Frohes Walpurgis!

Goethe sagte: Es ist nichts schwerer zu ertragen, als eine Reihe von freien Tagen. Jedenfalls wird er bei uns immer so (falsch) zitiert.

In Wirklichkeit hat er gesagt: Alles in der Welt läßt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen.

Tja, was soll man dazu sagen, wir liegen alle mal daneben. 😉

Deshalb wünsche ich euch ein wunderbares verlängertes Walpurgis-Wochenende. Trotzen wir dem Wetter und rufen die Lebenskräfte herbei, sonst gibt´s am Ende noch einen Pulloversommer hinterher…

 

Love is in the air…

… um genau zu sein am Freitag, wo uns die Sterne eine ganz besondere Nacht bescheren.

Aber der Reihe nach: vor einer Weile habe ich hier im Blog ein Jahr lang alle Voll- und Neumonde mitverfolgt und ihre Energie beschrieben.

Ihr findet sie leicht und schnell, wenn ihr rechts oben in der Suche zum Beispiel „Neumond im Stier“ oder „Vollmond in der Waage“ eingebt, einfach den Mond, der euch interessiert.

 

Diesen Freitag haben wir einen ganz besonderen Vollmond, aber das erste Stichwort ist natürlich Freitag, damit wir das nicht übersehen. Er ist der Tag der Freia bzw. Venus, der traditionelle Tag für die Liebe und Liebeszauber aller Art.

Das sind beste Voraussetzungen und dazu kommt der Vollmond im Skorpion. Liebe, Leidenschaft und Tiefgründigkeit sind die Themen. Die Kirsche auf der Sahne kommt gleich noch, doch zuvor möchte ich auf ein wichtiges Detail eingehen.

Die Tiefgründigkeit des Skorpions wird oft als Abgründigkeit interpretiert. Damit tut man ihm Unrecht. Wenn ich aus meiner Erfahrung als Kartenlegerin spreche, dann ist Tiefgründigkeit genau das, was viele schmerzlich vermissen.

So viele Menschen stecken in On/Off-Beziehungen, sitzen zwischen den Stühlen, wünschen sich endlich mal Klarheit. Da kann ein bißchen Skorpion-Energie nicht schaden. Es kommt eben darauf an, wofür man eine Kraft einsetzt, die Kraft an sich ist neutral.

Zumal – und jetzt kommen wir zu besagter Kirsche – wir nicht nur einen Vollmond im Skorpion an einem Freitag haben, sondern die süße Venus genau an diesem Tag am Himmel auf den kleinen Revoluzzer Uranus trifft (astrologisch als Konjunktion bezeichnet).

 

So etwas hat man nicht jeden Tag. Halten wir fest: der Liebes-Tag der Woche, die Tiefgründigkeit und Leidenschaft des Skorpions, der Vollmond und dazu die Kraft der Liebe (Venus), die sich mit der Kraft der kreativen und unverhofften Veränderungen (Uranus) trifft.

Das ist wie ein riesengroßer Hebel, mit dem man echte und tiefgehende Veränderungen bewegen kann. Sei das als Single, in einer Paarbeziehung oder im „es ist kompliziert“-Modus, völlig egal: wer etwas für sein Liebesleben tun willl, sollte sich diesen Tag nicht entgehen lassen.

 

In meinen Büchern habe ich einige Zauber und Rituale für die Liebe beschrieben, viele von euch kennen sie und haben gleich die ein oder andere Idee für diesen Freitag. Für Neulinge und speziell für diesen Vollmond habe ich natürlich noch ein paar Anregungen.

Die idealen Kerzenfarben sind dunkleres Rot oder sattes Pink (nicht zu zart, mehr wie Himbeersaft oder die Farbe von Fuchsien). Auch Brombeer-Töne sind wunderbar, wenn sie leuchtend sind. Also nichts, was graustichig ist. Die Farben dürfen stark, satt und auch dunkler sein, aber sie müssen leuchten.

Als Öl zum energetisieren der Kerzen eignet sich Rose, Rose und nochmals Rose. 😉 OK, Rosenöl ist auch ganz schön kostspielig, als vollwertigen Ersatz könnt ihr Palmarosa oder Geranium verwenden. Es geht sogar noch einfacher, ihr könnte Rosenblätter in einem neutralen Basisöl (z.B. Mandel, Jojoba, Sonnenblume) kräftig zerreiben und dieses Öl dann für die Kerzen benutzen.

Beim Räucherwerk sollten wir Uranus nicht vergessen, da braucht es etwas, das Frische, aber auch einen gewissen Reiz hineinbringt, wie z.B.: Galbanum, Pfefferminze oder Lemongrass. Bei der Auswahl kann man sich ruhig vom eigenen Empfinden leiten lassen. Frische Düfte, bei denen man im ersten Moment das Gefühl hat „Ist das nicht ein bißchen zu intensiv?“, sind ideal. Da darf ruhig etwas Reibung entstehen.

Wer Steine einbeziehen möchte, der hat die Wahl: Granat für den Skorpion, ein grüner Stein für die Venus (traditionelle Zuordnung) oder Mondstein und Perlen für den Mond? Und dazu ein funkelndes, überraschendes Glitzer-Pop-Strass-Irgendetwas für den Uranus? Er liebt es herauszustechen, also tut ihm den Gefallen und denkt nicht zu konventionell. Auch hier gilt wieder: der erste Gedanke ist der beste.

In den Kommentaren könnt ihr gerne eure Anregungen und Ideen dazu schreiben. Einige meiner LeserInnen sind erfahrene Hexen, andere sind ganz neu und brauchen etwas Rat. Ich finde es sehr wichtig offen über Liebesmagie zu reden, denn sie ist eine wunderbare Sache und so viel mehr, als die üblichen Klischees.

 

Ein paar Kleinigkeiten und Walpurgis

ggVorab noch ein paar Kleinigkeiten: es gibt zwei neue Videos auf Youtube (in den News auch direkt verlinkt) und das erste Thema des Monats ist online. Passend zum Neustart der Seite geht es um das Thema Neuanfänge, ein paar Gedanken dazu und ein Ritual, um sie zu unterstützen.

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Heute ist Walpurgis und ganz persönlich habe ich das Gefühl, dass die Energie schon seit Ostern darauf hingearbeitet hat. Diese aufregende Energie ist wieder da und das ist wunderbar.

All die Möglichkeiten im Leben, die Türen, die aufgehen können – was wäre man ohne dieses Gefühl?

Bei Walpurgis wird oft der sinnliche Aspekt betont und der ist wunderbar, aber es ist noch viel mehr. Es geht um den zündenden Funken im Leben, in all seinen Facetten. Darum dass es weitergeht, dass (wieder) Leben reinkommt und man sich nicht nur von einem Tag zum nächsten schleppt.

Ich meine damit nicht dieses Daueroptimieren zum strahlenden Supermenschen, sondern dass man etwas hat, was man so toll findet, dass es einen belebt, dass man richtig Spaß dabei hat und wieder aufblüht. Aufblühen – das ist das Thema.

Habt eine tolle Walpurgisnacht und tanzt beschwingt durch den Mai!

Walpurgiszauber

gg

Weil es im Newsletter so viele Rückmeldungen gab, möchte ich dieses Rezept auch im Blog veröffentlichen, in Zukunft bleiben die Rezepte dann wieder wie gewohnt im Newsletter (man muss schließlich was davon haben, dass man ihn abonniert).

Die Walpurgisnacht ist im Hexentum traditionell mit den Themen Leidenschaft und Sinnlichkeit verbunden. 

Zwei Begriffe, die heutzutage ein bißchen eng betrachtet werden, was schade ist. Denn Leidenschaft kann man für vieles empfinden (ein Hobby oder ein Interesse zum Beispiel) und Sinnlichkeit hat etwas damit zu tun, sich auf das Leben einzulassen und sich emotional dafür zu öffnen.

Bei diesem Zauber geht es also nicht um „das Eine“, auch wenn es natürlich nicht ausgeklammert wird. Es geht um Lebendigkeit, Lebensfreude und Leidenschaft und welche Nacht könnte sich dafür besser eignen als die Walpurgisnacht.

Suche dir einen schönen Granat aus. Es kann auch jeder andere rote Stein sein, wenn du keinen Draht zu Granatsteinen hast. Gefundene rote Steine sind selbstverständlich ebenfalls eine gute Wahl und es kann auch ein alter Bekannter sein, den du gerne magst, der Stein muss nicht neu sein.

Setze dich abends am 30.4. in einer ruhigen Minute mit dem Stein hin und erzähle ihm in meditativer Stimmung, was du dir wünschst, wo du gerne lebendiger wärst und dir seine Unterstützung wünschst. 

Behalte beim Wünschen im Hinterkopf: Lebendigkeit hat nichts mit „Ich-muss-noch-mehr-Leistung-bringen-und-irgendwie-besser-werden“ zu tun. Dieses weit verbreitete Ideal tötet echte Lebensfreude zuverlässiger als alles andere ab.

Bei diesem Zauber geht es um innere, wahrhaftige Lebensfreude und wie jedes echte Gefühl darf sie schwanken und ist nicht ausbeutbar im Sinne von Leistungsgedanken. Es geht also wirklich (!) um dich, nicht darum, wie du selbst oder andere dich bewerten.

Wenn du nicht weißt, was du dir genau wünschen sollst (du würdest gerne, aber es ist schwer greifbar) oder wie du es am besten ausdrückst, dann bitte darum, dass der Stein dich dabei unterstützt, es herauszufinden und dich ganz einfach von dem Punkt an begleitet, an dem du jetzt stehst.

Nachdem du ausgesprochen hast, was dir wichtig ist, lass den Stein die Nacht über unter freiem Himmel liegen. In der Stadt kannst du ihn auch aufs Fensterbrett legen und mit Klebeband sichern (profan, aber hilfreich 😉 ).

Nimm ihn am nächsten Morgen wieder an dich und trage ihn ab dann so oft wie möglich bei dir.

Vollmond im Skorpion

Für manche ist der Vollmond im Skorpion auch der Termin, um Beltane zu feiern, nicht jeder macht das zu Walpurgis, es gibt auch Leute, die sich am Skorpion-Vollmond orientieren.

Er passt thematisch auf jeden Fall gut dazu und symbolisiert Sinnlichkeit, aber auch Instinkte und tiefschürfende Wahrnehmungen. Mit dem Skorpion gehts ans Eingemachte, was ihm von Astrologen Jahrhunderte lang schlecht ausgelegt wurde. Mittlerweile sieht man das vielschichtiger: Was bringt es, das Tiefgründige zu verdrängen? Natürlich ist es nicht sehr hilfreich, nun ständig in der emotionalen Ursuppe zu wühlen und darüber das Leben an sich zu vergessen, aber hin und wieder kann das mehr als erhellend sein und wichtige Anstöße zu Weiterentwicklung bringen.

Natürlich ist das auch ein optimales Datum für Liebeszaubereien aller Art, besonders wenn man Probleme bei der Wurzel packen möchte. Ich meine damit nicht nur klassische Liebeszauber, man kann auch einen Liebeszauber für sich selbst machen, einen liebenswürdigen Zauber sozusagen.

In unserer etwas verrückten Gesellschaft (na gut, welche Gesellschaft ist das nicht auf ihre Art), ist es schwer zwischen all den scheinbar perfekten Bildern, die uns vorgehalten werden, eine gesunde Liebe zu sich selbst zu haben. Wer fühlt sich nicht manchmal wie der Löwenzahn, der sich zwischen zwei Steinplatten der Sonne entgegen stemmt, während überall photogeshopte Rosen und mächtige Disteln bewundert werden?

Ich muss da immer an den Komiker denken, der meinte, dass man nicht versuchen soll eine Giraffe zu sein, wenn man ein Pinguin ist. Komisch, bei solchen Beispielen weiß man sofort, dass es Unsinn ist, was wir tagtäglich veranstalten. In dem Sinne: Ich bin ein Löwenzahn und das ist auch gut so! 🙂

Maibowle zu Beltane

Ich schreibe gerade am Newsletter zu Beltane und das Maibowlerezept kann eigentlich auch hier ins Blog, vielleicht habt ja auch noch eure Geheimrezepte. 😉

Die Zutaten:

  • ein kleines Bund frischen Waldmeister, angewelkt
  • zwei Flaschen Weißwein
  • eine Flasche Sekt (für eine kleinere Gesamtmenge: eine Flasche Weißwein und ein Piccolo Sekt)
  • etwas Zucker
  • eine Zitrone oder Orange (nach Wunsch)
  • eine Gabel und etwas Schnur

Und so geht’s: pflücke ein Sträußchen Waldmeister, den gibt’s in vielen Blumenläden und Supermärkten gleich fertig im Topf zu kaufen. Lasse das Sträußchen anwelken, das dauert ein paar Stunden, zur Not geht’s auch im Backofen bei 40 Grad oder auf der Heizung. Das ist wichtig, ohne anwelken kommt der Waldmeistergeschmack nicht richtig raus.

Gieße den Weißwein in ein eher schmales Gefäß und löse etwas Zucker darin auf (je nach Geschmack, wie süß man es eben haben möchte, man kann auch später noch nachsüßen). Wasche den welken Waldmeister gut ab, binde ihn zu einem Sträußchen zusammen und hänge ihn mit dem Faden an der Gabel für eine halbe Stunde in den Weißwein. Danach kommt das Sträußchen wieder raus und der Wein wird gekühlt.

Dann muss die Bowle nur noch gemischt werden, wenn alle Gäste da sind. Gib je nach gewünschtem Geschmack noch eine Scheibe Orange oder Zitrone ins Glas, das gibt eine frische Note. Dann werden Sekt und Waldmeisterwein gemischt und es kann serviert werden.