Letzter Aufruf für die Kurse…

… bis Anfang nächster Woche ist ein »Check-in« vor der Sommerpause noch möglich. 😉

Die Zeit fliegt und dann heißt es oft: Was, du bist jetzt schon weg? Daher mache ich einen letzten Aufruf.

Wer noch eine Lektion nehmen möchte oder jetzt neu starten will: alle Infos gibt´s wie immer auf der Homepage oder direkt unter claire@hexe-claire.de .

Ab nächstem Freitag bin ich in der Pause und dann ab dem 26.6. wieder zurück.

 

Spiritualität managen?

Heute möchte ich das Thema einer Blogleserin aufgreifen, ich darf es direkt zitieren:

Vor ca 15 Jahren habe ich begonnen schamanisch zu arbeiten und workshops besucht.

Vor einem Jahr habe ich ein schaman. Jahrestraining angefangen. (…)
In diesen 15 Jahren scheint sich sehr vieles verändert zu haben, was mich entsetzt und auch traurig macht.

Während des Jahrestrainings hat sich bei mir das Gefühl verstärkt, dass sehr sehr viele Leute spirituelle Arbeit mittlerweile nur noch als Mittel zum Zweck sehen.

Auf den Workshops finden sich immer mehr die sog. Karrieremenschen (z.B. entlassene Banker), die jetzt die gleichen Mechanismen in diese Sparte transferieren, wie sie zuvor im Management üblich waren.

Also die gleichen Graben- und Konkurrenzkämpfe, verdecktes Ellenbogenausfahren bestimmt von dem Bestreben, sich am Markt zu positionieren und Karriere und Kohle zu machen (und damit meine ich jetzt nicht das Bestreben, dass der Lebensunterhalt ja auch verdient werden muss, sondern wirklich wie an der Börse, seh zu dass die Aktien steigen und Dividende abwerfen, je mehr desto besser). Bin grad wieder kopfschüttelnd von einem WE workshop zurück.

War das schon früher so oder fällt mir das erst jetzt auf ?

Um ehrlich zu sein hatte ich noch nie bewusst darüber nachgedacht. Manchmal hatte ich ein komisches Gefühl, aber dabei blieb es auch. Aber wenn es dann mal jemand ausspricht… Doch, da ist was dran. Mir fielen mehrere Gesichter ein, die ich in diese Richtung zuordnen würde, männlich wie weiblich.

… und natürlich denke ich auch an Leute aus der Business-Welt, die sehr bewusst und positiv mit ihrer Spiritualität umgehen. Es geht nicht darum, diese Jobs schlecht zu machen, ein Job sagt nicht wer man ist. Es geht um diesen einen, ganz speziellen Typus. Wo das Lächeln auch gebleckte Zähne sein könnten und alles vor Dynamik nur so strotzt.

Man bezeichnet sich auch lieber nicht zu sehr als spirituell, besser was in Richtung Coaching, damit man die „normalen“ Leute nicht verschreckt. So bleibt man auch flexibler sich jedem neuen Trend anschließen zu können. Bloß nicht zu verbindlich werden. Alles wird gut strukturiert, das kennt man noch vom früheren Job und es lässt sich viel besser „marktgerecht“ aufarbeiten.

Was ist das Problem daran? Grundsätzlich kann jeder so gelackt, dynamisch oder überfliegend sein, wie er mag. Da bin ich nicht kleinlich und die Geschmäcker sind verschieden.

Hexen und spirituelle Freidenker sind von sowas selten betroffen. Trotzdem ist es wichtig darüber nachzudenken, denn es gibt etwas zu lernen und diese Lektion ist in unserer Erfolgsdruck-Kultur sehr wichtig.

Die Super-Coaches verbiegen die Spiritualität grundlegend. Sie bauen sie zu einer illusionären Rüstung um. Folge meinem System und du wirst unverwundbar, dein Aufstieg wird unausweichlich sein und du bekommst alles, was du dir wünschst. Das ist reines Business, das ist keine Spiritualität.

Spiritualität – in ihrer ganzen Tiefe – ist etwas, das trägt. Sie trägt einen nicht nur, wenn man der Sieger ist. Sie trägt einen auch, wenn man ein Häufchen Elend ist, mit dem Leben hadert oder mit den Nerven am Ende ist. Gerade dann ist sie unverzichtbar. Sie ist nicht nur für die Starken da.

Allein der Gedanke, dass es Menschen gibt, die immer stark und erfolgreich sind, ist absurd. Manche Menschen haben vielleicht eine starke Fassade, aber das sind selten die Glücklichen.

Spiritualität bedeutet das echte Leben, nicht die Illusion und der schöne Schein des eigenen Glanzes. Das ist ja das Schöne, man muss gar nicht super drauf sein, um sich neu zu verbinden.

Die alten Kulturen waren da ehrlicher, helle und dunkle Gottheiten reflektierten das Leben, wie es eben ist. Oder wie mongolische Schamanen sagen: Balance ist die Mitte zwischen hell und dunkel. Wenn man es in die Mitte schafft (und nicht erst, wenn man im hell strahlenden Licht steht), ist man bereits in Balance.

Oder wie ich scherzhaft sage: Einmal Leben süß-sauer, bitte! 😉 Es ist so. Es wird nie anders sein. Schluss mit der Scharade und rein ins echte Leben.

Zum vormerken: die Sommerpause

Das Jahr rennt. Gut, das sagt man häufig so dahin, aber in diesem Jahr ist es wirklich so und damit bin ich nicht alleine.

Manchmal sind die Monate so voller Eindrücke, dass sie einem wie ein halbes Jahr vorkommen.

Wieder einmal bewahrheitet sich, dass zwischen den Schwierigkeiten die Möglichkeiten liegen. Eine verrückte, intensive Zeit ist das. Zeit für ein Päuschen also und das mache ich in diesem Jahr vom 3. bis 25. Juni.

Beim Kartenlegen ist schon alles ausgemaust, neue Anfragen sind dann ab dem 26. Juni wieder möglich, wenn ich zurück bin.

Die Kurse gehen wie gewohnt weiter. Da gibt es Engpässe seltener und wenn, dann eher im Herbst, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind und die dunkle Jahreszeit magisch nutzen wollen.

Das wird öfter mal gefragt: Wie können Online-Kurse ausgebucht sein? Aber natürlich können sie das. Die Leute haben auch die ein oder andere Frage in den Kursen und man kann nicht unbegrenzt Teilnehmer annehmen.

Wer also vor der Pause noch mit einem Kurs starten möchte: Bitte rechtzeitig anfragen (mindestens eine Woche vorher), damit es noch klappt. Wer schon dabei ist, der weiß ja wie alles funktioniert. 😉 Jetzt brauchen wir nur noch einen Sommer…

 

Frohes Walpurgis!

Goethe sagte: Es ist nichts schwerer zu ertragen, als eine Reihe von freien Tagen. Jedenfalls wird er bei uns immer so (falsch) zitiert.

In Wirklichkeit hat er gesagt: Alles in der Welt läßt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen.

Tja, was soll man dazu sagen, wir liegen alle mal daneben. 😉

Deshalb wünsche ich euch ein wunderbares verlängertes Walpurgis-Wochenende. Trotzen wir dem Wetter und rufen die Lebenskräfte herbei, sonst gibt´s am Ende noch einen Pulloversommer hinterher…

 

Euer Feedback

Da habe ich wohl einen Nerv getroffen, das letzte Thema ist nach dem Motto: im Blog passiert nichts, aber der Buschfunk vibriert förmlich. Danke für eure Zuschriften, in denen es oft auch um die eigenen dunklen Momente ging.

Das ist ein wichtiger Aspekt, es geht natürlich nicht nur um das, was eventuell von anderen kommt. Geht man davon aus, dass andere einem Ungutes senden können und ist man nicht allzu eitel, dann ist der zweite Gedanke natürlich: Was mache ich eigentlich mit meiner Energie? Wie sieht es da aus?

Das ist ein wichtiges Thema, es wird nur gerne unter den Teppich gekehrt. Wenn die anderen nicht immer Engelchen sind, gilt das natürlich auch für einen selbst. In den Traditionen des Espiritismo heißt es: Für jedes Engelchen hast du auch ein Teufelchen. Das ist ehrliche Menschenkenntnis – und etwas, mit dem man arbeiten kann.

Jeder Mensch hat Licht und Schatten. Wenn man das verdängt, köchelt es unbewußt weiter oder sucht sich eigenmächtig seine Kanäle. Deshalb ist das Hinschauen so wichtig, damit man innerlich durchlässig bleibt und damit arbeiten kann.

Es gibt spirituelle Traditionen, die sehr bewusst damit umgehen, in denen man gar nicht erst von der unrealistischen Annahme ausgeht, dass Menschen immer gut wären. In manchen buddhistischen Wegen macht man z.B. vorbeugend zu Neu- und Vollmond ein Entschuldigungsritual. Man bittet dabei ehrlich um Verzeihung für das, was man bewusst oder unbewusst getan hat, das nicht ganz so optimal war.

Das ist ein sehr schön Ansatz. Es geht nicht darum, sich selbst in den Staub zu treten. Was nutzt ein Büßer im Staub, der am Ende auch noch selbstmitleidig ist? Gar nichts. Es geht darum »durchzuputzen« und wegzuräumen, was man anderen vor die Füße geknallt hat. Egal ob verbal oder energetisch, gezielt oder einfach so rausgerutscht.

Wir werden niemals perfekt sein, aber wir können unser Herz öffnen und sagen: Das gehört in den Müll und nicht vor deine Füße, ich packe es jetzt weg. Und danach uns selbst in den Arm nehmen und sagen: Verdammt, manchmal ist es nicht leicht, aber ich mache das Beste daraus, was mir im Moment möglich ist. Dann ist ein guter Anfang gemacht.

 

Flüche

Im Gegensatz zu früheren Zeiten in der Hexen-bewegung (der westlichen! – andere Kulturen waren nie so leichtsinnig) wissen heute die meisten, dass nicht alles Licht und Liebe ist, wie früher die Parole hieß.

Damals galt die mehr oder weniger ausgesprochene Annahme: Fühlt sich jemand verflucht, dann bildet er sich das ein. Oder es wird als bequeme Ausrede benutzt, um die angebliche Bosheit anderer Leute herzunehmen, damit man nichts am eigenen Leben ändern muss.

Das gibt es natürlich auch. Als ich in meinen Anfängen steckte, neigte ich ebenfalls zu dieser Ansicht. Man bekam außerdem oft mit, wie Flüche dazu benutzt wurden, um teure Rituale und Talismane zu verkaufen. Das lief meist so ab, dass kostenloses Kartenlegen oder Handlesen angeboten wurde. Dabei wurde festgestellt, dass ein schwerer Fluch auf der Person lasten würde, der dann gar nicht mehr so kostenlos entfernt werden sollte.

Das ganze Thema hatte einen ziemlich dubiosen Ruf und man versuchte es elegant beiseite zu reden, Stichwort: fehlende Eigenverantwortung der Betroffenen. Moderne Magie ist gute Magie, alles andere war finstere Vergangenheit.

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Bis mich vor einigen Jahren der Hilferuf eines Pferdewirtes aus dem Norddeutschen erreichte. Er schilderte, dass es jemanden gibt, der ihm die Pferde verhexe. Auf dem Land sei manches noch anders und es gäbe in der Gegend ein paar Leute, die sich auf sowas verstehen.

Es war sofort klar, dass es ihm ernst war. Er war typisch norddeutsch, geradling, sparsam mit Worten und auf Fakten bedacht. Kurz gesagt: der letzte Mensch, von dem man erwarten würde, dass er sich verflucht fühlt. Gewissenhaft zählte er auf was zu welchem Zeitpunkt passiert war, welche Veränderungen er auf seinem Grundstück bemerkt hatte, wie es den Tieren danach ging.

Dieser Moment war ein wichtiger Wendepunkt. Manchmal braucht man diesen einen Moment, in dem einem ein Licht aufgeht und man erkennt, dass man nicht mit dem Strom der allgemeinen Meinung schwimmen kann, sondern sich selbst ein Bild machen muss.

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Warum wohl werden Geistheiler, Schamanen und die verschiedensten Priesterinnen und spirituellen Medien auf der ganzen Welt darum gebeten, negative Energien zu erkennen und zu vertreiben?

Ich muss gerade an die Geschichte eines westlichen Forschers denken, der sich mit einem traditionellen Schamanen unterhielt. Der Forscher pries das naturverbundene Leben und den Einklang, in dem er leben würde. Der Schamane antwortete: Ach, so harmonisch ist das alles nicht, ich verbringe den ganzen Tag damit böse Geister zu töten.

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Wir haben auch oft eine falsche Vorstellung, wenn wir von Flüchen reden. Bei einem Fluch denkt man an jemanden, der in einem düsteren Zimmerchen dunkle Kerzen anzündet, Puppen malträtiert oder hinterhältige magische Büdel zusammenschnürt.

Doch es kann so viel mehr sein. Das Wort »Energieübetragung« wäre viel treffender, weil man dann nicht all diese Zaubergeschichten im Kopf hat, sondern das große Bild sieht.

Energie kann viele Wege gehen, auch wenn sie in Form von gezielten negativen Gedanken kommt ist das spürbar. Wer hat noch nie eine Person mit einer Aura erlebt, die einen instinktiv zurückweichen ließ. Oder einer Person, die man ambivalent findet, etwas ausgeliehen, nur um hinterher mit diesem Gegenstand zu fremdeln.

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Ich glaube jeder kennt solche mulmigen Momente und deshalb ist es so wichtig die Vorstellung vom Fluch als (ich sag´s jetzt mal salopp) »schwarze Kerzen anzünden und böse Sachen dazu sagen « aus dem Kopf zu bekommen.

Die Energie des Neides hat unter diesen Energien einen besonderen Stellenwert, sie wird als böser Blick, als malocchio (böses Auge) oder ohlhos grandes (große Augen) bezeichnet. Dafür muss man keine Kerze anzünden, das funktioniert auch so.

Interessanterweise braucht es mit Menschen aus Italien, Griechenland, der Türkei, dem Balkan oder aus dem ehemaligen Ostblock wenig Worte dazu. Jeder weiß was gemeint ist. Ich frage mich manchmal, wie dieses Wissen bei uns weggebrochen ist. In den alten Zauberbüchern (wir hatten ja gerade die Mosis-Büchlein hier im Blog) findet man das Thema noch ganz selbstverständlich.

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Waren unsere Vorfahren abergläubischer als wir? Sicher waren sie das, sie kannten für viele Dinge noch nicht die Ursachen und waren in einem völlig anderen Ausmaß von Leid, Krankheit und Tod umgeben als wir. Aber sie waren nicht dümmer und sie konnten gut beobachten, vermutlich besser als wir es heute können, mit all den Ablenkungen im Alltag.

Bei diesem Thema ist Panikmache nicht der richtige Weg und trotzdem kann man es nicht einfach beiseite schieben. Nach wie vor beschäftigt es viele im stillen Kämmerchen, sonst bekäme man nicht so viele Fragen dazu gestellt.

Naturgemäß gibt es viele Sichtweisen dazu und das ist auch richtig, jeder soll sich seine Meinung bilden. Aber wir wissen alle, dass der Mensch nicht nur aus Licht und Liebe besteht und das gilt nicht nur für seine körperliche und seelische Ebene, sondern natürlich auch für den Geist.

Je bewusster man damit umgeht, desto besser. Die Welt ist deshalb nicht in einem ständigen spirituellen Kriegszustand (dieses überzogene Bild wird dann ja gerne gezeichnet). Aber wenn mal etwas ist, findet man schneller Lösungen, wenn man alle Möglichkeiten im Blick hat.