Noch zum Voodoo, den Göttinnen und alten Traditionen

Meine LeserInnen haben ihre Augen überall 😉 und ich danke M., dass sie mir den Link zu diesem kleinen Beitrag auf 3sat zum Thema zugesendet hat, mit dem Fotografen und Filmemacher Henning Christoph, der Deutschlands einziges Voodoo-Museum leitet.

Ich sehe es so (weil ich das manchmal gefragt werde): ich lerne überall, wo es für mich etwas zu lernen gibt.

Da ich in einem Gebiet lebe, in dem die ursprünglichen Naturreligionen jahrhundertelang radikal niedergemacht wurde, geht mein Blick also zu den Resten, die ich trotz allem noch finden kann und zu denen, die mehr erhalten konnten oder die es sogar geschafft haben, die ursprünglichen Traditionen ganz zu bewahren.

Es ist lernen, erspüren, wieder finden und zwischen den Zeilen lesen.

Trotzdem ist da manchmal natürlich dieser Stich im Herzen, dass bei uns so viel weggebrochen ist, dass es so heftig (Stichwort Hexenprozesse) verfolgt wurde, dass es so gnadenlos war und unsere Wurzeln mit aller Macht abgehackt wurden, die wir heute dringender als je zuvor brauchen, um etwas zu haben, in dem wir Zuhause sind.

Damit meine ich keine kitschigen Rekonstruktionen einer idealisierten Vergangenheit, bitte nicht falsch verstehen. Aber manchmal kommt es einem vor, als würde man in einem leergefischten Meer die Netze auswerfen und mit Glück immer mal etwas ursprüngliches erhaschen, während andere ihre Gewässer noch voller schillernder Fische haben.

Das war witzig, in der Nacht nach dem letzten Eintrag über die Hexen träumte ich von Frauen, die einen Bastelladen hatten und darin Amulette aus roten Stoffen, Bändern und Dekorationen machten.

An den Amuletten hingen kleine, rote Fische aus Stoff (Fische sind uralte Symbole des Weiblichen und der Fruchtbarkeit, was sich bis heute z.B. im Silvesterkarpfen erhalten hat, dessen Schuppen im Geldbeutel dafür sorgen, dass das Geld im neuen Jahr nicht ausgeht oder in den Fischgerichten, die bei keiner russischen Hochzeit fehlen dürfen).

Eine Stimme sagte: „Das sind Liliths Fische, mit denen Frauen Fruchtbarkeit in ihr Leben rufen können. Die Fische lange waren da, bevor sie vom Christentum (Ichthys) vereinnahmt wurden. Nutzt sie!“. Ich wachte auf und mein erster Gedanke war: Von wegen Kinderfresserin, die Göttin ist das Leben (zu dem der Tod dazu gehört).

Ja, diese Themen gehen zur Zeit herum bei mir und wie ich sehe auch bei vielen anderen. Ich denke das wird noch viel Gutes anstoßen.

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3 Gedanken zu „Noch zum Voodoo, den Göttinnen und alten Traditionen

  1. Lilith ist bei mir auch immer wieder Thema. Sie ist ambivalent, zumindest für mich. Ich habe mal nachgeschaut, was sie in meinem Horoskop so treibt – da steht sie im Skorpion, ach deshalb 😉 Lilith behandle ich mit Samthandschuhen und viel Respekt, wir treffen uns immer nur an der Schwelle. Sie verkörpert für mich den völligen Wegfall gesellschaftlicher Normen und Verpflichtungen, was auch sehr erschreckende Formen annehmen kann. Aber andererseits gibt es keine, der ich mehr vertraue, wenn es um Gerechtigkeit bei Frauenthemen geht und zugleich mag ich die Vorstellung, dass sie sich für nichts entschuldigt (was Altherrenfraktionen angeht).

  2. Oh ja, es sind Urkräfte, damit spielt man nicht. Und trotzdem ist es wichtig sie immer wieder zu vergegenwärtigen, sich daran zu erinnern und eine Prise ihrer Energie zu rufen, wenn man sie braucht.

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