat, noch die Leute die sie betrieben haben, haben daran gezweifelt dass Magie funktioniert.
4. Dämonenmagie kann leicht schiefgehen, nach Ansicht des Autors macht das einen Teil des Reizes aus. Eine Art „Spiel mit dem Feuer“.
5. Magische Kreise, Pentagramme etc. waren damals bekannt und ihr Gebrauch hat sich von dem heutigen nicht wesentlich unterschieden. Das bedeutet dass diese Form der Ritualmagie nicht z.B. eine Erfindung von Crowley oder Gardner ist, sondern tatsächlich eine alte Tradition die mindestens bis in die Zeit der ersten Bücher (Hochmittelalter) zurückreicht. Ein Traditionsstrom.
Das stimmt auch mit den Forschungen von Prof. Margarethe Ruff überein, die in ihrem Buch „Zauberpraktiken als Lebenshilfe, Magie vom Mittelalter bis heute“ darauf verweist, dass die Pfarrer nicht selten auch Zauberer waren und es von Seiten der Kirche zahlreiche Erlässe gab, in denen sie aufgefordert wurden, endlich mit der Magie und dem Wahrsagen aufzuhören.
Woran sie sich wohl nur selten gehalten haben, nicht zuletzt auch deshalb, weil ihre Schäfchen das von ihnen erwartet haben (behextes Vieh behandeln, Pech bannen usw.). Das einfache Volk wollte Priester im alten Sinne, die nicht nur reden, sondern auch praktisch etwas zuwege bringen, wenn Not am Mann ist.
Das einfache Volk hat seine einfache Sympathiemagie gemacht und teilweiswe auch Überreste schamanischer Techniken verwendet (im ehemaligen Ostblock und auf dem Balkan noch mehr als bei uns), aber wer konnte damals schon Latein oder hebräische Zeichen lesen, wie sie in den Zauberbüchern (und später auch in der magischen Hausväter-Literatur, wie dem sog. „6. und 7. Buch Moses“) stehen? Da bleibt nur eine Gruppe von „Verdächtigen“ übrig…
Advertisements

Ein Gedanke zu „ein Blick in die magische Geschichte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s