(uralte) Musik zum Freitag

Wir hatten schon ewig keinen musikalischen Übergang ins Wochenende mehr im Blog, kann das sein?

Seit einer Weile versuche ich mich wieder an einem Instrument. Keine Sorge, wir wollen einen schönen Übergang ins Wochenende, ich ärgere euch nicht damit. Nach den kindheitstypischen Blockflötenversuchen (man hat sich immer gefragt, wer da wen quält, es war wohl gegenseitig) kam lange Zeit nichts nach, von Rasseln und Trommeln abgesehen.

Doch dann entdeckte ich vor einer Weile über den Schamanismus die Maultrommel. Ich fand es faszinierend, dass man selbst zum Teil des Instruments wird, weil man seinen Resonanzkörper bildet.

Sie ist nicht gerade hip, dabei ist sie eines der ältesten Instrumente der Menschheit, sie wurde und wird auch oft im schamanischen Kontext benutzt. Als der Schamanismus in Russland unter den Kommunisten verfolgt wurde und keine Trommeln mehr benutzt werden konnten, wurde oft die Maultrommel zum magischen Reise-Instrument.

Dann guckt man sich natürlich um, die Maultrommel wird von Europa bis Sibirien, in Asien bis hin nach Ozeanien gespielt. Was machen die damit und wie hört sich das an?

Dabei stieß ich auf eine Künstlerin aus Jakutien. Wie das immer so zusammenfällt… Eine Weile zuvor hatte ich mich intensiv mit den spirituellen und kulinarischen Traditionen der Ewenen, Ewenken, Jakuten, der Kolyma und generell in „Russland rechts oben“ befasst. Kulinarisch? Ja, ich koche gerne und finde man lernt viel über Kulturen, wenn man sich mit ihrer Küche befasst. Essen ist außerdem eine sehr schöne Art etwas zu lernen, ganz uneigennützig war das natürlich nicht.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich sah auf meiner Suche ein Video von Uutai (Olena Podluzhnaya) und war sprachlos. Was sie aus der Maultrommel rausholt und wie sie es in Szene setzt ist faszinierend. Wer sie einmal live sehen möchte: sie tritt u.a. auf dem Ancient Trance Festival in Taucha auf.

Ab 0:25 geht es los:

 

… und wer jetzt so begeistert ist, dass er selbst loslegen möchte, sie macht auch zauberhafte Videos für Anfänger (unsere deutsche Maultrommel wird auch vorgestellt). 😉

Gedanken zum Glück

Zum Newsletter zu Litha gab es wieder viele Rückmeldungen, so dass ich die Gedanken auch hier im Blog noch einmal aufgreifen möchte.

Es ging ums Glück und darum, dass man heutzutage tatsächlich dazuschreiben muss, dass man die Mails von drei Wochen nicht alle am ersten Tag, an dem man wieder zurück ist, beantworten kann…

…es sind schon verrückte Zeiten, in denen wir leben, aber es gibt nur eine Lösung: selbst mit Normalität anfangen, sie wirkt nämlich ansteckend.

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Viele haben Bedenken in der Art: Ich würde ja gerne ruhiger machen, aber die Anderen… Dabei wird vergessen, dass „die Anderen“ im selben Hamsterrad stecken und auch lieber ein normales Tempo hätten. So hält es sich selbst am laufen, niemand will nachstehen und alle brennen sich aus mit einem Tempo, das eigentlich keiner will.

Aber es funktioniert auch umgekehrt. Macht einer langsamer, kommen die anderen zum Nachdenken. Natürlich meckern manche, es gibt immer jemanden, der meckert. Aber die meisten denken: Stimmt, darüber werde ich mal nachdenken und das ein oder andere ändern. Normalerweise bewirken schon kleine Änderungen etwas, man muss nicht gleich das ganze Leben über den Haufen werfen.

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Heute predigen viele Lifestyle-Coaches: Ändere dein Leben radikal! Sei erfolgreich! Lebe deinen Traum! Das ist dieses typische Schwarzweiß-Denken, nach dem man nur ganz oder gar nicht glücklich sein kann.

Dabei wissen wir doch alle, dass auch der schönste Traum seine Schattenseiten hat und aus schwierigen Zeiten manchmal die besten Dinge erwachsen. Und vor allem ist dieser Trend keine Antwort auf das Hamsterrad an sich. Ob man nun im „normalen“ oder im „glücklichen“ Leben rennt und hetzt, macht doch keinen Unterschied.

Diesen Trend sieht man auch beim Kartenlegen, immer häufiger gibt es die Frage: Soll ich alles hinwerfen und völlig neu starten? Was meint ihr, wie oft die Karten dann antworten: Bleibe dabei, du hast grundsätzlich ein gutes Leben, aber ändere dieses oder jenes, dann läuft es wieder rund. Sie sagen das erstaunlich oft.

Durch das übersteigerte Glücks-Streben, das überall gepredigt wird, erkennen viele nicht mehr das Glück, das sie bereits haben. Erst wenn man „die beste Version von sich selbst“ geworden ist, glauben sie glücklich sein zu dürfen. Puh, das kann aber ganz schön dauern. 😉 So lange muss zum Glück niemand warten.

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Vielleicht sehe ich das als Hexe und Kartenlegerin auch anders, weil ich so viele Lebensgeschichten höre. Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist seelisch und körperlich gesund zu sein, gesunde Kinder zu haben oder überhaupt Kinder bekommen zu können, mit PartnerIn durch Leben zu gehen, eine halbwegs erträgliche Wohnung zu haben, nicht von den Nachbarn gepiesackt zu werden.

Es ist nicht selbstverständlich, dass ältere Angehörige noch selbst ihren Alltag meistern können, dass niemand aus der Familie im Krankenhaus oder Pflegeheim liegt oder dass missgünstige Menschen im Berufs- oder Privatleben einen Bogen um einen machen.

Man sollte sein Glück nicht so weit weg rücken, dass man es nicht mehr sehen kann. Natürlich sollte man es nicht bloß als Nicht-Unglück definieren, so ist diese Aufzählung nicht gedacht. Trotzdem gibt es vieles, für das man dankbar sein kann.

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Ich hatte letztens schon darüber geschrieben: In vielen traditionellen Kulturen gilt ein Leben als in Balance, wenn sich Glück und Unglück die Waage halten. Man ist nicht erst dann ausgeglichen, wenn alles gut läuft und toll ist. Man ist es bereits wenn man 50% Pech und 50% Glück hat. Das hört sich ganz anders an als unser überzogener Perfektionsdrang, nicht wahr?

Es liegt vielleicht auch daran, dass diese Traditionen mehr am echten Leben dran sind und daher nicht vergessen haben, wie es läuft. Und es läuft doch auch bei uns modernen Menschen nicht anders. Manchmal denkt man viele sind nur deshalb unglücklich, weil sie meinen glücklicher sein zu müssen.

Fangen wir also mit 50/50 an, so wie das echte Leben ist, nicht die Illusionen von Photoshop und Promikult, so unterhaltsam das manchmal auch sein mag. Guckt euch die Stars doch an, da sind Drogen, Süchte, Eßstörungen, Depressionen usw. an der Tagesordnung, trotz feinster Kulissen. Oder gerade deshalb. Sehen so glückliche Menschen aus?

Da ist man doch lieber ehrlich unglücklich, wenn man gerade unglücklich ist und ehrlich glücklich, wenn man glücklich ist. Und dazwischen eben irgendwas dazwischen. Denn so sieht das echte Leben aus.

 

Spiritualität managen?

Heute möchte ich das Thema einer Blogleserin aufgreifen, ich darf es direkt zitieren:

Vor ca 15 Jahren habe ich begonnen schamanisch zu arbeiten und workshops besucht.

Vor einem Jahr habe ich ein schaman. Jahrestraining angefangen. (…)
In diesen 15 Jahren scheint sich sehr vieles verändert zu haben, was mich entsetzt und auch traurig macht.

Während des Jahrestrainings hat sich bei mir das Gefühl verstärkt, dass sehr sehr viele Leute spirituelle Arbeit mittlerweile nur noch als Mittel zum Zweck sehen.

Auf den Workshops finden sich immer mehr die sog. Karrieremenschen (z.B. entlassene Banker), die jetzt die gleichen Mechanismen in diese Sparte transferieren, wie sie zuvor im Management üblich waren.

Also die gleichen Graben- und Konkurrenzkämpfe, verdecktes Ellenbogenausfahren bestimmt von dem Bestreben, sich am Markt zu positionieren und Karriere und Kohle zu machen (und damit meine ich jetzt nicht das Bestreben, dass der Lebensunterhalt ja auch verdient werden muss, sondern wirklich wie an der Börse, seh zu dass die Aktien steigen und Dividende abwerfen, je mehr desto besser). Bin grad wieder kopfschüttelnd von einem WE workshop zurück.

War das schon früher so oder fällt mir das erst jetzt auf ?

Um ehrlich zu sein hatte ich noch nie bewusst darüber nachgedacht. Manchmal hatte ich ein komisches Gefühl, aber dabei blieb es auch. Aber wenn es dann mal jemand ausspricht… Doch, da ist was dran. Mir fielen mehrere Gesichter ein, die ich in diese Richtung zuordnen würde, männlich wie weiblich.

… und natürlich denke ich auch an Leute aus der Business-Welt, die sehr bewusst und positiv mit ihrer Spiritualität umgehen. Es geht nicht darum, diese Jobs schlecht zu machen, ein Job sagt nicht wer man ist. Es geht um diesen einen, ganz speziellen Typus. Wo das Lächeln auch gebleckte Zähne sein könnten und alles vor Dynamik nur so strotzt.

Man bezeichnet sich auch lieber nicht zu sehr als spirituell, besser was in Richtung Coaching, damit man die „normalen“ Leute nicht verschreckt. So bleibt man auch flexibler sich jedem neuen Trend anschließen zu können. Bloß nicht zu verbindlich werden. Alles wird gut strukturiert, das kennt man noch vom früheren Job und es lässt sich viel besser „marktgerecht“ aufarbeiten.

Was ist das Problem daran? Grundsätzlich kann jeder so gelackt, dynamisch oder überfliegend sein, wie er mag. Da bin ich nicht kleinlich und die Geschmäcker sind verschieden.

Hexen und spirituelle Freidenker sind von sowas selten betroffen. Trotzdem ist es wichtig darüber nachzudenken, denn es gibt etwas zu lernen und diese Lektion ist in unserer Erfolgsdruck-Kultur sehr wichtig.

Die Super-Coaches verbiegen die Spiritualität grundlegend. Sie bauen sie zu einer illusionären Rüstung um. Folge meinem System und du wirst unverwundbar, dein Aufstieg wird unausweichlich sein und du bekommst alles, was du dir wünschst. Das ist reines Business, das ist keine Spiritualität.

Spiritualität – in ihrer ganzen Tiefe – ist etwas, das trägt. Sie trägt einen nicht nur, wenn man der Sieger ist. Sie trägt einen auch, wenn man ein Häufchen Elend ist, mit dem Leben hadert oder mit den Nerven am Ende ist. Gerade dann ist sie unverzichtbar. Sie ist nicht nur für die Starken da.

Allein der Gedanke, dass es Menschen gibt, die immer stark und erfolgreich sind, ist absurd. Manche Menschen haben vielleicht eine starke Fassade, aber das sind selten die Glücklichen.

Spiritualität bedeutet das echte Leben, nicht die Illusion und der schöne Schein des eigenen Glanzes. Das ist ja das Schöne, man muss gar nicht super drauf sein, um sich neu zu verbinden.

Die alten Kulturen waren da ehrlicher, helle und dunkle Gottheiten reflektierten das Leben, wie es eben ist. Oder wie mongolische Schamanen sagen: Balance ist die Mitte zwischen hell und dunkel. Wenn man es in die Mitte schafft (und nicht erst, wenn man im hell strahlenden Licht steht), ist man bereits in Balance.

Oder wie ich scherzhaft sage: Einmal Leben süß-sauer, bitte! 😉 Es ist so. Es wird nie anders sein. Schluss mit der Scharade und rein ins echte Leben.

Euer Feedback

Da habe ich wohl einen Nerv getroffen, das letzte Thema ist nach dem Motto: im Blog passiert nichts, aber der Buschfunk vibriert förmlich. Danke für eure Zuschriften, in denen es oft auch um die eigenen dunklen Momente ging.

Das ist ein wichtiger Aspekt, es geht natürlich nicht nur um das, was eventuell von anderen kommt. Geht man davon aus, dass andere einem Ungutes senden können und ist man nicht allzu eitel, dann ist der zweite Gedanke natürlich: Was mache ich eigentlich mit meiner Energie? Wie sieht es da aus?

Das ist ein wichtiges Thema, es wird nur gerne unter den Teppich gekehrt. Wenn die anderen nicht immer Engelchen sind, gilt das natürlich auch für einen selbst. In den Traditionen des Espiritismo heißt es: Für jedes Engelchen hast du auch ein Teufelchen. Das ist ehrliche Menschenkenntnis – und etwas, mit dem man arbeiten kann.

Jeder Mensch hat Licht und Schatten. Wenn man das verdängt, köchelt es unbewußt weiter oder sucht sich eigenmächtig seine Kanäle. Deshalb ist das Hinschauen so wichtig, damit man innerlich durchlässig bleibt und damit arbeiten kann.

Es gibt spirituelle Traditionen, die sehr bewusst damit umgehen, in denen man gar nicht erst von der unrealistischen Annahme ausgeht, dass Menschen immer gut wären. In manchen buddhistischen Wegen macht man z.B. vorbeugend zu Neu- und Vollmond ein Entschuldigungsritual. Man bittet dabei ehrlich um Verzeihung für das, was man bewusst oder unbewusst getan hat, das nicht ganz so optimal war.

Das ist ein sehr schön Ansatz. Es geht nicht darum, sich selbst in den Staub zu treten. Was nutzt ein Büßer im Staub, der am Ende auch noch selbstmitleidig ist? Gar nichts. Es geht darum »durchzuputzen« und wegzuräumen, was man anderen vor die Füße geknallt hat. Egal ob verbal oder energetisch, gezielt oder einfach so rausgerutscht.

Wir werden niemals perfekt sein, aber wir können unser Herz öffnen und sagen: Das gehört in den Müll und nicht vor deine Füße, ich packe es jetzt weg. Und danach uns selbst in den Arm nehmen und sagen: Verdammt, manchmal ist es nicht leicht, aber ich mache das Beste daraus, was mir im Moment möglich ist. Dann ist ein guter Anfang gemacht.

 

Flüche

Im Gegensatz zu früheren Zeiten in der Hexen-bewegung (der westlichen! – andere Kulturen waren nie so leichtsinnig) wissen heute die meisten, dass nicht alles Licht und Liebe ist, wie früher die Parole hieß.

Damals galt die mehr oder weniger ausgesprochene Annahme: Fühlt sich jemand verflucht, dann bildet er sich das ein. Oder es wird als bequeme Ausrede benutzt, um die angebliche Bosheit anderer Leute herzunehmen, damit man nichts am eigenen Leben ändern muss.

Das gibt es natürlich auch. Als ich in meinen Anfängen steckte, neigte ich ebenfalls zu dieser Ansicht. Man bekam außerdem oft mit, wie Flüche dazu benutzt wurden, um teure Rituale und Talismane zu verkaufen. Das lief meist so ab, dass kostenloses Kartenlegen oder Handlesen angeboten wurde. Dabei wurde festgestellt, dass ein schwerer Fluch auf der Person lasten würde, der dann gar nicht mehr so kostenlos entfernt werden sollte.

Das ganze Thema hatte einen ziemlich dubiosen Ruf und man versuchte es elegant beiseite zu reden, Stichwort: fehlende Eigenverantwortung der Betroffenen. Moderne Magie ist gute Magie, alles andere war finstere Vergangenheit.

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Bis mich vor einigen Jahren der Hilferuf eines Pferdewirtes aus dem Norddeutschen erreichte. Er schilderte, dass es jemanden gibt, der ihm die Pferde verhexe. Auf dem Land sei manches noch anders und es gäbe in der Gegend ein paar Leute, die sich auf sowas verstehen.

Es war sofort klar, dass es ihm ernst war. Er war typisch norddeutsch, geradling, sparsam mit Worten und auf Fakten bedacht. Kurz gesagt: der letzte Mensch, von dem man erwarten würde, dass er sich verflucht fühlt. Gewissenhaft zählte er auf was zu welchem Zeitpunkt passiert war, welche Veränderungen er auf seinem Grundstück bemerkt hatte, wie es den Tieren danach ging.

Dieser Moment war ein wichtiger Wendepunkt. Manchmal braucht man diesen einen Moment, in dem einem ein Licht aufgeht und man erkennt, dass man nicht mit dem Strom der allgemeinen Meinung schwimmen kann, sondern sich selbst ein Bild machen muss.

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Warum wohl werden Geistheiler, Schamanen und die verschiedensten Priesterinnen und spirituellen Medien auf der ganzen Welt darum gebeten, negative Energien zu erkennen und zu vertreiben?

Ich muss gerade an die Geschichte eines westlichen Forschers denken, der sich mit einem traditionellen Schamanen unterhielt. Der Forscher pries das naturverbundene Leben und den Einklang, in dem er leben würde. Der Schamane antwortete: Ach, so harmonisch ist das alles nicht, ich verbringe den ganzen Tag damit böse Geister zu töten.

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Wir haben auch oft eine falsche Vorstellung, wenn wir von Flüchen reden. Bei einem Fluch denkt man an jemanden, der in einem düsteren Zimmerchen dunkle Kerzen anzündet, Puppen malträtiert oder hinterhältige magische Büdel zusammenschnürt.

Doch es kann so viel mehr sein. Das Wort »Energieübetragung« wäre viel treffender, weil man dann nicht all diese Zaubergeschichten im Kopf hat, sondern das große Bild sieht.

Energie kann viele Wege gehen, auch wenn sie in Form von gezielten negativen Gedanken kommt ist das spürbar. Wer hat noch nie eine Person mit einer Aura erlebt, die einen instinktiv zurückweichen ließ. Oder einer Person, die man ambivalent findet, etwas ausgeliehen, nur um hinterher mit diesem Gegenstand zu fremdeln.

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Ich glaube jeder kennt solche mulmigen Momente und deshalb ist es so wichtig die Vorstellung vom Fluch als (ich sag´s jetzt mal salopp) »schwarze Kerzen anzünden und böse Sachen dazu sagen « aus dem Kopf zu bekommen.

Die Energie des Neides hat unter diesen Energien einen besonderen Stellenwert, sie wird als böser Blick, als malocchio (böses Auge) oder ohlhos grandes (große Augen) bezeichnet. Dafür muss man keine Kerze anzünden, das funktioniert auch so.

Interessanterweise braucht es mit Menschen aus Italien, Griechenland, der Türkei, dem Balkan oder aus dem ehemaligen Ostblock wenig Worte dazu. Jeder weiß was gemeint ist. Ich frage mich manchmal, wie dieses Wissen bei uns weggebrochen ist. In den alten Zauberbüchern (wir hatten ja gerade die Mosis-Büchlein hier im Blog) findet man das Thema noch ganz selbstverständlich.

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Waren unsere Vorfahren abergläubischer als wir? Sicher waren sie das, sie kannten für viele Dinge noch nicht die Ursachen und waren in einem völlig anderen Ausmaß von Leid, Krankheit und Tod umgeben als wir. Aber sie waren nicht dümmer und sie konnten gut beobachten, vermutlich besser als wir es heute können, mit all den Ablenkungen im Alltag.

Bei diesem Thema ist Panikmache nicht der richtige Weg und trotzdem kann man es nicht einfach beiseite schieben. Nach wie vor beschäftigt es viele im stillen Kämmerchen, sonst bekäme man nicht so viele Fragen dazu gestellt.

Naturgemäß gibt es viele Sichtweisen dazu und das ist auch richtig, jeder soll sich seine Meinung bilden. Aber wir wissen alle, dass der Mensch nicht nur aus Licht und Liebe besteht und das gilt nicht nur für seine körperliche und seelische Ebene, sondern natürlich auch für den Geist.

Je bewusster man damit umgeht, desto besser. Die Welt ist deshalb nicht in einem ständigen spirituellen Kriegszustand (dieses überzogene Bild wird dann ja gerne gezeichnet). Aber wenn mal etwas ist, findet man schneller Lösungen, wenn man alle Möglichkeiten im Blick hat.

Osterwasser

 

Da will man einen Artikel schreiben und dann sieht man, dass man eigentlich schonmal alles zusammengefasst hatte und zwar 2013 an dieser Stelle im Blog. Das ist misslich, man wiederholt sich ja nicht so gerne, also: Bitte dort nachlesen. 😉

Wenn ich das Foto dazu sehe, halte ich mich mit Beschwerden über das aktuelle Wetter dann doch zurück.

Kommen wir also einmal auf den tieferen Sinn vom Osterwasser zurück und das ist das berühmte Wasser des Lebens, wie man es z.B. in den russischen Zaubermärchen findet. Was man mit ihm besprüht, das gedeiht, von dem fällt Dunkelheit ab und es wird fruchtbar und lebensfroh.

Natürlich gab und gibt es viele Varianten des Brauchtums rund um das lebensspendende Wasser und das nicht nur zu Ostern.

Im frühen Frühling galten die Flüsse in vielen Gegenden noch als tabu, weil sie sich nach dem Winter erst einmal selbst reinigen müssen, bevor sie wieder lebensspendende Kräfte verbreiten können. Ostern war der Stichtag, ab dem das Wasser wieder als frisch und klar galt.

Wasser repräsentiert generell die sanften (aber nicht im Sinne von schwach) und unterschwelligen Kräfte im Leben. Es reinigt und schwemmt aus, es gibt aber auch Substanz und Leben. Was Wasser hat, das kann wachsen. Wir schauen heute in der Magie oft auf das Feuer: Kerzen, Teelichte, Räucherungen, ein Feuer draußen usw., aber es lohnt sich wirklich, das Wasser mindestens genauso stark zu betonen und ihm denselben Stellenwert zu geben.

Sei das mit alten Traditionen wie dem Osterwasser oder ganz modern mit magischen Duftwässern, flüssigen Mixturen oder den berühmten „Zaubertränken“, was einen dann schon fließend zur Küchenmagie bringt.