Zeit für Spirituelles finden

In den Kursen ist das gerade ein großes Thema und glaubt mal nicht, dass man als Profi nicht auch hin und wieder überlegen müsste. Da geht´s den Menschen wie den Leuten. 😉

Wie bei allem gibt es da keine Patentrezepte, aber oft ist es einfach zu viel, was in einem Tag drinsteckt. Und wenn es noch so viele Ratgeber zum Thema Zeitmanagement gibt, davon bekommt der Tag keine einzige Minute mehr.

Ich sehe schlaue Sprüche wie: „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben.“ mittlerweile eher skeptisch. Wenn es immer mehr wird, rennt man wie ein Hamster im Rad, das hat mit „Leben“ dann nichts mehr viel zu tun.

Da steckt dahinter: wenn du perfekt genug bist, dann kriegst du das alles gebacken, es ist doch toll so viel zu machen! Und was du dabei alles erlebst! Das ist ja auch schön und gut, wer erlebt nicht gerne etwas? Aber wenn es insgesamt zu viel wird, wird es Druck und der wirkt alles andere als belebend.

 

Womit wir wieder bei der eigentlichen Frage wären. Die einzige stimmige Antwort, die ich bisher darauf gefunden habe ist: weniger machen. Ausmisten. Den Tag durchgehen, die eigenen Vorstellungen durchgehen und realistisch planen. Und vor allem (das war dann doch mal ein guter Tipp aus einem Zeit-Ratgeber): Puffer einplanen! Wir wissen doch alle, dass die Dinge gerne ein bißchen anders laufen, als man es gedacht hatte.

Am schwierigsten ist (gerade in der heutigen Mentalität) das Runterschrauben von Dingen. Man muss ja nicht gleich alles über Bord werfen, aber man muss entscheiden, was einem wie wichtig ist. Und das bedeutet auch, dass manches kleiner werden muss. Was normalerweise überhaupt kein Problem wäre, wenn nicht überall in den Medien dieses Übermenschenbild wäre.

Da kann man schonmal das Gefühl bekommen: Verdammt, die kriegen das doch auch alles hin. Und was die alles machen! Bei Facebook kann man´s ja nachlesen! Natürlich weiß man eigentlich, wie viel davon Fassade ist. Jeder weiß, dass z.B. die vielbeschäftigsten Stars von den Medien bis zur Politik, die natürlich auch noch ganz tolle Eltern, engagierte Bürger usw. sein wollen, damit eine professionelle Fassade zeigen – und ganz nebenbei ein Heer von Assistenten haben, die uns Normalsterblichen nicht zur Verfügung stehen.

Aber irgendeine Stelle im Hirn scheint das beharrlich zu ignorieren, sieht nur das Bild und will auch so toll und dynamisch sein. Wenigstens ein bißchen. Vermutlich ist das irgendein kleiner, archaischer Zipfel, der eigentlich für den Vergleich der Größe des Mammutbraten-Stücks zuständig war und heute dummerweise an Photoshop kleben bleibt.

 

Es gibt nicht ohne Grund das alte Sprichwort: Der Vergleich ist vom Teufel gemacht. Da so viele Leute Zeitprobleme haben, kann es keine rein individuelle „Schwäche“ sein, das muss schon tiefer Hintergründe haben.

Aber lösen muss man es letztendlich für sich: Prioritäten setzen, überhaupt erstmal bewusst und ohne Scheuklappen darüber nachdenken. Die eigene, kleine Eitelkeit beiseite schieben (Ich schaffe das alles! Doch, echt! Ich bin so toll, ich krieg das alles gewuppt.) und auf wundersame Weise wird auf einmal Zeit frei. Vielleicht nicht so viel, wie man es sich wünschen würde, aber ein Anfang ist gemacht.

Der Alltag wird kommen. Er wird sich wieder die Zeit schnappen. Man wird wieder anfangen nachzudenken – das ist ganz normal. Aber es gibt Möglichkeiten und wenn man eine Weile dranbleibt, entdeckt man langsam mehr davon.

 

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6 Gedanken zu „Zeit für Spirituelles finden

  1. Hallo Claire! Bei mir in der Umgebung haben zur Zeit auch sehr viele das Gefühl, dass die Zeit viel schneller vergeht als sonst. Als ob die Tage einfach weniger Stunden haben. Gerade am Anfang des Jahres war es extrem. Die Apokalyptischen Reiter (also die Band) habe einen schönen Song zum Thema: Die Zeit. Das passt da ganz gut.

  2. Zeit finden… da sagst du was 🙂 Und ich habe auch das Gefühl, wenn man endlich die Zeit hat, kommt man nicht zur Ruhe und es klappt einfach nicht, weil man im Hinterkopf noch so viele Dinge hat, die einen treiben und jagen.

  3. Oh ja! 🙂 Man kann nicht von sich erwarten, dass man gleich runterkommen kann.
    In unserer Kultur ist “etwas zu tun haben” und ständig “beschäftigt sein” eine so starke Leitidee geworden, dass entspannen (eigentlich machen Körper und Geist das ja ganz von alleine) tatsächlich erstmal wieder gelernt werden muss.

  4. Hallo Claire
    vielen Dank für den tollen Kommentar. Wir bauen gerade einen alten Resthof um und da läuft auch nicht alles wie geplant. Er kam gerade zur rechten Zeit,dein Beitrag ,so weiss ich nun, alles wird richtig, mehr Geduld und auf das momentan wesentliche reduzieren. Dafür meinen Dank !
    beste Grüße
    Bella

  5. Danke für diesen Betrag!
    Prioritäten (durch-)setzen ist echt schwer.
    Ich wünschte ich käme endlich dazu mich mit Deinem Kursmaterial zu beschäftigen. Das würde mir so gut tun…

    LG, Amira

  6. Hallo Claire,
    ich stelle immer wieder fest, wie oft Du gerade über Themen schreibst, die mich (und sicher noch viele) gerade stark berühren. Ich habe beruflich viel mit Entspannung zu tun und bin selbst meist recht gelassen und relaxt, aber zur Zeit werde ich einfach eine hartneckige Erkältung nicht los und spüre, dass ich zu viel arbeite und mich verzettele. In der Wohnung hab ich schon Frühjahrsausräumen gemacht – nun kommt mein Arbeitstag an die Reihe. Ich muss ja nicht immer bienenfleißig sein – basta!
    Ganz liebe Grüße
    Helga

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