Ein Buchtipp zum Waite-Smith Tarot

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Es ist immer eine große Freude, wenn man einen neuen Buchschatz entdeckt. So auch das Buch von Marcus Katz und Tali Goodwin zum Waite-Smith Tarot.

Kurz dazu: heute ist der Ausdruck Rider-Waite Tarot (noch) gebräuchlicher. Aber Rider war nur der Verleger, gemalt wurden die Karten von Pamela Coleman Smith und das ist der entscheidende Punkt bei einem Kartendeck mit Bildern – zumal dem ersten, das die kleinen Arkana mit Bildern ausgestattet hat. Im englischsprachigen Bereich kommt daher die Bezeichnung Waite-Smith immer mehr in den Gebrauch und wir sollten auch darüber nachdenken.

Das Buch ist eine echte Fundgrube mit zahlreichen Zeichnungen und Bildern von Pamela Coleman Smith, weit über das Tarotdeck hinaus. Wer diesen märchenhaften Stil mit fließenden Linien von etwa 1880 bis 1920 mag, ist hier genau richtig.

Die Autoren gehen natürlich ausführlich auf kabbalistische Bezüge ein, genau wie auf traditionelle Motive der europäischen Geistesgeschichte, die in den Bildern allegorisch wieder aufleben.

Es gibt viele Fotos von Schauplätzen und den Beteiligten, von Korrespondenzen und den Vorlagen für einige Karten (z.B. berühmte Schauspielerinnen der Zeit in ihren Kostümen, die für manche Karten die Basis bildeten).

Ich hatte vor einer Weile das Buch „Women of the Golden Dawn“ besprochen und die Verflechtung von SchauspielerInnen und KünstlerInnen mit dem spirituellen Aufbruch dieser Zeit waren sehr eng, so dass einen das nicht verwundert.

Die ganze Geschichte um das Deck herum wird erklärt, es sind so viele Details, dass man gar nicht alles aufzählen kann. Bei jeder Karte lernt man etwas dazu, das man noch nicht gehört hatte, auch wenn man sich schon lange damit befasst. Und wenn es das Foto eines Grabes in einer Kirche ist, das für die vier der Schwerter sozusagen Modell stand. Diese vielen, liebevollen Details zeigen, wie intensiv recherchiert wurde.

Manche englischen Rezensionen bemängeln das Buch wäre unübersichtlich oder chaotisch. Lasst euch davon nicht beeindrucken, wenn es euch interessiert. Wie man angesichts dieser großartigen Recherchearbeit ernsthaft das Haar in der Suppe spalten kann, ist mir schleierhaft.

Wer sich für das Waite-Smith Tarot, aber auch die europäische magische Geistesgeschichte an sich interessiert, wird mit diesem Buch viel Freude haben. Man hat lange etwas zu lesen damit, das ist nichts für zwischendurch, das will in Ruhe einsinken können und im Herzen bewegt werden.

 

Es ist recht ruhig im Blog…

… im Moment, was bedeutet: der Bär steppt! 😉 Natürlich fallen einem genau dann lauter schöne Themen ein, über die man gerne schreiben würde. Als »Herrin der Zettel« (und Notizbücher!) vergesse ich zum Glück recht wenig, das kommt alles noch.

Für dieses Jahr kristallisieren sich die ersten Pläne heraus, bei einem bin ich schon mittendrin und das ist der lange geplante Onlinekurs für die Skatkarten.

Wer sich in die Info-Liste eintragen lassen möchte: eine Mail an claire@hexe-claire.de mit dem Betreff „Skatkurs“ reicht. Das verpflichtet zu nichts, es bedeutet einfach nur, dass man eine Infomail bekommt, wenn der Kurs online geht.

Er sollte bis Ende des Jahres fertig sein, das braucht Zeit, weil sich vieles beim Schreiben entwickelt. Da gibt es so viele Fragen aus der Praxis: Wo sind die Stolpersteine, was kann man wie lösen? Welche Kniffe gibt es, was kann man sich sparen und was ist wirklich hilfreich?

Das ist immer der Punkt, wo es spannend wird. Für Anfänger ein Graus, für Fortgeschrittene eine sportliche Herausforderung, dieser Moment, in dem man vor den Karten sitzt und sich grübelnd fragt: Was will mir der Künstler damit sagen?

Es ist Arbeit das Kartenlegen zu erlernen, aber ich hoffe, dass ich genügend Spaß und Abwechslung hineinbringen kann, damit es nicht zäh oder langweilig wird. Denn zwischendurch hat jeder mal einen Hänger (ich hatte auf YouTube mal ein Video zum toten Punkt beim Kartenlegen gemacht).

Überhaupt gibt´s da so viele Mythen, die Anfänger entmutigen. Man muss es nicht von heute auf morgen drauf haben. Es ist auch nicht zu erwarten, dass man ein Kartenpäckchen erblickt und auf wundersame Weise ein Erweckungserlebnis hat, woraufhin man alle Karten automatisch beherrscht.

Wenn man so etwas hört, denkt man natürlich: Oh je, mit mir wird das wohl nichts werden.

Ich habe bei sowas immer die Stimme von Hape Kerkelings genialer Figur der Evje van Dampen im Ohr. Wie er auf seine unvergleichliche Art verkündet: Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit! Das gilt nicht nur für die Liebe, das schadet auch beim Kartenlegen nicht. Aber mit mindestens genauso viel Spaß, wie die unvergleichliche Evje verbreitet. 😀

Fall sie jemand tatsächlich nicht kennen sollte (oder heute noch nicht gelacht hat):

 

 

 

Ein neues Video über Kristallkugeln

Da war ja noch ein Video! Unveröffentlicht lacht es mich bei Youtube an. In letzter Zeit war so viel los, dass an neue Videos nicht zu denken war. Umso schöner, wenn man ein früheres Video wiederfindet, damit die Pause nicht so lang wird.

Diesmal geht es um eine ziemlich häufige Frage und zwar wie man die richtige Kristallkugel für sich aussucht. Kristallkugeln gelten gemeinhin eher als schwieriges magisches Hilfsmittel. Dabei sind sie wirklich einen Versuch wert.

Das ist nicht nur etwas für besonders Begabte, meist fehlt nur die Geduld oder man verkrampft zu sehr. Pausen und eine gute Prise Humor helfen da ungemein. Oft ist der Punkt, an dem man befreit über seine Anspannung und die allzu ernsthaften Bemühungen lachen kann genau der Punkt, an dem der Knoten platzt.

Ein paar Tipps für das richtige „Startgerät“ findet ihr in diesem Video:

(Unser Kater vom Video-Bild guckt seit einer Weile vom Katzenhimmel aus zu. Er war immer sehr interessiert an solchen Sachen. ❤ Nur beim pendeln war er immer ein bißchen zu engagiert und wollte sozusagen direkt ins Schicksal eingreifen…)

Neu bei Youtube: Ja/Nein-Fragen mit den Skatkarten beantworten

Beim Kartenlegen sind Ja/Nein-Fragen immer wieder ein spannendes Thema. Geht das überhaupt? Und wenn ja: Wie kann man das machen?

Wie so oft braucht es ein wenig Fingerspitzengefühl und mit manchen Decks ist es (gerade für Anfänger) um einiges leichter, als mit anderen. Speziell die Skatkarten mit ihrer klaren Symbolik können einen große Hilfe sein, wenn man die Tendenz für ein Anliegen kompakt und ohne jeden Schnörkel auf den Punkt bringen will.

Gleich mehrere bewährte Techniken dafür habe ich euch im folgenden Video zusammengestellt:

 

April, April und das neue Thema des Monats

Oh je, heutzutage nehmen viele Leute alles so ernst. Ich habe überlegt, ob ich etwas fröhlich-abwegiges ins Blog schreibe. Aber als ich sah, dass sogar diese witzige Meldung der Tagesschau zum Teil ernsthaft kommentiert wurde, konnte ich nur den Kopf schütteln.

Die Leser haben die Meldung sozusagen bierernst genommen: eine heimliche Rockergruppe vom LKA, die sich „Schnelles Helles“ nennt. Wie kann man da den Scherz nicht erkennen? 😀

Wie dem auch sei, gerade ist das neue Thema des Monats auf der Homepage online gegangen, diesmal geht es um die Top 5 Fragen zum Kartenlegen.

Viel Freude beim lesen und bitte: Schickt euch in den April! Was wäre das Leben ohne solche kleinen Traditionen. Ich werde jedenfalls noch heute eine neue Karriere als Ufo-Forscherin aufnehmen. Doch, wirklich! 😉

 

Ein neues Youtube-Video

Es gibt ein neues Youtube Video, diesmal zur Frage: Wie kann man die Karten befragen, wenn man wissen möchte, wie es jemandem geht? Gibt es dafür ein bestimmtes Legemuster?

Das gibt es und es ist sogar schon ziemlich alt.

Solche Legemuster sind bereits aus der Zeit des Golden Dawn bekannt. Wir erinnern uns: A.E. Waite und Pamela Coleman-Smith, die das berühmte „Waite-Deck“ gestaltet haben, waren beide Mitglieder dieses schilldernen und bis heute nachwirkenden Ordens, der um 1890 herum seine Blütezeit hatte.

Manche Fragen und Themen ändern sich nie. 😉 Und so gab es damals schon bewährte Legemuster, die sich mit dieser Frage befasst haben. Vielleicht war es in dieser Zeit sogar noch drängender als heute, wenn man darüber nachdenkt.

Damals hat man sich vor allem über Briefe ausgetauscht, das hat seine Zeit gebraucht (wobei es auch Vorzüge hatte, würden wir in einem Experiment für zwei Wochen in dieser alten Kommunikations-Weise leben, wären wir in der ersten Woche vermutlich entnervt und in der zweiten wunderbar entspannt).

Wie dem auch sei, zurück zum Legemuster und der Frage: Wie geht es XY?

Die Jahreskarten-Diskussion 2016

In diesem Jahr seid ihr herzlich eingeladen gerne auch über die Lenormandkarten zu diskutieren. Das wurde öfter mal von den Lenormand-Fans gefragt und natürlich kann man auch mit den Lenormandkarten Jahreskarten ziehen.

Ich habe wieder eine große Arkana aus dem Tarot für das kommende Jahr gezogen. Im letzten Jahr war es bei mir die Hohepriesterin. In diesem Jahr habe ich das »Vision Quest« Tarot verwendet, das bei einigen Karten andere Begriffe und Symbole hat, grundsätzlich aber wie ein gewohntes Tarot aufgebaut ist.

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Noch kurz dazu: ich bin Jahre um dieses Deck herumgeschlichen, die Idee fand ich wirklich gut, aber die Farben… . Ein bißchen sehr grell. Aber wie das immer so ist, zum Schluss siegt die Neugier und siehe da: das Deck an sich ist überhaupt nicht so knallig wie das Bild auf der Packung oder die Abbildungen im Web.

Warum auch immer sie auf der Verpackung die Farben so hochgezurrt haben, die Karten selbst haben – für meinen Geschmack – einen sehr schönen Mix aus lebendigen Farben und sanften Tönen.

Kleiner Nachtrag: hier ein direkter Vergleich zwischen den Farben der Karten und den Farben auf der Packung. Das Bild ist bei normalem Tageslicht aufgenommen, da erkennt man den Unterschied ziemlich gut:

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Die Karten sind das Eine, das Begleitbuch ist das Andere und allein dafür würde es sich lohnen, das Deck zu kaufen. Die Beschreibungen der Karten sind sehr feinfühlig, sehr „zwischen den Zeilen“ und doch auf den Punkt.

Zum Schluss muss es natürlich immer für einen selbst passen. Auch ich habe so manche schweigsame Schöne im Schrank: Decks, die optisch wunderbar aussehen, aber beim Kartenlegen einfach nicht zünden. Nicht jedes Deck spricht zu jedem und manchmal sind „robuste“ Klassiker wie Rider-Waite in der Praxis um Längen besser, als optisch bedeutend hübschere Künstler-Ausgaben.

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Doch zurück zu den Jahreskarten an sich. Ich zog den spirituellen Krieger (im Rider-Waite und verwandten Systemen entspricht das dem Wagen).

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© Kartenabbildung mit freundlicher Genehmigung
der Königsfurt-Urania Verlag GmbH.

.. und meine erste Reaktion war: Nein, jetzt ist aber mal genug gekämpft. (Nur weil man schon lange Karten legt, heißt das noch lange nicht, dass man sich im ersten Moment immer über das Ergebnis freut. Da geht´s mir genau wie meinen Kundinnen und Kunden und ich kann 1:1 nachfühlen, dass man manches erstmal setzen lassen muss.)

Zum Glück wurde die innere Stimme gleich munter und warf ein: Schau genauer hin, es heißt spiritueller Krieger, das geht gar nicht um das äußere Leben.

Vieles an dieser Karte ähnelt dem klassischen Wagen aus älteren Decks: eine gewisse Energie des Aufbruchs, man prescht voran. Hier im »Vision Quest« wird diese Weiterentwicklung aber vor allem innerlich gedeutet, als Suche (und finden), als einen Sieg, der daraus erwächst, dass man mehr Verständnis erwirbt und immer mehr zu sich selbst findet. Eine Art „innerer Wagen“, wenn man beim Vergleich mit traditionellen Decks bleiben will.

Jetzt bin ich natürlich gespannt, was ihr gezogen habt, welche Ideen und Impulse ihr dabei hattet und falls jemand Fragen zu seiner Jahreskarte hat, kann er sie natürlich gerne stellen. Für die Diskussion gilt wie immer: Erfahrungen teilen ist bereichernd, Rat/Schläge lassen wir außen vor (ihr wisst schon, was ich meine).

 

…und gerade sehe ich, dass ich mich bei der Jahreskarten-Diskussion 2014 über den 150. Follower im Blog gefreut habe. Mittlerweile sind es 1.253, wir werden immer mehr. 😉