Traumbuch & interessantes zum Kartenlegen

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Was alte Bücher über Magie und das Wahrsagen betrifft bin ich ein Trüffelschwein im Standby und das hat mir jetzt dieses schöne Buch beschert, angeblich aus den 50ern, aber das Titelbild und die Frakturschrift im Inneren lassen einen eher an die 20er denken, vielleicht ist es eine unveränderte Neuauflage. Auch das Wort „Kartenschlagen“ fürs Kartenlegen kommt noch eher aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg.

Hm, ich frage mich, ob es sich mit diesem Titelbild wirklich gut verkauft hat…

Ich werde es mir in Ruhe zu Gemüte führen, habe aber schon eine interessante Entdeckung gemacht. Beim „Kartenschlagen“ wird in diesem Buch nämlich nicht mit dem Skat-System (also die 7 bis 10 bei den Zahlenkarten und dann die Hofkarten und das As) und auch nicht mit dem Spielkarten-System (alle Zahlenkarten von As bis 10 dabei) gearbeitet, sondern von der 6 bis zur 10 und dann die Hofkarten und das As.

Das ist so interessant, weil es mit den Zahlenkarten auf den Lenormandkarten (die ebenfalls von 6 bis 10 gehen) übereinstimmt und ich – Teilnehmer meines Lenormandkurses wissen das 😉 – schon lange grübele, warum die Zahlenkarten da drauf sind, wenn weder das Skat-System, noch das Spielkarten-System mit dem „ab der 6“-System übereinstimmen.

Ich habe das für einen damaligen Marketing-Schachzug gehalten, um die Lenormandkarten populär zu machen, denn das Kartenlegen mit Spiel- oder Skatkarten war ja schon lange bekannt. Und nun sehe ich in diesem Buch, dass es tatsächlich ein System „ab der 6“ gegeben haben muss, was in der Gesamtzahl der Karten perfekt mit den 36 Lenormandkarten übereinstimmt.

Mal schauen, ob sich da noch mehr herausfinden lässt, das ist ein unverhoffter Zufallsfund und es könnte einiges erklären in Bezug auf die Lenormand-Decks, die mit Zahlenkarten versehen sind.

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2 Gedanken zu „Traumbuch & interessantes zum Kartenlegen

  1. Liebe Claire,

    ich kenne das aus Russland auch so, dort werden mehrheitlich die Zahlenkarten ab 6 bis 10 mit Hofkarten und As zum Kartenlegen verwendet… Heute sind Lenormand und Tarot auch sehr verbreitet, aber aus meiner Kindheit kenne ich vor allem die Spielkarten… Eine interessante Parallele! Es gibt ja sehr viele französische Einflüsse auf die russische Kultur, vielleicht ist dies einer davon? Spannend, dem nachzugehen!

    Liebe Grüße,

    Elena

  2. Hallo Elena,

    danke für den Hinweis! Ich liebe so etwas auch, da wird die innere Miss Marple wach und man möchte die Zusammenhänge ergründen. 😉

    Spirituelles Wissen wurde in ganz Europa ausgetauscht. Allein schon durch die vielen Kriege, Vertreibungen und Wanderungen, aber natürlich auch durch den Handel. Im Grunde hat Europa zwar in jeder Ecke seine eigenen Traditionen, aber es gibt auch einen gemeinsamen Weisheitsstrang, der durch den ständigen Austausch des Wissens entstanden ist.

    Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jhd. herum befanden sich zum Beispiel einige Russen, die sich spirituellen Dingen gewidmet haben, in Paris, da gab es eine lebhafte Verschmelzung des Wissens, auch in okkulten Kreisen.

    Das deutsche System ab der 7 zu zählen kam mit den Skatkarten auf, aber die sind gerade einmal 200 Jahre alt (1813 kam das erste Deck heraus) und die ersten Lenormandkarten erschienen 1843. Das sind gerade mal 30 Jahre Unterschied und in den wenigsten Ländern kennt man unser Skatspiel, es ist also wahrscheinlich, dass der Vergleich mit den deutschen Skatkarten von Grund auf hinkt, weil sie in Frankreich kein Mensch kannte.

    Liebe Grüße, Claire

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