Ostara kommt

Foto von @frangipani_delicious / Instagram

So langsam legt der Frühling richtig los und alle atmen auf. Zu Imbolc hat man die erste Hoffnung, dass der Winter nicht ewig dauern wird, aber es ist erst einmal nur das Licht, das mehr wird.

Jetzt kommt auch die Wärme dazu, die Knospen sprießen und Frühblüher lassen einem das Herz aufgehen. Endlich wieder Farbtupfen! Ostara fällt diesmal auf den 20.3., das ist ein Montag. Die meisten werden vermutlich am Sonntag davor oder am Wochenende danach feiern.

Das wird immer wieder gefragt, aber es ist völlig in Ordnung ein Fest dann zu feiern, wenn man Zeit hat und es als stimmig erlebt. Viele machen es mittlerweile so und feiern dann, wenn sie das Gefühl haben: Jetzt liegt es in der Luft. Also nicht nach Stichtag, sondern wenn es innerlich bei ihnen ankommt und spürbar ist.

* * *

Passend zu Ostara nimmt das Jahresrad ordentlich Fahrt auf und daher noch zwei organisatorische Sachen:

Beim Kartenlegen sind neue Anfragen ab dem 10. April wieder möglich.

Die Wartezeiten waren auf über zwei Monate geklettert und ich sag´s mal frech: Man will sich ja noch an seine Fragen erinnern können, wenn es soweit ist. 😉

In der Woche vom 3. bis 7. April bin ich nicht erreichbar, das schonmal zum vormerken.

Das ist vor allem für Kursteilnehmer wichtig, die jeweils zum Monatsbeginn neue Lektionen nehmen. Ihr könnt gerne schon Ende März weitermachen oder etwas später ab dem 10. April, wie es besser passt.

 

Ein Buchtipp zum Waite-Smith Tarot

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Es ist immer eine große Freude, wenn man einen neuen Buchschatz entdeckt. So auch das Buch von Marcus Katz und Tali Goodwin zum Waite-Smith Tarot.

Kurz dazu: heute ist der Ausdruck Rider-Waite Tarot (noch) gebräuchlicher. Aber Rider war nur der Verleger, gemalt wurden die Karten von Pamela Coleman Smith und das ist der entscheidende Punkt bei einem Kartendeck mit Bildern – zumal dem ersten, das die kleinen Arkana mit Bildern ausgestattet hat. Im englischsprachigen Bereich kommt daher die Bezeichnung Waite-Smith immer mehr in den Gebrauch und wir sollten auch darüber nachdenken.

Das Buch ist eine echte Fundgrube mit zahlreichen Zeichnungen und Bildern von Pamela Coleman Smith, weit über das Tarotdeck hinaus. Wer diesen märchenhaften Stil mit fließenden Linien von etwa 1880 bis 1920 mag, ist hier genau richtig.

Die Autoren gehen natürlich ausführlich auf kabbalistische Bezüge ein, genau wie auf traditionelle Motive der europäischen Geistesgeschichte, die in den Bildern allegorisch wieder aufleben.

Es gibt viele Fotos von Schauplätzen und den Beteiligten, von Korrespondenzen und den Vorlagen für einige Karten (z.B. berühmte Schauspielerinnen der Zeit in ihren Kostümen, die für manche Karten die Basis bildeten).

Ich hatte vor einer Weile das Buch „Women of the Golden Dawn“ besprochen und die Verflechtung von SchauspielerInnen und KünstlerInnen mit dem spirituellen Aufbruch dieser Zeit waren sehr eng, so dass einen das nicht verwundert.

Die ganze Geschichte um das Deck herum wird erklärt, es sind so viele Details, dass man gar nicht alles aufzählen kann. Bei jeder Karte lernt man etwas dazu, das man noch nicht gehört hatte, auch wenn man sich schon lange damit befasst. Und wenn es das Foto eines Grabes in einer Kirche ist, das für die vier der Schwerter sozusagen Modell stand. Diese vielen, liebevollen Details zeigen, wie intensiv recherchiert wurde.

Manche englischen Rezensionen bemängeln das Buch wäre unübersichtlich oder chaotisch. Lasst euch davon nicht beeindrucken, wenn es euch interessiert. Wie man angesichts dieser großartigen Recherchearbeit ernsthaft das Haar in der Suppe spalten kann, ist mir schleierhaft.

Wer sich für das Waite-Smith Tarot, aber auch die europäische magische Geistesgeschichte an sich interessiert, wird mit diesem Buch viel Freude haben. Man hat lange etwas zu lesen damit, das ist nichts für zwischendurch, das will in Ruhe einsinken können und im Herzen bewegt werden.

 

Selbstverwirklichung

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Letztens kam ich mit einem guten Freund auf das Thema Selbstverwirklichung.

Das arme Wort muss für ganz schön viel herhalten. Einerseits wird es oft als unterschwellige Egoismus-Unterstellung gebraucht. Der/die will sich jetzt selbst verwirklichen! – dieser Satz fällt selten ohne abfälligen Unterton.

Und andererseits zum inneren Aufputschen: Hopp, hopp, bloß nicht nachlassen, verwirklichen, verwirklichen!

 

Dabei ist alles viel einfacher und sehr alt. Das Wort ist freundlich und kein bißchen egoistisch, wenn man es spirituell betrachtet. Selbst-Verwirklichung. Man macht also wirklich, wer man ohnehin schon ist. Man bringt es in die Welt, setzt es um. Das ist weit weg von Profilneurosen und Selfie-Mentalität.

Sich selbst zu verwirklichen ist oftmals harte Arbeit. Nichts könnte weiter weg sein von: Ich mache, was mir gerade durch den Kopf schießt. Man muss auf die Welt bringen, wofür man gemacht ist. Das hat viel mit der inneren Berufung zu tun.

Wir sind ja keine Zufälle. Das Leben hat uns gewollt, sonst wären wir nicht hier. Jeder wird mit Gaben ausgestattet, die er einbringen soll. Es geht um ein Geflecht, das Geflecht des Lebens, in dem jeder von uns ein Farbtupfen ist. Die Natur hat dafür gesorgt, dass die Rechnung aufgeht. Von jeder Farbe ist jemand da.

Natürlich haben wir es schwerer als in alten Kulturen, wo manchmal bis heute orakelt wird, welche Gaben ein Baby wohl in die Gemeinschaft bringt und was seine Bestimmung ist. So ähnlich gab es das bei uns früher auch, wenn auch sehr rudimentär oder von Aberglauben zerfurcht, weil das ursprüngliche Wissen verloren ging. Heute kommt bei uns am ehesten noch das Geburtshoroskop heran.

 

Sich selbst zu verwirkliche bedeutet in die Gemeinschaft einzubringen, was einem »von oben« mitgegeben wurde. Die Sachen, die man richtig gut kann. Und das ist nicht immer ein Fest. Manchmal ist es mehr ein sprichwörtliches Päckchen zu tragen, als ein Geschenk. Aber wenn man wirklich auf seinem Pfad ist, werden sich die Türen öffnen.

Das ist wie mit dem »wahren Willen« in der klassischen Magie. Der Begriff ist auch oft mißverstanden worden, weil er gerade nicht bedeutet: Ich will, ich will! Auch da trifft man wieder auf das alte Wissen, dass man gewissermaßen wollen soll. Dass man einen Auftrag hat (an dem man sich durchaus auch mal reibt). Eben dass wir Menschen keine Zufälle sind. Es gibt Arbeit zu tun!

Wir haben Aufgaben und müssen herausfinden, was wir tun w/sollen. Dann verschwindet auch – trotz allen möglichen Herausforderungen – die graue Wolke der Depression, die so viele klamm umhüllt.

Übrigens – das muss man heute immer dazu sagen – ist Selbstverwirklichung nicht auf den Beruf beschränkt. Damit überforden sich viele, das sehe ich auch oft beim Kartenlegen. Es ist völlig in Ordnung einen Brotberuf zu haben und in der freien Zeit auf die Welt zu bringen, wer man ist. Ältere Leute sind da oft gelassener: Ja, das ist mein Job, aber in meiner Freizeit… und dann leuchten die Augen! Das ist auch ein Weg.

 

 

Es ist recht ruhig im Blog…

… im Moment, was bedeutet: der Bär steppt! 😉 Natürlich fallen einem genau dann lauter schöne Themen ein, über die man gerne schreiben würde. Als »Herrin der Zettel« (und Notizbücher!) vergesse ich zum Glück recht wenig, das kommt alles noch.

Für dieses Jahr kristallisieren sich die ersten Pläne heraus, bei einem bin ich schon mittendrin und das ist der lange geplante Onlinekurs für die Skatkarten.

Wer sich in die Info-Liste eintragen lassen möchte: eine Mail an claire@hexe-claire.de mit dem Betreff „Skatkurs“ reicht. Das verpflichtet zu nichts, es bedeutet einfach nur, dass man eine Infomail bekommt, wenn der Kurs online geht.

Er sollte bis Ende des Jahres fertig sein, das braucht Zeit, weil sich vieles beim Schreiben entwickelt. Da gibt es so viele Fragen aus der Praxis: Wo sind die Stolpersteine, was kann man wie lösen? Welche Kniffe gibt es, was kann man sich sparen und was ist wirklich hilfreich?

Das ist immer der Punkt, wo es spannend wird. Für Anfänger ein Graus, für Fortgeschrittene eine sportliche Herausforderung, dieser Moment, in dem man vor den Karten sitzt und sich grübelnd fragt: Was will mir der Künstler damit sagen?

Es ist Arbeit das Kartenlegen zu erlernen, aber ich hoffe, dass ich genügend Spaß und Abwechslung hineinbringen kann, damit es nicht zäh oder langweilig wird. Denn zwischendurch hat jeder mal einen Hänger (ich hatte auf YouTube mal ein Video zum toten Punkt beim Kartenlegen gemacht).

Überhaupt gibt´s da so viele Mythen, die Anfänger entmutigen. Man muss es nicht von heute auf morgen drauf haben. Es ist auch nicht zu erwarten, dass man ein Kartenpäckchen erblickt und auf wundersame Weise ein Erweckungserlebnis hat, woraufhin man alle Karten automatisch beherrscht.

Wenn man so etwas hört, denkt man natürlich: Oh je, mit mir wird das wohl nichts werden.

Ich habe bei sowas immer die Stimme von Hape Kerkelings genialer Figur der Evje van Dampen im Ohr. Wie er auf seine unvergleichliche Art verkündet: Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit! Das gilt nicht nur für die Liebe, das schadet auch beim Kartenlegen nicht. Aber mit mindestens genauso viel Spaß, wie die unvergleichliche Evje verbreitet. 😀

Fall sie jemand tatsächlich nicht kennen sollte (oder heute noch nicht gelacht hat):

 

 

 

Frohes Neues!

Ein glückliches, gesundes und zauberhaftes Jahr 2017 an alle! Wer schauen möchte, wie es wird, findet im neuen Thema des Monats auf der Homepage einen Ausblick.

Bei mir beginnt es behutsam, zwischen den Jahren hat mich eine friebrige Erkältung erwischt. Jetzt muss erstmal alles organisiert werden, was dadurch durcheinander gewirbelt wurde. Nicht wundern, wenn Mails jetzt etwas länger dauern.

Weihnachten war einer erkältet, hinterher hatten alle etwas davon, das geht grad richtig rum. Ich finde die asiatische Angewohnheit einen Mundschutz zu tragen klasse, damit erspart man anderen viel Kummer. Leider ist es bei uns noch zu exotisch, aber das kann ja noch werden.

Jetzt bin ich wieder zurück und steige auch wieder beim abendlichen Lichtermeer mit ein. Bis einschließlich zum 6. geht es noch weiter.

Also dann: auf ein Neues! 🙂

 

Ein Licht entzünden

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Ihr Lieben,

ich möchte den Weihnachts-Newsletter auch hier veröffentlichen, sozusagen in kleiner, persönlicher Runde (Facebook ist zu »laut« dafür, außerdem sind meine grundsätzlichen Fragezeichen zu diesem Netzwerk in letzter Zeit nicht kleiner geworden).

Es ist besser ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen und in diesem Sinne ist der Newsletter wörtlich gemeint.

 

Ein gesegnetes Jul, Weihnachten, eine friedliche Wintersonnenwende

Eigentlich hatte ich den diesjährigen Newsletter zu Jul bereits fertig, es fehlte nur noch ein wenig Feinschliff. Gerade ist besonders viel los, ich musste es immer wieder aufschieben und dann war da plötzlich Berlin.

Auf diesem Weihnachtsmarkt war meine Schwester vor einer Woche, Freunde kennen ihn aus Studienzeiten, es ist einer der schönsten in Berlin.

Das tut einem so leid und macht einen fassungslos. Daher kann ich nicht einfach einen Weihnachtsnewsletter rausschicken, als wäre nichts gewesen. Es macht uns als Menschen aus, dass wir Mitgefühl haben und ich glaube, das sollte man auch haben.

Für manche bedeutet Mitgefühl mit Entschlossenheit so schnell wie möglich weiterzumachen. Das ist auch ein Weg, jeder hat seine eigene Art damit umzugehen. Für mich bedeutet es innezuhalten, die Trauer, die Wut und die Anteilnahme an den Opfern und Angehörigen zuzulassen und – natürlich – über Rituale der Heilung nachzudenken, die hilfreiche Kraft auf den Weg bringen.

 

Alle brauchen jetzt Hilfe: die Seelen der Menschen, die so brutal und abrupt aus dem Leben gerissen wurden. Die Menschen, die verletzt in Krankenhäusern liegen. Ihre Angehörigen und Freunde. Die Augenzeugen und Helfer. Alle, die geschockt die Nachrichten verfolgen und davon berührt wurden.

Machen wir uns nichts vor: die ganze Welt braucht Heilung, es sieht gerade nicht rosig aus. Aber es ist auch wahr, dass wir die Welt jeden Tag neu erschaffen, wie es eine alte Weisheit besagt.

 

Nutzen wir also die magische Zeit von Jul bis zum Ende der Rauhnächte am 6. Januar und tragen wir Licht in diese verrückte Zeit. Zusammen ist man stark, gemeinsam entwicket man mehr Energie.

Wer mitmachen möchte kann zwischen 20 und 21 Uhr eine weiße Kerze für Frieden, Zusammenhalt und Menschlichkeit entzünden. Niemand muss jeden Tag dabei sein und fünf Minuten sind besser als nichts. Jeder auf seine Art, ganz frei und doch gemeinsam.

Es soll kein starres Ritual sein, sondern ein lebendiger Teppich aus vielen Lichtern an vielen Orten, die gemeinsam Energie bewegen, damit sie Gutes bewirkt.

Ich wünsche euch besinnliche und vor allem friedliche Feiertage, Claire

 

Das neue Thema des Monats

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Schamanische Rituale aus fremden Kulturen? Nein, das ist von hier. (Aus: „Das große sächsische Weihnachtsbuch“ von Klaus Walther)

Heute ist das neue Thema des Monats auf der Homepage online gegangen, →hier findet ihr es.

Ursprünglich wollte ich Bräuche und alte magische Traditionen rund um Weihnachten und die Rauhnächte zusammentragen. Aber wie das immer so ist, beim Schreiben beginnen Texte zu leben und nehmen ihre eigenen Wendungen.

Statt Aufzählungen á la „in der Stephansnacht (26.12.) für die Liebe orakeln“, wollte etwas anderes besprochen werden. Oder besser: jemand. Der Geist der Weihnacht schlich sich zwischen die Zeilen und drehte die Worte um, bis die Auflistungen unwichtig wurden und ich ihn mal machen ließ.

Viel Freude beim Lesen und damit die alten Bräuche nicht zu kurz kommen, können wir uns gerne hier im Blog austauschen, was bei euch üblich ist, was man einfach macht, in der Aventszeit und zu Weihnachten.

Grukarte - Herzen