Osterwasser

 

Da will man einen Artikel schreiben und dann sieht man, dass man eigentlich schonmal alles zusammengefasst hatte und zwar 2013 an dieser Stelle im Blog. Das ist misslich, man wiederholt sich ja nicht so gerne, also: Bitte dort nachlesen. 😉

Wenn ich das Foto dazu sehe, halte ich mich mit Beschwerden über das aktuelle Wetter dann doch zurück.

Kommen wir also einmal auf den tieferen Sinn vom Osterwasser zurück und das ist das berühmte Wasser des Lebens, wie man es z.B. in den russischen Zaubermärchen findet. Was man mit ihm besprüht, das gedeiht, von dem fällt Dunkelheit ab und es wird fruchtbar und lebensfroh.

Natürlich gab und gibt es viele Varianten des Brauchtums rund um das lebensspendende Wasser und das nicht nur zu Ostern.

Im frühen Frühling galten die Flüsse in vielen Gegenden noch als tabu, weil sie sich nach dem Winter erst einmal selbst reinigen müssen, bevor sie wieder lebensspendende Kräfte verbreiten können. Ostern war der Stichtag, ab dem das Wasser wieder als frisch und klar galt.

Wasser repräsentiert generell die sanften (aber nicht im Sinne von schwach) und unterschwelligen Kräfte im Leben. Es reinigt und schwemmt aus, es gibt aber auch Substanz und Leben. Was Wasser hat, das kann wachsen. Wir schauen heute in der Magie oft auf das Feuer: Kerzen, Teelichte, Räucherungen, ein Feuer draußen usw., aber es lohnt sich wirklich, das Wasser mindestens genauso stark zu betonen und ihm denselben Stellenwert zu geben.

Sei das mit alten Traditionen wie dem Osterwasser oder ganz modern mit magischen Duftwässern, flüssigen Mixturen oder den berühmten „Zaubertränken“, was einen dann schon fließend zur Küchenmagie bringt.

 

Tipp zum Video und Osterwasser

Eine Leserin hat den „Lange verborgenen Freund“ kostenlos im Web entdeckt und zwar hier. Wer mit der alten Schrift kein Problem hat, kann ihn also auch dort schmökern. Man findet in diesem Archiv auch noch andere „Hausfreunde“, „Hausapotheken“ oder „praktische Recepte“. Den Tipp gebe ich natürlich sehr gerne weiter.

An den Suchanfragen im Blog sehe ich gerade, dass das Thema Osterwasser sehr gefragt ist. Morgen vertiefen wir das mal an dieser Stelle. 😉

 

Video mit Katze, ach nein: zu alten volksmagischen Büchern

Wer immer mal bei Instagram reinschaut, wird spätestens bei diesem Video den Verdacht nicht los, dass die kleine Spanierin (unsere rot-weiße Katze) sehr gerne vor der Kamera steht. Nur weil sie eine Fass-mich-nicht-an-Katze ist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht bei allem dabei sein muss und unglaublich neugierig ist.

Eigentlich geht es in diesem Video um die sogenannte magische Hausväter-Literatur. Also Zauberbücher aus dem 18. bis 19. Jahrhundert, die so etwas wie eine Sammlung magischer Absicherungen gegen die Gefahren und Probleme dieser Zeit waren.

Was wir heute daraus ziehen können und wie spannend dieser Blick durch das magische Schlüsselloch der Geschichte ist, darum geht´s im neuen Video.

Neues Video: Die magische Woche

Gerade ist ein neues Video auf Youtube online gegangen, das ich euch hier natürlich nicht vorenthalten will.

Es geht um die traditionellen Bedeutungen der Wochentage, das war (und ist) so etwas wie die Astrologie des „kleinen Mannes“ und auch wenn manche Dinge dabei eher Aberglaube sind, steckt in vielem doch ein großes Körnchen Wahrheit und Lebenserfahrung.

Viel Freude mit dem Montag bis Mittwoch, im nächsten Video machen wir dann die Woche voll!

Orakelsommer Teil 1: das gute, alte Buchstechen

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Noch vor 100 Jahren gehörte das Buchstechen zu den sehr beliebten Orakeln, auch wenn es heute fast in Vergessenheit geraten ist.

Technisch gesehen ist es denkbar einfach: man braucht ein Buch, ein Messer (oder einen ähnlichen Gegenstand, Brieföffner sind wunderbar und beschädigen das Buch nicht) und einen Moment der Ruhe.

Wenn man sich entspannt hat, denkt man konzentriert an seine Frage und sticht dann mit geschlossenen Augen seitlich in die Seiten des Buches hinein, öffnet das Buch und liest nach, was an dieser Stelle steht. Das Gelesene wird dann in Bezug auf die Frage interpretiert.

Wie so oft sind die technisch einfachen Orakel in Wirklichkeit ein bißchen anspruchsvoller, das merkt man auch beim Buchstechen schnell. Besonders wichtig ist die Vorbereitung: dass man die Frage in Ruhe erwägt und vorher erst einmal meditativ entspannt. Gerade die einfachen Orakel sind nichts „für zwischendurch“. Man könnte fast sagen: je einfacher das Orakel, desto besser muss die Vorbereitung sein.

Da hat jeder so sein Rezept, die einen meditieren und klären dabei den Geist, andere trinken eine Tasse Tee und kommen dabei vom stressigen Alltag runter. Wichtig ist nur das Ergebnis: dass man innerlich gesammelt ist, bevor man seine Frage stellt.

Früher verwendete die Volksmagie vor allem die Bibel als Orakelbuch. Für Leute mit christlicher Ausrichtung ist das auch immer noch eine gute Variante. Ansonsten sind vor allem Bücher mit vielfältigem Inhalt eine gute Wahl, wie z.B. ein Lexikon.

Spannend wird es dann natürlich auch bei der Interpretation. Manches scheint auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn zu ergeben oder sich nicht (wie gedacht) auf die Frage zu beziehen, aber: immer mit der Ruhe! Gerade beim Buchstechen macht man oft die Erfahrung, dass es eben doch Sinn ergibt. Man hatte bloß festen Erwartungen im Kopf und hat es daher anfangs gar nicht erkannt.

Arbeitet man gewissenhaft damit und lässt man sich auf das, was man gezogen hat, auch wirklich ein, ist das Buchstechen ein philosophisches, berührendes, manchmal erheiterndes und auf jeden Fall ein klassisches Orakel, das auch heute noch wunderbar genutzt werden kann.

Ein Filmtipp: Winna, der Weg der Seelen

Meine Leserinnen und Leser haben ihre Augen überall und so habe ich einen wunderbaren Filmtipp bekommen: „Winna, der Weg der Seelen“ über Sagen, Brauchtum und Erfahrungen aus dem Wallis, wenn es um den Kontakt zu Verstorbenen geht.

Wenn der Film durch die Schweizer Kinos gegangen ist, wird es ihn auf DVD geben, auf der Homepage ist bereits ein Trailer zu sehen.

In meiner Arbeit sehe ich immer wieder, wie wichtig dieses Thema ist. So viele Leute haben ihre Erfahrungen mit Verstorbenen. Aber kaum jemand spricht darüber, man will ja nicht als „verrückt“ gelten. Dabei ist es nach allem was ich mitbekomme eher die Regel als die Ausnahme, dass besondere und bedeutsame Dinge passieren, wenn jemand stirbt.

Und viele haben auch über den Tod hinaus Erfahrungen mit den Verstorbenen, den Ahnen. Das kenne ich ja selbst, wenn plötzlich prägnante Dinge passieren, die ganz klar Hinweise oder einfach ein „Hallo“ von Angehörigen sind, die nicht mehr leben.

Der Film hat an manchen Orten die „Tribute von Panem“ an der Kinokasse geschlagen, auch das zeigt wie wichtig dieses Thema ist. Vielen Dank für den Tipp liebe A.! Ich freue mich schon sehr auf die DVD, wenn sie erscheint und da bin ich sicher nicht die Einzige.

Frohes Neues!

Foto 1

vielen Dank in die Alpen für dieses schöne Geschenk,
damit rennt man bei mir offene Türen ein 😀

Foto 2

ein alter Bauernkalender aus Österreich,
der heute noch herausgegeben wird,
ich denke das wird neben den Brauchtums-Interessierten auch
den ein oder anderen Leser mit christlicher Spiritualität interessieren
© alterbauernkalender.at

Foto 5

Silvester war wie üblich ziemlich verfressen

Foto 4

Fischsoljanka – ich war skeptisch, aber bei sowas lasse ich meinen
kochverrückten Partner einfach mal machen und es war großartig

Foto 3

meine Piroggen nach neuem Rezept waren nicht so der Hit
„never change a winning team“ – beim nächsten Mal gibt es sie
wieder nach dem bewährten Rezept

Foto 2 Kopie

Sekt-Sorbet, das wäre auch mal was
für den Sommer

Ein frohes und gesundes neues Jahr euch allen! Ich möchte mich nochmal herzlich für die Karten und Geschenke bedanken, das mache ich natürlich nicht nur hier im Blog, sondern auch noch ganz persönlich.

In den nächsten Tagen möchte ich den alten Faden der „Jahreskartendiskussion“ wieder aufnehmen, also kurz gesagt: die große Arkana aus dem Tarot, die man für das kommende Jahr gezogen hat, beschwatzen. Aber heute noch nicht, heute wird komplett entspannt! 😉

Gründonnerstagssuppe und die Zeit

Nicht vergessen: heute ist Gründonnerstag und da gehört eine grüne Suppe auf den Tisch. Ich kenne es mit jungen Brennnesseln, aber es gibt auch wunderbare Suppen aus Petersilie, Löwenzahn, Sauerampfer usw. (die man in diesem Jahr leider nicht draußen pflücken kann).

Ich behelfe mir diesmal mit getrockneter Brennnessel, etwas Gemüsebrühe, Sahne und Brokkoli, der ist schließlich auch grün. Die Frankfurter (Main) sind da klar im Vorteil, nach allem was ich weiß gibt es bei euch die Zutaten für grüne Suppe immer frisch auf dem Markt. Wer´s nicht schafft: ein Kräutertee tut es zur Not auch, es geht ja um den Gedanken dahinter.

Die Gründonnerstagssuppe ist natürlich ein Frühlingsbrauch, man verbindet sich mit den frischen Kräften der Natur und sie soll auch dafür sorgen, dass einem das ganze Jahr über niemals das Geld ausgeht.

In der aktuellen Dauerkrise hat das ja nochmal eine ganz neue Dimension bekommen oder ist es vielleicht ein schlechtes Omen, dass in diesem Jahr noch nichts richtig sprießen konnte, das eigentlich in die Suppe hinein gehört? (Das ist Spaß – wobei, man weiß ja nie…)

*

Ich hatte da ohnehin gerade ein Aha-Erlebnis. „Die Magie der Hexen“ wird neu aufgelegt und ich habe es nochmal durchgesehen, aber nichts gefunden, das ich ändern würde (ein schönes Gefühl), bis auf die vielen Ausrufezeichen – das war wohl noch die jugendliche Sturm- und Drangphase. 😉 Aber an einem Punkt musste ich wirklich stutzen, das Buch ist von 2006 und damals habe ich noch schreiben können, dass 3/4 aller Beratungen bei einer Hexe sich um die Liebe drehen.

Jetzt sind gerade mal sieben Jahre vergangen und es sieht so aus: 1/2 dreht sich um den Job, 1/4 dreht sich um stressige Dinge (Streitereien, Mobbing, verzweifelte Wohnungsssuche usw.) und 1/4 dreht sich dann tatsächlich noch um die Liebe – jetzt mal grob überschlagen.

Das ging so schnell! Was ist nur passiert? Es kam wie eine leise, dumpfe Welle: eine Firma (und auch die Behörden usw.) nach der nächsten hat das Raubtiermodell übernommen, vor sieben Jahren wußte kaum jemand was ein Burn Out ist. Beim Lesen meiner Zeilen kam die Zeit nochmal ins Gefühl, natürlich gabs damals auch viel Stress und Herausforderungen, aber nicht diese hohe Grundspannung. Die Leute hatten noch Zeit für Liebessorgen, fürs Private also, wenn man es so sieht.

Als Kind der ehemaligen DDR weiß ich, wie sich ein kompletter Systemwechsel anfühlt und das jetzt ähnelt diesem Gefühl, auch wenn es nicht so grundlegend ist wie damals, es ist ein Systemwechsel, aber diesmal habe ich kein gutes Gefühl dabei und diesmal kommts auch nicht von den Leuten, sondern von oben.

Osterwasser

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der Bärlauch kämpft sich durch den Schnee

Es ist kalt und schneidend windig, wenn nicht noch ein Wunder passiert gibts Ostereier im Schnee. Die Plusgrade werden im Wetterbericht seit etwa einem Monat immer auf die nächste Woche verschoben.

Aber es hilft ja nix, Ostern steht vor der Tür und damit auch eine Zeit der Bräuche. Das Thema Osterwasser wurde schon verschiedentlich nachgefragt, hier also nochmal zum mitschreiben:

Man geht am frühen Ostersonntag (wenn die Sonne bekanntlich drei Freudensprünge macht) mit einem Gefäß bewaffnet zu einem fließenden Gewässer und jetzt wird es ein bißchen tricky: man macht das schweigend. Typische Stolpersteine dabei sind Haustiere, die einen morgens freudig begrüßen, Kinder, die schon munter sind und spontane Selbstgespräche a la: Wo hab ich denn gestern den Schlüssel hingepackt?

Wenn das gemeistert ist geht es los und man schöpft am Fluss das Wasser mit der Strömung, nicht dagegen (was einfacher wäre, aber so ist es nunmal Brauch). Das Wasser bringt man schweigend nach Hause, die Türschwelle gilt als Ziellinie, ab dann darf wieder geredet werden.

Osterwasser gilt als glücksbringend, heilend, alles Negative vertreibend, dahinter dürften uralte Frühlingsbräuche mit klarem, reinigendem Wasser stehen, das den Winter vertreibt. Es wurde oft in Haus, Hof und Stall versprengt, auch über die Tiere und die Bewohner.

In diesem Jahr gilt dann wohl: vor dem Versprengen erstmal auftauen, sonst gibts Beulen. Bei uns sind die Flüsse in schattigeren Ecken noch gefroren, ich würde dann einfach nach einer anderen Stelle suchen, wo es fließt, man will ja die frische Kraft des Frühlings locken und nicht den Winter nach Hause tragen.