die Liebe…

Manchmal sind die Dinge gar nicht so einfach, beim Kartenlegen merkt man das immer wieder, speziell in der Liebe. Meine Kunden schmunzeln immer, wenn ich sage, dass das Hauptproblem in der Liebe ist, dass zwei verschiedene Menschen aufeinandertreffen. 😉 Aber so ist es ja wirklich!

Letztens gab es einen Fall in meinem Freundeskreis, wo die Karten ganz stark in die Vergangenheit gedeutet haben. Was dabei herauskam, war wirklich spannend und ich darf (natürlich namenlos) hier darüber schreiben, es veranschaulicht so gut, wie man sich kennt und manchmal doch nicht kennt.

In längeren Beziehungen gibt´s immer mal Streit, aber das Problem in diesem Fall war: wenn sie es runterkochen wollte, wurde er erst recht sauer und es wurde immer verstrickter. Die beiden standen immer wieder an diesem Punkt, was also tun? Da die Karten so sehr auf die Vergangenheit verwiesen, gingen beide in die Tiefe und fanden dort die Wurzel des Übels.

Sie kann als eher ruhige und sanfte Frau Streit überhaupt nicht ausstehen und wollte lieber später ruhig und sachlich darüber reden. Deshalb zog sie sich zurück und sagte erstmal gar nicht viel, weil es ihr klüger erschien weiterzureden, wenn beide runtergekocht sind.

Er wiederum ist (das war also die besagte Geschichte in Vergangenheit, die es zu finden galt) in einer Familie aufgewachsen, in der Schweigen und Rückzug als Strafe benutzt wurden. War er als Kind nicht „artig“ wurde er wie Luft behandelt, noch nicht mal ignoriert sozusagen.

Manchmal denke ich generell: Die Strafen von damals machen die Beziehungsprobleme von heute aus.

Das Problem hinter dem Problem (und es ist selten das Offensichtliche, das in der Liebe hakt) war also, dass sobald sie ruhig wurde, er sich bestraft fühlte und erst recht sauer wurde. Es löste direkt die alten Muster aus der Kindheit aus. Was sie als Besonnenheit empfand, kam bei ihm als Abstrafen an.

So einfach und doch so schwierig kann das sein. Dieselbe Situation und doch zwei völlig unterschiedliche Deutungen. In der Liebe ist es nie verkehrt davon auszugehen, dass man den anderen kennt, aber trotzdem nicht alles weiß. So erhält man sich die nötige Offenheit für all die Dinge, die ganz anders sind, als man zuerst dachte.

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4 Gedanken zu „die Liebe…

  1. Genau diese Probleme werden auch in Aufstellungen (ich distanziere mich hier ausdrücklich von Hellinger; ich vertrete die Richtung der amerik. Familientherapeutin Virginia Satir) bewusst gemacht – diese alten Prägungen, Glaubenssätze- und Muster. Wir wissen oft gar nicht, nach welchen (Familien-) Regeln wir funktionieren, eben auch weil diese in der Vergangenheit nie ausgesprochen wurden. Diese „Gespenster der Vergangenheit“ machen Beziehungen, egal ob Partnerschaft oder Arbeit, mitunter sehr schwierig. Faszinierend ist, dass selbst diese Verstrickungen im Kartenbild deutlich werden.

  2. Aufstellungen sind nicht gleich Aufstellungen! Ich weiss z.B. von meiner Freundin mit dem Essproblem, dass sie in der Klinik Gefühle „aufgestellt“ haben und das eine völlig neue Ebene des Erkennens öffnet (eben nicht nur mit dem Kopf, sondern Körpergefühl, Geist und Seele gleichzeitig).

    Auch wenn gerne gesagt wird dass reden und nachdenken alles lösen können, an die wirklichen Wurzeln kommt man erst durch Gefühle, Bilder (da setzen auch die Karten an) und dieses Zwischenreich aus Körperempfinden, Symbolen, Gefühlen und diesen Momenten, wenn einem plötzlich ein Licht aufgeht.

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