Tarotkarten die zweite

Wie auf der Homepage in den News angekündigt, bin ich von morgen an unterwegs und am 4. Oktober wieder zurück. So lange wird es hier etwas ruhiger.

Aber da war ja noch was offen… Wie sind die neuen Karten denn nun?

Ich habe offensichtlich schon eine neue Ausgabe der „Premium Waite“ Tarotkarten erwischt. Verkauft wurden sie als ganz normales Waite Tarot, aber die Rückseite verrät es.

Im Vergleich zu den Skatkarten sind sie gleich dick (die Kamera fängt die Breite der Karten nicht wirklich ein, aber mit den Händen fühlt man es).

Da ist also alles gut, aber in der B-Note gibt es Abzüge. Also diese Rückseite…

Das braun ist nicht gerade mein Favorit. Ein Espresso-braun wäre ja edel, aber das?

Was soll es überhaupt darstellen? Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber ich bezweifle, dass irgendjemand dieses Muster besonders attraktiv findet.

Gerade bei den Tarotkarten bietet sich ein Motiv aus der alten magischen Tradition an. Von mir auch ein symetrisches Muster, wie auf der Rückseite der meisten Skatkarten. Ein bißchen klassisch und stilvoll darf das schon sein, immerhin sieht man die Rückseite oft genug beim mischen.

Wer soll bei dieser Rückseite in Stimmung zum Kartenlegen kommen? Früher gab es ein Deck mit sehr schöner Rückseite in hellblau und weiß, wenn sich da noch jemand dran erinnert. Es ist 2001 erschienen, das war ein Faksimile der Originalkarten. Faksimile bedeutet, dass die Farbgebung der originalen Karten verwendet wurde. Die heutigen Decks sind sehr viel knalliger, als die typischen Farben der damaligen Zeit.

Die Rückseite mit hermetischem Kreuz und mystischer Rose war auch sehr schön. Dann kam irgendwann die Rückseite mit dünnen dunkelblauen Linien. Die fand ich schon hart an der Grenze. Ich denke die Tarotkarten haben mehr verdient.

Das ist sonst so, als würde man ein wunderschönes Bild in den erstbesten Rahmen stecken. Das Bild ist natürlich immer noch wunderschön, aber die Wirkung ist eine völlig andere.

 

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Materielles

Im neuen Thema des Monats hier auf der Webseite geht es diesmal um materielle Fragen beim Kartenlegen. Im wahrsten Sinne des Wortes und das ist ein ganz anderer, als die meisten vermuten…

Nächste Woche kommen wir hier im Blog zu den Hexenkalendern für 2018. Ich denke am Mittwoch wird es soweit sein, dann können wir an diese kleine Tradition anknüpfen.

Tarot erster und zweiter Klasse?

Vor einer Weile kaufte ich ein neues Tarotdeck, da muss immer mal ein neues her. Manche mögen es, wenn die Karten so richtig abgegriffen sind, aber wenn man für viele verschiedene Menschen legt, finde ich einen frischen Start von Zeit zu Zeit besser.

Ich staunte nicht schlecht, was dann kam: Mit diesen dünnen Blättchen soll man Karten legen?

Entsprechend war das erste Deck auch ziemlich schnell durch, aber ich dachte mir: Nicht verzagen, nimm einfach nochmal das Deck, das du früher schonmal hattest, mit den soliden Karten.

Das Ergebnis seht ihr links: schon wieder dünne Kärtchen, die sich bereits bei leichtem Druck in alle Richtungen verbiegen lassen. Einmal nicht aufgepasst und man hat einen Knick drin.

 

Hier in Deutschland kommen die Karten meist vom Königsfurt Verlag. Dort entdeckte ich meine Schlabber-Kärtchen wieder, sah aber auch, dass es ein Premium Waite gibt. Leider noch ohne Preis und Fotos hier im Shop von Königsfurt.

Also mal bei amazon schauen und auch da gibt es ein Premium Waite, aber von AGM Urania. Nachdem Königsfurt-Urania seit 2007 ein Verlag sind, können es noch Restkarten von früher sein, zumal man sie nur „neu“ von verschiedenen Händlern bekommt, sie sind also nicht direkt bei amazon gelistet.

Ich habe sie mir bestellt, in der Hoffnung endlich wieder griffige Karten zu bekommen. Das Eigenartige ist, dass man die Premium Karten auf Englisch, Portugiesisch, Französisch und Spanisch bereits bekommt, wie die Suche gezeigt hat. Sie sind am 1.5. diesen Jahres erschienen.

Die Frage ist natürlich, ob diese Karten wirklich stabiler sind oder sich das „Premium“ auf die Farben oder die Abbildungsqualität der Karten bezieht. Hat jemand von euch bereits dieses neue Premium-Waite und kann etwas dazu sagen?

Dass die normalen Karten so dünn geworden sind, ist wirklich schade. Egal ob Profi oder Hobby-Tarotfan, damit hat man keine Freude. Natürlich kann man mit ihnen Karten legen, so ist das nicht. Aber man hat immer das Gefühl Bastel-Karton in den Händen zu halten und keine soliden Karten.

 

Das russische Zigeuner-Orakel ist zurück

Es ist wieder da! Durch Zufall sah ich letztens, dass es das »Russische Zigeuner Orakel« von Swetlana Alexandrowna Tutschkow wieder gibt. Das hatte ich vor langer Zeit mal besprochen, einige hatten sich dafür interessiert, aber dann war es nicht mehr zu haben oder nur noch zu Wucherpreisen.

Umso schöner, dass man es wieder bekommt. Das ist wirklich ein entzückendes Orakel, bei Google findet ihr hier zum Beispiel die Bilder.

Es ist kein Kartendeck für »harte« Befragungen. Wer wissen will, was er konkret in einer Angelegenheit tun soll, ist mit anderen Orakeln besser bedient. Aber wer »weich« einen Blick in die Zukunft werfen mag, wird viel Freude mit den wunderschönen russischen Bildern haben, die an die traditionelle Lackmalerei erinnern.

Man muss sie natürlich erstmal finden! Die 25 Karten werden zum Quadrat ausgelegt und haben jeweils vier ¼-Motive aufgedruckt. Das macht den Spaß der Sache aus: man muss sie drehen und schauen, ob sich mit den umliegenden Karten ein ganzes Motiv ergibt.

Hat man ein Bild gefunden, ist auch noch die Ausrichtung wichtig, da helfen kleine Pfeile an den Karten und dann kann man im Begleitbuch nachschlagen, was dieses Motiv in der jeweiligen Ausrichtung bedeutet.

Das ist ein wunderbares Kartendeck für einen verregneten Nachmittag (bald haben wir mehr als genug davon…). Es macht auch viel Freude in kleiner Runde, zusammen findet man leichter die versteckten Bilder.

Generell ist es ein »Salon-Orakel«, so nenne ich Orakel aller Art, die eine gewissen Unterhaltungsfaktor haben und nicht nur hinter den Fakten her sind. Genau das macht seinen Charme aus.

Man darf beim Kartenlegen ruhig mal Leichtigkeit hineinbringen und auch Spaß ist erlaubt. 😉

 

Ein Buchtipp zum Waite-Smith Tarot

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Es ist immer eine große Freude, wenn man einen neuen Buchschatz entdeckt. So auch das Buch von Marcus Katz und Tali Goodwin zum Waite-Smith Tarot.

Kurz dazu: heute ist der Ausdruck Rider-Waite Tarot (noch) gebräuchlicher. Aber Rider war nur der Verleger, gemalt wurden die Karten von Pamela Coleman Smith und das ist der entscheidende Punkt bei einem Kartendeck mit Bildern – zumal dem ersten, das die kleinen Arkana mit Bildern ausgestattet hat. Im englischsprachigen Bereich kommt daher die Bezeichnung Waite-Smith immer mehr in den Gebrauch und wir sollten auch darüber nachdenken.

Das Buch ist eine echte Fundgrube mit zahlreichen Zeichnungen und Bildern von Pamela Coleman Smith, weit über das Tarotdeck hinaus. Wer diesen märchenhaften Stil mit fließenden Linien von etwa 1880 bis 1920 mag, ist hier genau richtig.

Die Autoren gehen natürlich ausführlich auf kabbalistische Bezüge ein, genau wie auf traditionelle Motive der europäischen Geistesgeschichte, die in den Bildern allegorisch wieder aufleben.

Es gibt viele Fotos von Schauplätzen und den Beteiligten, von Korrespondenzen und den Vorlagen für einige Karten (z.B. berühmte Schauspielerinnen der Zeit in ihren Kostümen, die für manche Karten die Basis bildeten).

Ich hatte vor einer Weile das Buch „Women of the Golden Dawn“ besprochen und die Verflechtung von SchauspielerInnen und KünstlerInnen mit dem spirituellen Aufbruch dieser Zeit waren sehr eng, so dass einen das nicht verwundert.

Die ganze Geschichte um das Deck herum wird erklärt, es sind so viele Details, dass man gar nicht alles aufzählen kann. Bei jeder Karte lernt man etwas dazu, das man noch nicht gehört hatte, auch wenn man sich schon lange damit befasst. Und wenn es das Foto eines Grabes in einer Kirche ist, das für die vier der Schwerter sozusagen Modell stand. Diese vielen, liebevollen Details zeigen, wie intensiv recherchiert wurde.

Manche englischen Rezensionen bemängeln das Buch wäre unübersichtlich oder chaotisch. Lasst euch davon nicht beeindrucken, wenn es euch interessiert. Wie man angesichts dieser großartigen Recherchearbeit ernsthaft das Haar in der Suppe spalten kann, ist mir schleierhaft.

Wer sich für das Waite-Smith Tarot, aber auch die europäische magische Geistesgeschichte an sich interessiert, wird mit diesem Buch viel Freude haben. Man hat lange etwas zu lesen damit, das ist nichts für zwischendurch, das will in Ruhe einsinken können und im Herzen bewegt werden.

 

Es ist recht ruhig im Blog…

… im Moment, was bedeutet: der Bär steppt! 😉 Natürlich fallen einem genau dann lauter schöne Themen ein, über die man gerne schreiben würde. Als »Herrin der Zettel« (und Notizbücher!) vergesse ich zum Glück recht wenig, das kommt alles noch.

Für dieses Jahr kristallisieren sich die ersten Pläne heraus, bei einem bin ich schon mittendrin und das ist der lange geplante Onlinekurs für die Skatkarten.

Wer sich in die Info-Liste eintragen lassen möchte: eine Mail an claire@hexe-claire.de mit dem Betreff „Skatkurs“ reicht. Das verpflichtet zu nichts, es bedeutet einfach nur, dass man eine Infomail bekommt, wenn der Kurs online geht.

Er sollte bis Ende des Jahres fertig sein, das braucht Zeit, weil sich vieles beim Schreiben entwickelt. Da gibt es so viele Fragen aus der Praxis: Wo sind die Stolpersteine, was kann man wie lösen? Welche Kniffe gibt es, was kann man sich sparen und was ist wirklich hilfreich?

Das ist immer der Punkt, wo es spannend wird. Für Anfänger ein Graus, für Fortgeschrittene eine sportliche Herausforderung, dieser Moment, in dem man vor den Karten sitzt und sich grübelnd fragt: Was will mir der Künstler damit sagen?

Es ist Arbeit das Kartenlegen zu erlernen, aber ich hoffe, dass ich genügend Spaß und Abwechslung hineinbringen kann, damit es nicht zäh oder langweilig wird. Denn zwischendurch hat jeder mal einen Hänger (ich hatte auf YouTube mal ein Video zum toten Punkt beim Kartenlegen gemacht).

Überhaupt gibt´s da so viele Mythen, die Anfänger entmutigen. Man muss es nicht von heute auf morgen drauf haben. Es ist auch nicht zu erwarten, dass man ein Kartenpäckchen erblickt und auf wundersame Weise ein Erweckungserlebnis hat, woraufhin man alle Karten automatisch beherrscht.

Wenn man so etwas hört, denkt man natürlich: Oh je, mit mir wird das wohl nichts werden.

Ich habe bei sowas immer die Stimme von Hape Kerkelings genialer Figur der Evje van Dampen im Ohr. Wie er auf seine unvergleichliche Art verkündet: Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit! Das gilt nicht nur für die Liebe, das schadet auch beim Kartenlegen nicht. Aber mit mindestens genauso viel Spaß, wie die unvergleichliche Evje verbreitet. 😀

Fall sie jemand tatsächlich nicht kennen sollte (oder heute noch nicht gelacht hat):

 

 

 

Ein neues Video über Kristallkugeln

Da war ja noch ein Video! Unveröffentlicht lacht es mich bei Youtube an. In letzter Zeit war so viel los, dass an neue Videos nicht zu denken war. Umso schöner, wenn man ein früheres Video wiederfindet, damit die Pause nicht so lang wird.

Diesmal geht es um eine ziemlich häufige Frage und zwar wie man die richtige Kristallkugel für sich aussucht. Kristallkugeln gelten gemeinhin eher als schwieriges magisches Hilfsmittel. Dabei sind sie wirklich einen Versuch wert.

Das ist nicht nur etwas für besonders Begabte, meist fehlt nur die Geduld oder man verkrampft zu sehr. Pausen und eine gute Prise Humor helfen da ungemein. Oft ist der Punkt, an dem man befreit über seine Anspannung und die allzu ernsthaften Bemühungen lachen kann genau der Punkt, an dem der Knoten platzt.

Ein paar Tipps für das richtige „Startgerät“ findet ihr in diesem Video:

(Unser Kater vom Video-Bild guckt seit einer Weile vom Katzenhimmel aus zu. Er war immer sehr interessiert an solchen Sachen. ❤ Nur beim pendeln war er immer ein bißchen zu engagiert und wollte sozusagen direkt ins Schicksal eingreifen…)