Orakelsommer der letzte Teil: Wer antwortet da eigentlich?

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Die ersten Pilze sprießen, der erste zarte Duft von Herbst liegt in der Luft und auch wenn die Tage nochmal richtig schön werden sollen: die Nächte werden schon kühler und der Wandel der Jahreszeit zeichnet sich langsam ab. Wollen wir hoffen, dass uns ein schöner goldener Spätsommer bevorsteht.

So langsam geht auch der Orakelsommer seinem Ende entgegen, vielen Dank für eure Zuschriften! Meist kamen sie per Mail, nicht alles konnte ich beantworten, aber das bedeutet nicht, dass ich mich nicht darüber freue.

* * *

Letztens fragte mich jemand beim Kartenlegen genau das, was ich als abschließendes Thema der Sommer-Serie im Blick hatte: „Ich kann nicht fassen, dass du das siehst, es ist mir fast ein bißchen unheimlich. Sag mal: Wer antwortet da eigentlich? Woher kommen die Botschaften?“

Ich dachte schon das würde nie jemand fragen! 🙂 Ich bin´s jedenfalls schonmal nicht, ich bin nur die Dolmetscherin. Jeder Kartenlegerin und jedes Medium, das von sich behauptet selbst die Quelle der Weisheit zu sein, muss dringend nochmal nachsitzen, um die Grundlagen zu verstehen.

Nichts kommt aus dem Nichts. Orakel sind Kommunikation, keine Einbahnstrasse. Es gibt die spirituelle Welt. Die ist nicht nur ganz weit irgendwo da draußen, sondern auch direkt mit unserer Ebene verwoben. Das ist wie bei einem Radio: je nachdem welche Wellenlänge ich einstelle höre ich ein anderes Programm. Die meisten Menschen hören das Programm „Alltag“, aber egal wie alltäglich es auch sein mag, jeder kennt auch die andere Ebene.

Man denkt an jemanden, kurz bevor er einem eine Nachricht sendet, man weiß einfach, dass etwas bestimmtes schief gehen oder klappen wird, man hat da so ein Gefühl…

Je nach Kulturkreis haben sich unterschiedliche Vorstellungen herausgebildet. Für manche ist der liebe Gott der Chef und unter ihm sind Engel als Boten für uns da (angelos = Bote). Bei den Indianern ist es der Great Spirit, der mit Hilfe von Tiergeistern usw. die Nachrichten überbringt. Es gibt Göttinnen und Götter, Schutzgeister, Ahnen, Schutzengel, gute Muhmen… – die Liste ist wirklich lang, je nach Region und natürlich auch der geschichtlichen Epoche.

All das kreist in vielen Facetten um den Kern, dass es wohlwollende Kräfte „drüben“ gibt, die uns im Hier und Jetzt helfen wollen, wenn wir offen dafür sind.

Schon Einstein sagte dazu etwas sehr bemerkenswertes:

Die wichtigste Frage, die sich ein Mensch stellen kann, lautet: Ist das Universum ein freundlicher Ort?

Das ist für heutige westliche Menschen oft erstmal schwer: Warum sollten diese Kräfte das tun? Woher weiß ich, dass das echt ist und man es sich nicht bloß einbildet?

Letztendlich kann man die Zweifel zusammenfassen als: Wieso sind die so nett? Wir sind es einfach nicht gewohnt um unserer selbst willen geliebt zu werden oder einfach „jemand“ zu sein, so wie wir sind (nicht erst in einer optimierten Fassung, in unserer „besten Version von uns selbst“).

In einer Kultur, in der man sich alles erst verdienen muss, bedeutet das ein großes Umdenken, dem ein vorsichtiges Herantasten folgt. Immer mit der Ruhe also, das braucht wirklich seine Zeit.

Im Grunde sind Orakel eine Methode mit diesen hilfreichen Wesen Kontakt aufzunehmen und sie um Hinweise und Rat zu bitten. Man muss nicht alles alleine schaffen, sondern kann sich Hilfe holen.

Egal ob in Afrika, bei den traditionellen Indianern, bei den Aborigines, bei den Eskimo, bei mexikanischen Curanderos oder sibirischen Schamane und auch bei uns (die germanischen und keltischen Seherinnen und Priester waren berühmt) wurde und wird fleißig orakelt, um es sich ein bißchen leichter zu machen und Rat von „drüben“ zu bekommen.

Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, denn das bedeutet auch, dass wir nicht die Krone der Schöpfung sind, dass es andere gibt, die mehr wissen und klüger sind, weil sie größere Teile des großen Ganzen überblicken können. Wenn das Ego diese kleine Kränkung überwunden hat, wird dieses Bewusstsein aber zu einer großen Kraftquelle: egal wie hart das Leben kommt, man ist nicht alleine. Man kann etwas tun und selbst wenn man mal nichts tun kann (wir sind nicht allmächtig und jeder hat sein Päckchen zu tragen), ist man nie verlassen, nie ganz allein.

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2 Gedanken zu „Orakelsommer der letzte Teil: Wer antwortet da eigentlich?

  1. Ja, ich finde auch, dass du das wunderbar beschrieben hast und den Kern getroffen: Da ist nicht nichts, es ist immer jemand/etwas da und manchen fällt es leichter als anderen von der einen in die andere Ebene zu wechseln und es auch als solches wahrzunehmen. Das ist, finde ich, auch eine Kunst und sehr wichtig! Nur so können wir den wunderbaran Schatz heben und optimal nutzen, der uns in der Kommunikation mit der anderen Welt geschenkt wurde.

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