Aberglaube rund ums Kartenlegen

Ich wollte nicht einfach so mit einem neuen Eintrag beginnen, die schlimmen Nachrichten habe ich natürlich auch gesehen.

Viele wissen jetzt alles ganz genau und so mancher hat eine Meinung. Auch wenn ich damit hoffnungslos altmodisch bin: ich finde der Anstand gebietet es sich zurückzunehmen, in Anbetracht von so viel Leid. Und genau das tue ich auch.

 * * *

In letzter Zeit haben mich viele Fragen zum Aberglauben und diese kleinen, unerklärlichen Traditionen beim Kartenlegen erreicht. Das Video dazu habe ich weiter unten verlinkt.

Eine spannende Nachfrage erreichte mich anschließend per Mail. Ein Zuschauer hatte gehört, dass man nach etwa 10 Jahren die Fähigkeit zum Kartenlegen verliert, weil die Energie dann aufgebraucht ist.

Meine Antwort: Das geht sogar noch schneller! Wenn man es falsch macht. Wer sich ein bißchen umhört, wird mitbekommen, dass BeraterInnen, die z.B. ausschließlich über Hotlines arbeiten, oft schon nach 2 oder 3 Jahren ausgebrannt sind. Das ist tatsächlich die typische Zeitspanne und das kann man als eine Art spirituelles Burnout bezeichnen.

Kartenlegen nonstop, das funktioniert einfach nicht. In einem guten Maß kann man über viele Jahre Karten legen, die Energie halten und sie durch die wachsende Erfahrung stärken und ausbauen.

Ich vergleiche das immer so: das Kartenlegen (oder jedes andere Orakel) ist wie eine Quelle, die man nie vollständig ausschöpfen darf. Es muss Pausen geben, man muss in einem guten Umfang arbeiten, nie zu viel. Sonst kann es tatsächlich kippen. Das hört man umgekehrt auch öfter mal von Kunden dieser Lines, die sagen: Es war immer eine tolle Beraterin, aber jetzt geht irgendwie gar nichts mehr.

Wenn man Glück hat, regeneriert es sich. Wenn man Pech hat, kommt man nie wieder richtig an die Karten heran. Alles hat sein Maß und nichts ist unbegrenzt. Gerade Orakel schützen sich selbst auf vielfältige Weise vor der reinen Konsum-Mentalität.

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7 Gedanken zu „Aberglaube rund ums Kartenlegen

  1. Hallo Claire!
    Ich kenne auch noch die „Regel“, dass man vor dem Kartenlegen am besten einen Tag fasten soll. Ist dieses nicht möglich, soll man zumindest aber kein Fleisch gegessen haben. Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, das ein voller Magen schon hinderlich ist.

  2. Auf jeden Fall. Wobei der Magen nicht unbedingt knurren sollte, aber nach einer schweren Mahlzeit macht man besser etwas anderes als Kartenlegen.

    Und wenn wir gerade dabei sind: auf Alkohol sollte man ebenfalls verzichten, auch schon am Tag vor der Kartenbefragung. Selbst wenn man das Gefühl hat, das würde doch gar nichts ausmachen: es macht in der Praxis einen großen Unterschied.

  3. Hallo liebe Claire,
    ich wollte mal fragen, wenn man seine Energie beim Kartenlegen verlier, verliert man dann auch mehr Energie wenn man sich täglich eine Tageskarte oder Monatskarte zieht? Oders sollte man lieber nur wichtige Fragen an die Karten richten?
    GLG und BB Hexe Atorka

  4. Hallo Atorka,

    Tageskarten und ähnliches schaden absolut nicht. Worauf ich anspiele, das sind Situationen, in denen zehn, zwanzig oder sogar noch mehr Kunden am Tag die Karten gelegt werden, oft mit entsprechendem Druck dabei und das jeden Tag. So etwas kann nicht gut gehen.

    Es gibt auch immer Warnzeichen (meist ganz prosaisch in der Form, dass man „die Karten gerade nicht mehr sehen kann“), so etwas kommt nicht über Nacht.

    Viele, die z.B. auf Hotlines arbeiten, können auf diese Warnzeichen nicht hören. Dort herrscht oft ein knallharter Wettbewerb, der eigene Verdienst am hohen Minutenpreis ist meist zu klein, als dass man sich erlauben könnte in einem guten, normalen Umfang zu arbeiten.

    Also wie gesagt: man merkt wenn es zu viel ist und man mal wieder ein Päuschen braucht. Das fällt nicht vom Himmel, man sollte dann aber auch darauf hören und es respektieren.

    Liebe Grüße, Claire

  5. Ich denke, es gibt da noch einen ganz anderen Aspekt. Die Fähigkeit zu „Sehen“ kommt nicht einfach so. Sie ist eine Gabe bzw wird uns gegeben, auf unserem spirituellen Weg der Entwicklung, zu unserem und zum Nutzen anderer. Betreibe ich Mißbrauch, wird mir diese Gabe wieder genommen. Mißbrauch bedeutet Missachtung eines Verhaltenskodex, wenn man eine Jahrmarktsnummer draus macht, mit Sensatiönchen angeben will usw. In erster Linie dient es der eigenen Weiterentwicklung, Kommunikation mit dem Gõttlichen, dem eigenen Selbst und dann auch zum Wohle anderer. Geben & Nehmen.
    Liebe Grüße in die Runde

  6. Auf jeden Fall. Wobei ich denke, dass man eine Gabe nicht nur zur eigenen Weiterentwicklung nutzen sollte.

    Wir Menschen sind Gruppen-Tierchen und die Natur hat jedem von uns Gaben mitgegeben, damit wir zusammen etwas auf die Beine stellen können.

    Heutzutage geht mir (generell gesagt) vieles zu sehr in die individualistische Richtung á la Selbstperfektionierung, das eigene Leben optimieren, Wünsche verwirklichen usw. Das kann man ruhig machen, aber man sollte nicht nur für sich behalten, was einem die Natur mitgegeben hat.

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