Das neue Thema des Monats…

… ist online! Diesmal geht es um die Zeit der Ernte und was das alles auch ganz individuell bedeutet.

Man braucht nicht mal ein Gärtchen dafür, ernten tun wir alle. Aber ernten wir auch das, was wir gerne mögen? Bauen wir es überhaupt an?

Ein paar Gedanken dazu findet ihr hier im neuen Thema auf der Webseite.

 

Update und schöner entspannen im Sommer…

Heute ein kleines Update: bis zur Sommerpause (vom 8. bis 21. August) ist es zwar noch etwas hin, doch beim Kartenlegen ist bereits alles ausgebucht. Neue Anfragen sind dann wieder ab dem 22. August möglich.

Und im neuen Thema des Monats auf der Homepage geht es darum, den Sommer-Urlaub mit grünen Helfern ein bißchen zu verlängern.

Das Gefühl kennen wir vermutlich alle, man fährt weg oder entspannt gemütlich auf Balkonien und sagt sich wie in jedem Jahr: Diesmal werde ich es so angehen, dass der Erholungseffekt nicht so schnell verblasst. Spätestens am Mittwoch der ersten Arbeitswoche stellt man dann fest, dass das Urlaubsgefühl in weite Ferne gerückt ist und sich alles wie immer anfühlt.

Aber das muss nicht so sein. Natürlich geht man das am besten von mehreren Seite an, Achtsamkeitsmeditation ist zum Beispiel auch sehr hilfreich.

Ich weiß, dass Achtsamkeit ein Trend-Wort ist, aber die Methode ist wunderbar und kann nichts dafür, dass sie gerade gehypt wird. Manche Dinge sind einfach gut, egal ob sie gerade im Trend liegen oder »out« sind.

Natürlich kann man auch sanft mit Pflanzen unterstützen, dass man im Gleichgewicht bleibt und ich habe für dieses Thema des Monats einmal nicht ganz so bekannte Pflanzen herausgesucht. Die üblichen Verdächtigen wie Baldrian oder Melisse kennt ja so gut wie jeder.

Frauen meist mehr als Männer. Im Freudeskreis und auch bei meinen Kundinnen und Kunden sehe ich oft, dass die Männer zögerlich sind. Sie können Schlafstörungen bis zum abwinken haben, aber bis sie mal den Kräutertee trinken, den die Partnerin mitgebracht hat, muss es schon gar nicht mehr gehen. Und wehe der wirkt dann nicht gleich beim ersten Mal durchschlagend, dann taugt das sowieso nichts und ist nur ein Feelgood-Placebo.

Also, nochmal in Ruhe: viele Kräuter beugen eher vor und gleichen aus. Nimmt man sie erst dann, wenn gar nichts mehr geht, brauchen sie Vorlauf. Im allgemeinen sollte man eine gewählte Pflanze ruhig ein bis zwei Wochen testen, bis man sich sein Urteil bildet. Bei vielen Menschen ist so viel Spannung im System, dass die Pflanzen erstmal alles runterkochen müssen, bis man ihren Effekt bemerkt.

Geduld und ausprobieren sind also auch hier unerlässlich, daran „glauben“ muss man allerdings nicht. Pflanzen wirken „echt“, das ist dann auch einfach Biochemie, die zum tragen kommt. Eine positive Einstellung ist bei allem hilfreich, aber wer skeptisch herangeht, verbaut sich nicht die Wirkung damit.

 

Im Talk bei Mystica TV

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Gerade ist der Talk bei Mystica TV online gegangen. Es war ein sehr schönes, respektvolles und offenes Gespräch. Ich war natürlich ziemlich aufgeregt (das sieht man auch  😉 ), aber ich sitze auch wirklich nicht jeden Tag in einem Studio.

Doch die Aufregung nehme ich gerne in Kauf, weil mir das Anliegen einfach sehr wichtig ist: zu zeigen, dass das moderne Hexentum ein ganz normaler spiritueller Weg ist, der von ganz normalen Leuten gegangen wird.

Vieles ist in den letzten Jahren schon entspannter geworden, aber auf der anderen Seite gibt es noch viel zu tun, damit es selbstverständlicher wird. Und um gesehen zu werden, wie wir wirklich sind, müssen wir sichtbar sein.

Damit es eines Tages nicht mehr heißt: „Waas, eine Hexe?“, sondern: „Ah ja, da habe ich schon von gehört, die sollen ja ganz in Ordnung sein.“.

 

Zu Besuch bei Mystica TV

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Gerade war ich bei Mystica TV zum Talk eingeladen und habe mich sehr darüber gefreut. Es ist mir wichtig einen Teil dazu beizutragen, dass das moderne Hexentum sichtbar ist. So wie es ist: bunt, frei und doch gut geerdet, naturverbunden und spirituell, durchaus praktisch, aber eben ein bißchen mehr als nur „Wunsch-Magie“. 😉

Und da ist es eine wunderbare Sache, wenn man in einer offenen Umgebung darüber reden kann. Früher war ich zurückhaltender und dachte: Wenn jemand diesen Weg finden soll, dann wird er oder sie ihn auch finden. Im Kern denke ich das heute noch, aber damit etwas gefunden werden kann, muss es auch auffindbar sein.

Wie so oft sind es nicht die großen Überlegungen, sondern die vermeintlich kleinen Geschichten des Alltags, die einem den Anstoß geben. Bei mir war es eine Dame im Hexenkurs. Sie war Mitte 60 und hat immer gespürt, dass bei ihr etwas anders ist. Nur was dieses »etwas« ist wußte sie nicht.

Bis sie durch Zufall vom modernen Hexentum und der weißen Magie hörte und sofort klar war: Das bin ich, das ist das Puzzle-Teil, das in meinem Leben immer gefehlt hat. Gleichzeitig kam natürlich auch der Gedanke: Wie schade, dass ich erst jetzt von diesem Weg erfahren habe. Was hätte ich in all den Jahren…

In solchen Momenten merkt man wie wichtig es ist, offen über spirituelle Wege zu reden. Jeder soll sich seine Meinung bilden, aber dazu muss es überhaupt erstmal sichtbar sein.

Deshalb ist es wichtig, was BloggerInnen, YoutuberInnen und andere über ihren Hexenweg berichten. Man weiß nie wer es sieht – und für wen es einen Unterschied macht.

Viele denken: Ach, mein Blog usw. ist doch so klein. Aber täuscht euch da mal nicht, gerade die vielfältigen Sichtweisen und Erfahrungen machen es doch aus und oft erfährt man erst viel später, was man im Leben von anderen bewirkt hat.

Der Talk bei Mystica wird im Mai/Juni online gehen, ihr erfahrt es natürlich auch an dieser Stelle.

 

Die Neuauflage von „Stadthexen“ ist erschienen

sh_Gerade ist die Neuauflage von „Stadthexen“ erschienen und wie auf Facebook versprochen, plaudere ich dazu noch ein bißchen aus dem Nähkästchen. Es wird übrigens auch auf Polnisch herauskommen, wie ich gerade erfahren habe.

Bereits „Die Magie der Hexen“ ist als „Magia wiedzm“ erschienen und ich habe immer wieder sehr nette Leserbriefe bekommen. Ich habe übrigens keine polnischen Vorfahren, weil das in dem Zusammenhang immer wieder gefragt wird, es hat sich einfach so ergeben.

Die Newsletter-LeserInnen kennen die Geschichte schon: an „Stadthexen“ hat sich damals entschieden, ob es weitere Bücher von mir geben würde. Verlage müssen Bücher unter vielen Gesichtspunkten betrachten. Damals gab es bereits ein paar Bücher von mir und man dachte, der „Trend“ Hexentum würde nun langsam zu Ende gehen.

Nachdem alles so schön angefangen hatte, hieß es wieder Klinkenputzen gehen, Absagen kassieren und es weiter versuchen. Im Nachheinein betrachtet sieht vieles einfach aus, aber das war wirklich holprig damals. 😉

Schließlich kam das Buch doch heraus und der Weg ging weiter. Ich freue mich, dass ich es nochmal überarbeiten konnte, denn mit manchem war ich nicht so zufrieden. Ich habe heute eine ganz andere Art zu schreiben. Das ist viel entspannter geworden, ich suche auch generell mehr das Verbindende als das Trennende.

Wie schon auf Facebook geschrieben möchte ich mich bei euch bedanken für die Treue als LeserInnen. Das fing ja alles ganz klein an. Ich hatte eine 16qm Wohnung und anfangs nicht mal einen eigenen Computer, den musste ich mir erstmal zusammensparen. Ich habe einfach von Hand geschrieben und es bei Freuden abgetippt.

Dann kam so langsam eines zum anderen, Schritt für Schritt. Und immer dabei: meine LeserInnen. Schreiben ist nichts, was man alleine macht, da gibt es immer ein Miteinander, kein Mensch ist eine Insel.

Manchmal ist es ein Satz in einem Leserbrief oder eine Frage von jemandem, die bei mir hängenbleiben und ihre Kreise ziehen. Daraus entstehen Ideen, die weiter führen. Plötzlich hat man ein Thema, daraus wird ein Kapitel und immer so weiter. Das ist wie mit einem Stein, den man ins Wasser wirft und der Wellen schlägt.

Fragen von Schülerinnen

In letzter Zeit muss Hochsaison für Schülerarbeiten gewesen sein. Mich erreichten mehrere Fragebögen von Schülerinnen, die für ihre Hausarbeiten das Hexentum als Thema gewählt haben. Die Fragen waren klasse: direkt, freundlich und gut überlegt.

Ich mag es sowieso nicht, wenn auf „den“ Jugendlichen herumgehackt wird, denn ich spüre in meiner Arbeit so viel Interesse und Neugier bei ihnen, auch für spirituelle Themen.

Vieles kann ich aus zeitlichen Gründen nicht gleich beantworten und merke es für Youtube vor. Da gab´s lange keine neuen Videos mehr, der Jahresstart war turbulent, aber wenn es ruhiger wird, kommt das auch wieder.

Als kleines Trostpflaster möchte ich ein paar der Fragen auch im Blog beantworten.

 

Sind Sie beruflich oder in Ihrer Freizeit als Hexe tätig?

Das ist mein Beruf.

 

Wie hat sich die Bedeutung des Begriffs „Hexenwahn“ und „Hexe“ aus ihrer Sicht im Laufe der Zeit (von 1400 bis jetzt) verändert?

Da hat sich wenig verändert. Für die breite Masse der Menschen ist „Hexe“ ein ambivalenter Begriff und man muss ihn näher erklären, damit die Leute auch die andere, positive Seite daran sehen.

Mittlerweile wird es aber bekannter, weil sich generell mehr Menschen für spirituelle Themen interessieren (wie z.B. Meditation, Yoga usw.) und dadurch mehr Offenheit da ist.

 

Was haben Sie für eine Meinung zu dem Thema „Hexenverfolgung“?

Das war eine schlimme Zeit, wir können uns das heute nicht vorstellen. Auch generell waren Folter und die unbeschränkte Macht von Obrigkeiten an der Tagesordnung. Das einfache Volk hatte keine Stimme und konnte nur gehorchen, viele waren Leibeigene.

Die Hexenverfolgung war eine typische Sündenbock-Geschichte: es gab Hunger und die Pest, sowie die Kleine Eiszeit vom 15. bis 19 Jhd., in der man aufgrund klimatischer Abkühlungen manchmal kaum etwas ernten konnte. Die Leute haben gehungert, es gab große Spannungen. Wenn man sich das mal anschaut dauerte die Hexenverfolgung vom 15. bis Ende des 18. Jhd., die zeitliche Übereinstimmung ist sicher kein Zufall.

Wie das immer so ist: dann sucht man Schuldige, die Leute wussten nicht, dass das Klimaschwankungen waren. Also waren die „Hexen“ daran schuld, die man auf damaligen Holzschnitten auch oft als „Wetterhexen“ dargestellt sieht, die Stürme heraufbeschwören und Ernten vernichten.

Aber auch Juden, Täufer und manch andere kleinere gesellschaftliche oder religiöse Gruppe wurde in dieser Zeit als „Unglücksbringer“ verfolgt und getötet. Die gesellschaftliche Mehrheit brauchte Schuldige, an denen sie ihre Verzweiflung abreagieren konnte und man hoffte, dass mit der Verfolgung und Auslöschung der verteufelten Bevölkerungsgruppen wieder bessere Zeiten kommen würden.

Es gibt viele geschichtliche Theorien zu diesem Thema, manche betonen auch den Einfluss der Kirche, die die letzten Reste vom Heidentum in Europa loswerden wollte.

Es wird von allem etwas mit hineinspielen. Aber ich denke ein Hauptgrund waren ganz handfeste Dinge, wie Seuchen, Missernten, Überschwemmungen, Kälteperioden und die davon ausgelösten Kriege (wie der Dreißigjährige Krieg), die die Leute in diesen Wahn getrieben haben.

 

Denken Sie die Bedeutung des Hexenwahns hat im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren?

Oberflächlich ganz sicher, das Leben ist weitergegangen. Aber auf einer tieferen Ebene ist es immer noch da. Solche großen und schmerzlichen geschichtlichen Ereignisse werden nie ganz vergessen, selbst wenn man sie nur noch unterschwellig spürt.

 

Würden Sie sich selbst als Hexe bezeichnen? Oder nehmen Sie eher Abstand von der Begrifflichkeit. Wenn ja warum?

Ich bezeichne mich als Hexe, einfach weil es das ist, was ich mache.

Wenn ich Leuten erzähle, was ich arbeite, sagen sie automatisch: Ah, du bist sowas wie eine Kräuterhexe (oder auch: gute Hexe, weisse Hexe usw.). Also ist es wohl das, was ich mache. 😉 Gleichzeitig möchte ich helfen, dass dieser Begriff positiv gesehen wird, dass er ein neues Bild bekommt.

 

Werden Sie von Leuten diskriminiert oder anders behandelt, weil sie sich selbst als Hexe bezeichnen?

Das ist meist ganz entspannt, die Leute sehen mich ja und merken, dass ich bodenständig bin und ihnen – salopp gesagt – keinen vom Pferd erzähle.

Viele sind interessiert, gerade wenn es um alte Traditionen und Bräuche geht. Das ist ein Punkt, bei dem man immer anknüpfen kann, und wenn es „nur“ Kräutertipps sind, nach denen ich oft gefragt werde.

Ich glaube dass vieles damit zusammenhängt, wie man sich gibt. Ich bin eher zurückhaltend, wenn sich ein Gespräch ergibt oder jemand Fragen hat, bin ich gerne dafür da. Aber ich würde mich niemals aufdrängen oder allen erzählen, dass ich die große Hexe bin.

Für viele Leute (die ich privat kennenlerne) ist mein Beruf vielleicht ganz spannend, aber ansonsten interessieren sie sich für mich als Freundin oder Bekannte. Ich bin im Alltag nicht als „die Hexe“ unterwegs und trage das auch nicht vor mir her.

Wenn mal etwas ist, fragen mich Freunde und Bekannte um Rat, aber ich hänge mich bei niemandem rein oder gebe ungefragte Ratschläge.

Nach meiner Erfahrung ist es so: je entspannter und natürlicher man mit seinem Weg umgeht, desto entspannter gehen auch Außenstehende damit um.

 

Welche Unterschiede gibt es ihrer Meinung nach zwischen der Hexerei heute und früher (in der Neuzeit)?

Unterschiede gibt es vor allem bei den Themen und den Methoden. Früher wurde viel mehr mit tierischen Stoffen gearbeitet, was Hexen heute kaum noch machen und auch sonst war einiges noch uriger, um es so zu sagen.

Es wurde auch mehr mit christlichen Einflüssen gearbeitet (z.B. beten mit Psalmen, Gebetszettelchen zum essen, mit Heiligen arbeiten und vieles mehr). Die Volksfrömmigkeit ging oft nahtlos in die Volksmagie über, während sich heutige Hexen eher von der Kirche wegbewegen und naturspirituelle Wege gehen.

Bei den Themen hat früher das Thema Heilung dominiert. Auch das ist den Umständen damals geschuldet.

Für viele Infektionskrankheiten gab es keine Gegenmittel, große Teile der Bevölkerung waren schlecht ernährt bei harter körperlicher Arbeit, man fror im Winter in zugigen Behausungen, die Mütter- und Kindersterblichkeit war hoch und auch in Sachen Chirurgie und Zahnheilkunde sah es nicht wirklich gut aus.

Vor hundert Jahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei 49 Jahren, an dieser Zahl sieht man indirekt auch die damaligen Nöte.

Heutzutage dominieren andere Themen in den Beratungen. Stress und Überforderung spielen eine Rolle, aber auch die Liebe und der Beruf und natürlich spirituelle Themen an sich. Viele wollen mehr darüber lernen und sich weiterentwickeln.

 

Was braucht es Ihrer Meinung nach um sich für dieses Leben zu entscheiden? Denken Sie jeder, der sich für das Heidentum begeistert, ist auch dafür geeignet?

Man muss eine Verbindung dazu haben. Die meisten Hexen und Heiden empfinden es ganz intensiv als „nach Hause kommen“. Wenn man dieses Gefühl hat, ist man richtig auf dem Weg.

Ich habe schon Frauen und Männer von Mitte 60 kennengelernt, die erst als RentnerInnen herausgefunden haben, dass es diesen Weg gibt – und sofort wußten, dass sie hier zu Hause sind.

Ihr ganzes Leben lang haben sie sich „anders“ gefühlt und früher gab es natürlich noch nicht so viele frei verfügbare Informationen dazu. Als sie das Hexentum entdeckten, waren sie überglücklich, dass ihr Anders-Sein ein richtiger spiritueller Weg ist.

Ich glaube, dass man sich eigentlich nicht dafür entscheiden kann – als rationale Entscheidung vom Kopf her. Das passiert auf einer viel tieferen Ebene.

Manche begeistern sich dafür, aber nach einer Weile ist es nicht mehr so interessant und sie gehen andere Wege. Das ist völlig in Ordnung, man muss es für sich herausfinden. Dann war es einfach eine Faszination des Moments, aber nicht das tiefe Gefühl „nach Hause zu kommen“.

 

Welcher Altersgruppe bzw. Gesellschaftsschicht haben Sie den Eindruck, gehört der Großteil der Gemeinde der Hexen in Deutschland?

Wenn ich das so überblicke kommen die Leute aus allen Schichten und Altersgruppen.

Es gibt aber Gruppen und Schichten, bei denen man besonders viele Hexen (männlich wie weiblich) hat. Vom Alter her würde ich sagen: die meisten sind ab dem Teenie-Alter bis etwa 65 Jahre alt.

Wobei ich denke, dass es bei vielen Älteren nur daran scheitert, dass sie den Hexen-Weg gar nicht kennen. Zum Beispiel, weil sie nicht so viel im Internet unterwegs sind und in ihrem sonstigen Alltag keine Verbindung dazu haben.

Von den Schichten her ist alles dabei, von der Putzfrau bis zur Physikerin, vom Besitzer einer Maschinenbaufirma bis zum Altenpfleger. Ich könnte jetzt eine lange Berufe-Liste runterbeten, aber das würde ein wenig langatmig werden. Kurz gesagt: alle.

Bei den Männern gibt es einen höheren Anteil von homosexuellen Männern (verglichen mit ihrer Menge in der gesamten Gesellschaft). Ich vermute da spielen Geschlechterrollen hinein, die schwule Männer nicht auf diese Weise haben und sich dadurch leichter tun mit spirituellen Wegen.

Für heterosexuelle Männer (das sehe ich oft in meinen Fernkursen) ist es in unserer Kultur immer noch eine Überwindung sich ihren spirituellen Bedürfnissen zu widmen. Das sieht man schon bei emotionalen Themen („Ein Mann weint nicht.“) und bei spirituellen Themen gilt das natürlich umso mehr.

Über ihre Spiritualität sprechen Männer oft mit niemandem, während es bei Frauen ganz normal ist, mit der besten Freundin darüber zu reden (aber auch nicht unbedingt mit der Schwiegermutter – es gibt da schon feine Grenzen).

Außerdem sehe ich oft, dass Menschen mit Wurzeln aus anderen Kulturkreisen weniger Berührungsängste haben, als wir in unserer sehr materiell-rational geprägten Kultur. Überall, wo Spiritualität eine wichtige Rolle spielt (durchaus auch christliche oder z.B. russisch-orthodoxe Spiritualität mit all ihren volkstümlichen Facetten), spielt auch das Magische noch eine Rolle.

Die ursprüngliche Religion wird dafür nicht unbedingt abgelegt, man macht es auch Seite an Seite. Das sehe ich häufig bei ItalienerInnen, aber auch JapanerInnen, TürkInnen, RussInnen, Leuten vom Balkan, Latinos usw.

Da wird beispielsweise mit der Mutter Maria magisch gearbeitet oder mit Heiligen. Das entspricht natürlich nicht dem klassischen Wicca mit Göttin und Gott. Aber das Hexentum an sich (von dem Wicca nur ein Teil ist) hat kein Problem damit und viele alte Traditionen wurden sogar von der christlichen Volksmagie bis in die Neuzeit hinübergerettet.