Eine gesegnete Tagundnachtgleiche

Euch allen ein schönes Ostara! Ich schreibe das unverdrossen, auch wenn seit dem Morgen wieder dicke Schneeflocken vor dem Fenster tanzen.

Bei diesem winterlichen Ambiente kommt man direkt in Stimmung für ein gutes Buch und eine heiße Tasse Tee. Vor einer Weile hatte ich zur Urlaubslektüre ein Buch von Rudi Beiser über essbare Wildpflanzen vorgestellt.

Von ihm gibt es aber noch andere Bücher, wie das wunderschöne „Kraft und Magie der Heilpflanzen“, das sich (auch wenn es der Titel nicht gleich vermuten lässt) auch ausführlich mit den Jahreskreisfesten beschäftigt.  

Natürlich geht es bei Büchern zuerst um den Inhalt, aber das Auge isst bekanntlich mit und dieses Buch hat beides. Es ist auch innen wunderschön gestaltet:

Ich wollte es schon länger bei den Buchtipps erwähnen, aber jetzt wurde es wirklich mal Zeit. Zum Jahreskreis gibt es so viele Bücher mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten. Mal geht es vor allem um Brauchtum, mal um die innere Entwicklung im Spiegel der Jahreszeiten.

Dieses Buch nimmt die Pflanzen und das mit ihnen verknüpfte Brauchtum als Ausgangspunkt. Ich mag die ehrliche Herangehensweise, so wird bei manchen Bräuchen auf die damit verbundene Frauenfeindlichkeit hingewiesen, die früher ganz normal war.

Viele Bücher idealieren alles, was aus der Vergangenheit stammt. Beim Thema Heilung (was an die Pflanzen angrenzt) sieht man das so oft. Da fragt man sich als heutiger Mensch, warum die Lebenserwartung derart niedrig war, wenn alle so wunderbar im Einklang mit der Natur gelebt haben.

Aber das ist ein anderes Thema und an dieser Stelle möchte ich einfach dieses wunderbare Buch über den grünen Klee loben. :) Wer sich für Pflanzen, den Jahreskreis und ausgesprochen schöne Bücher interessiert, wird es lieben.

 

(Und nein, ich bekomme kein Geld dafür. Mit Werbung hätte ich kein Problem, die würde ich aber kenntlich machen. Dieses Buch mag ich einfach so und schöne Dinge muss man weitersagen. ;) )

Die Jahreskreisfeste und das Wetter

das Foto ist von 2013, Mitte März

Draußen ist ein verschneites Winterwunderland und man fragt sich: Wie passt das zu Ostara, das bald schon vor der Tür steht? Immerhin, ein alter Kalenderspruch macht Mut: Fürchte nicht den Schnee im März, denn er hat ein warmes Herz.

Trotzdem hat man idealisierte Jahreszeiten im Kopf, Weihnachten hat es zu schneien, auch wenn unsere Vorfahren reimten: Weihnachten im Klee gibt Ostern im Schnee. Unbekannt waren grüne Weihnachten früher auch nicht.

Bei den Jahreskreisfesten kommt noch etwas anderes hinzu, ein guter Freund hatte mich auf diesen Gedanken gebracht. Diese Feste wurden vom britischen Wicca wiederbelebt. Denkt man an Südengland, ist es viel milder als bei uns und es gibt zuverlässig Schneeglöckchen zu Imbolc und Osterglocken zu Ostara, die wir heute ebenfalls damit verbinden.

Was macht man, wenn das Wetter so gar nicht zum Fest passen will? Und sollten die Feste am Wetter – und damit unseren unterschwelligen Idealen der Jahreszeiten –  hängen?

Die Tagundnachtgleichen Mabon und Ostara feiert man nach dem Stand der Sonne, dasselbe gilt für den längsten und den kürzesten Tag des Jahres, Litha und Jul. Die sind schonmal raus, was das betrifft, es sind streng genommen Licht-Feste.

Die Sonnenwenden und die Tagundnachtgleichen würde ich an ihren Terminen belassen, weil es astronomische Wendepunkte sind, die tatsächlich zu diesem Zeitpunkt stattfinden. In dem Fall geht man mit der Natur (in diesem Fall kosmisch, fernab vom Wetter), wenn man um den jeweiligen Termin herum feiert.

 

Bleiben die vier Festtage Imbolc, Walpurgis, Lammas und Samhain, die man mit den Stichworte Licht, Fruchtbarkeit, Ernte und Ahnen zusammenfassen kann. Alles, was der Mensch braucht, könnte man sagen.

Das Jahresrad spiegelt das Leben, das ist nichts abstraktes oder nur so eine symbolische Idee. Es braucht den zündenden Funken, das Leben entfaltet sich, trägt Früchte und dann wandert der Funken wieder hinüber in die Anderswelt.

Natürlich kann man sagen: Dafür braucht es kein passendes Wetter, das sind universale Themen. Falsch ist diese Ansicht bestimmt nicht. Trotzdem leben wir eingebettet in die Natur (selbst in der Stadt: kaum ist die Sonne weg, haben alle schlechte Laune, woher das wohl kommt).

Man kann mit dem arbeiten, was laut Kalender dran wäre oder mit dem, was ist, und ein Fest auch mal verschieben, wenn die Stimmung in der Natur gerade überhaupt nicht passt. Das kann man frei entscheiden und ist nicht an irgendein Buch gebunden.

Natürlich ist es ein schönes Gefühl, wenn man Feste im Bewusstsein feiert, dass sie gerade von ganz vielen Menschen auf der Welt begangen werden. Aber wenn die innere Stimme ein Veto einlegt, sollte man nicht am festen Schema kleben. Man kann die Empfindung eines Festes nicht „machen“, man kann sie nur spüren und dann in das eigene Ritual hineinziehen – so wird´s authentisch.

 

Imbolc

 

Man glaubt gar nicht, dass Imbolc vor der Tür steht, wenn man sich das grau in grau draußen anschaut.

Immerhin, die Tage werden etwas länger und in diesem Jahr hat Imbolc eine besonders kraftvolle Energie. Am 31.1. steht der Vollmond im Löwen. Je nachdem, wann man feiert, lässt sich das gut mit einbeziehen.

Ein paar Tage sind es ja noch, wie feiert ihr Imbolc und welche kleinen Traditionen sind euch besonders wichtig dabei?

 

Vorweihnachtliche Ruhe…

… im Blog verheißt, dass gerade viel los ist. Das neue Jahr streckt bereits munter seine Fühler aus, lassen wir uns überraschen.

Dieses Jahr bin ich zwischen den Jahren da (Mittwoch bis Freitag nach Weihnachten), ab dann kann ich auch wieder neue Anfragen zum Kartenlegen annehmen. Aber mit Ruhe, das ist nicht die Zeit zum powern, dafür sehr schön zum orakeln und lauschen.

Ich freue mich auf die Rauhnächte, für mich sind sie eine Zwischenzeit. Man wird so oft gefragt: Was machst du in den Rauhnächten? Was muss man da alles tun?

Ich bin da. Ich sperre Augen und Ohren auf. Vielleicht lässt es sich so am besten sagen: Früher hatte ich ein Aquarium und habe mich viel mit Aquaristik befasst und es gibt doch diese hübschen Fächer-Garnelen.

Sie sitzen da und spannen ihre Fächerhände auf, um zu filtern, was vorbeschwimmt. Nun wisst ihr, was ich in in dieser Zeit mache.

Ich sage das bewusst humorvoll (wobei es den Kern der Sache ganz gut trifft). Mir gefällt es nicht, wenn Dinge so »verheiligt« und mit Regeln vollgestellt werden. Das behindert die Wahrnehmung was wirklich ist.

 

Viele von uns kommen irgendwann an den Punkt, an dem man alles richtig macht. Man weiß genau, wie es zu sein hat und freut sich über die so gewonnene Selbstsicherheit.

Und dann kommen die guten Geister und lachen. Hörst du uns noch, siehst du uns noch hinter all deinen schlauen Gedankenschleiern? Spätestens dann muss man selber lachen: Man war so schlau und hat das Wesentliche vergessen: den Kontakt, den Austausch.

 

Heute wird auch vieles ins Süßliche gebogen. Warum knallt man zu Silvester? Um die bösen Geister zu verscheuchen, damit sie nicht das neue Jahr kapern können. Warum wurde geräuchert und mit Peitschen geknallt, bevor es Blitzknaller gab? Aus demselben Grund. Warum füttert man die »da drüben« mit weißen Speisen? Weil sie ziemlich ungemütlich werden können, wenn man sie nicht beachtet.

Vieles im Brauchtum zu dieser Zeit sind Schutzmaßnahmen. Bloß keine Wäsche aufhängen, wer weiß, was sich darin verfängt in dieser Zeit.

Zwischenzeiten haben immer beides, sie sind ambivalent. Das gilt auch für Walpurgis oder die Sommersonnenwende. Wenn man sich ins Brauchtum vertieft, wird einem das schnell klar.

Ich persönlich habe nicht das Bedürfnis mitzumischen in dieser Zeit. Ich schaue mir das Treiben an und ziehe meine Schlüsse. Natürlich kann und soll man seinen eigenen Impulsen folgen. Genau darum geht es ja. Dass man kein Programm stur abarbeitet, sondern wach ist.

 

Das mit der Feinfühligkeit

tea time

Beim Hexenkurs ist die Feinfühlingkeit gerade wieder ein richtig großes Thema. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sie. Außenstehende stellen sich das faszinierend vor: Vorahnungen haben, Dinge träumen, spüren, was andere nicht so leicht spüren können.

Das stimmt schon, aber alles hat sein Licht und seinen Schatten. Viele – gerade wenn man noch nicht weiß, wie man damit umgehen soll – würden sich manchmal einen Aus-Knopf wünschen. Einige würden ihre Fähigkeiten liebend gerne eintauschen und genauso »robust« und unempfindlich sein, wie andere es sind.

Ein guter Freund von mir hat Wahrträume. Da würden manche denken: Wow, das muss ja spannend sein. Aber er träumt nur schlimme Dinge im Voraus, für ihn ist das eher eine Belastung. Wenn er sagt: Ich hatte wieder einen Traum…, denkt man automatisch: Hoffentlich nicht von mir.

Generell haben manche dieses Frühwarn-System und finden es alles andere als schön, weil sie immer nur negative Vorwarnungen bekommen und nichts dagegen tun können.

Feinfühligkeit ist auch eine tolle Sache, aber auch noch im überfüllten Supermarkt und ähnlich stressigen Situationen?

 

Manche – ich gehöre auch dazu – neigen durch das zwischen-den-Zeilen-lesen zum »Fettnäpfchen-Syndrom«. Man befindet sich dabei in Gesellschaft und es gibt ein Thema, von dem niemand sonst weiß und das die Betreffenden tunlichst nicht ansprechen wollen.

Was passiert? Man fängt prompt mit genau diesem Thema an, weil es unterschwellig so präsent ist. Das kann so weit gehen, dass es hinterher heißt: Warum hast du ihr davon erzählt, warum fängt sie jetzt genau damit an? Natürlich hatte niemand etwas erzählt, die beiden Personen waren nur so sehr damit beschäftigt, dass man es unbewusst aufgegriffen hat, ohne zu ahnen, was eigentlich los ist.

Mit Überraschungen kann es auch schwierig werden. Mein Mann hatte einen Ausflug mit Überraschungs-Ziel geplant. Ich war natürlich neugierig, gucke ihn an und sehe auf seiner seiner Stirn das Wort: Wörlitz. Das Wörlitzer Gartenreich! Es stimmte. Zum Glück bin ich nicht immer so auf Zack, man würde sich jede Überraschung verderben.

Denn im Gegensatz zu dem, was manche denken, ist man nicht den ganzen Tag im Standby. Manche befürchten ja auch, dass man ihre Gedanken lesen kann. Aber das wäre viel zu kraftraubend. Man bekommt mit, wenn irgendwo der Haussegen schief hängt, aber sicher nicht jedes einzelne Wort, das jemand im Kopf hat.

 

Manchmal schreiben mir Menschen, die nicht an »so etwas« glaubten und deren Weltbild erschüttert ist. Sie haben das für Scharlatanerie gehalten, aber plötzlich haben sie selbst Wahrträume, sehen Dinge, bevor sie passieren usw. Das kann ein richtiger Schock sein.

Wer es von klein auf kennt, der versteckt es oft, um nicht als komisch zu gelten. Aber wenn es einen später im Leben spontan erwischt, kann das wirklich überraschend sein. Was passiert mit mir? Drehe ich jetzt durch? Nein, kein bißchen. So etwas ist ganz natürlich.

Ich denke, dass es im Wortsinn natürlich ist: die Natur hat den ein oder anderen damit ausgestattet, um feinfühlig Dinge für die Sippe wahrzunehmen, wir leben ursprünglich ja in Kleingruppen als Menschen.

Man sagt heute, dass etwa jeder 4. oder 5. hochsensibel ist. Das geht gut auf, so hat rein rechnerisch jede Sippschaft ein bis zwei Leute, die das können und ist in der Hinsicht gut versorgt.

 

Mit den Toten leben anderswo

Gestern kam auf arte eine Doku über die vorchristlichen Totenbräuche in Svanetien (Georgien), hier kann man sie sich online anschauen. Da ist manches dabei, das wir auch kennen (die besondere Bedeutung von weißen Speisen, Lichter bzw. in dem Fall Feuer auf der Friedhof usw.).

Der Beitrag über den fröhlichen Friedhof von Maramures (Rumänien) ist auch noch da, ihr findet ihn hier, das ist eine schöne Einstimmung auf Samhain.

Ich habe auf vielfachen Wunsch ein Video zum Ahnengedenken gemacht, es muss nur noch geschnitten und hochgeladen werden, dann gibt es auch dazu noch etwas.

 

Alternativen zum Räuchern & Duftstoffe generell

Es gibt ein neues Video und die Frage dahinter wird oft gestellt: Was kann ich tun, wenn ich mit Düften eine zauberhafte Atmosphäre schaffen will, aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht räuchern möchte?

Ein paar Anregungen dazu findet ihr im Video und ich schweife auch ein bißchen ab zum Thema Duftstoffe generell und dem bewussten Umgang mit ihnen.

Heutzutage wird man permanent von künstlichen Düften begleitet, wenn man nicht aufpasst. Früh fängt es mit parfümierten Kosmetika im Bad an und dann geht es munter so weiter. Viele Geschäfte verwenden Raumparfums, um die Kunden in Kauflaune zu bringen oder ihr Image per Duft zu kommunizieren.

Vom Haushaltsreiniger bis zur Duftkerze wabern uns Chemie-Cocktails entgegen, deren Wirkungen und Wechselwirkungen oftmals unklar sind.

Wer sich ein bißchen informiert, stellt schnell fest, dass künstliche Duftstoffe viele Nebenwirkungen haben können. Und sie begegnen uns jeden Tag wild gemischt, meist nehmen wir es gar nicht mehr wahr.

Gerade weil ich um die Wirkung von Düften weiß, möchte ich da ein bißchen sensibilisieren, dass man bewusst hinschaut und auswählt.

 

Jahresanalysen

Weil bereits die ersten Anfragen kamen: auch in diesem Jahr gibt es wieder Analysen zum neuen Jahr, alles wichtige dazu findet ihr hier in den News auf der Seite.

Manches Jahr hat es sich etwas geknubbelt und daher erweitere ich den Zeitraum diesmal von Samhain bis zu Imbolc, was die magische Orakel-Zeit des Jahres ganz gut umfasst.

 

Dieses Jahr kommt Samhain ohnehin mit großen Schritten. Ich bin die kleinen Winke der Lieben von »drüben« gewohnt, seit etwa zwei Wochen geht das richtig munter zu. Bei manchen spürt man, dass sie sich mittlerweile gut eingerichtet haben. Die Energie ist nicht mehr flatterhaft, sondern warm und weich.

Vielleicht liegt es daran, dass ich im Umfeld viel mit dem Thema zu tun hatte, was die Weltsicht sehr verändert. Es ist wichtig an den Tod zu denken, auch wenn alles in unserer Kultur davon ablenkt.

Ich finde es wichtig nicht zu leben, als wäre alles unendlich, sondern nachzudenken: Was mache ich mit meinem Stückchen Zeit.

Dann fängt man erst so richtig an zu leben. Paradox, aber wahr. Ich weiß genau, dass ich eine gute Tasse Tee »drüben« ganz schön vermissen werde und genieße jede einzelne. ;) Auch wenn es eine schwierige Art zu lernen ist, aber wenn man mit dem Tod konfrontiert ist, klärt sich vieles ein für alle Mal, ohne dass man noch einmal darüber nachdenken muss.

 

Freunde und Familienmitglieder, die kaum etwas mit dem Thema zu tun haben, haben zur Zeit einige Fragen, die mit „Du bist doch vom Fach…“ beginnen und mit ungewöhnlichen Erlebnissen in der letzten Zeit enden. Geht es euch auch gerade so?

Deshalb ist es gut, wenn man Jahreskreisfeste nicht mit der Stoppuhr feiert. Einfach offen sein für das, was ist. Wie ich schon öfter gesagt habe, sie sind wirklich mehr wie Wellen. Es gibt einen Vorlauf, es gibt eine starke Phase und dann ebbt es langsam wieder ab. Und wie man dieses Jahr gut sieht, kann es im Vorlauf bereits hoch her gehen.