Video mit Katze, ach nein: zu alten volksmagischen Büchern

Wer immer mal bei Instagram reinschaut, wird spätestens bei diesem Video den Verdacht nicht los, dass die kleine Spanierin (unsere rot-weiße Katze) sehr gerne vor der Kamera steht. Nur weil sie eine Fass-mich-nicht-an-Katze ist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht bei allem dabei sein muss und unglaublich neugierig ist.

Eigentlich geht es in diesem Video um die sogenannte magische Hausväter-Literatur. Also Zauberbücher aus dem 18. bis 19. Jahrhundert, die so etwas wie eine Sammlung magischer Absicherungen gegen die Gefahren und Probleme dieser Zeit waren.

Was wir heute daraus ziehen können und wie spannend dieser Blick durch das magische Schlüsselloch der Geschichte ist, darum geht´s im neuen Video.

Gründonnerstagssuppe und die Zeit

Nicht vergessen: heute ist Gründonnerstag und da gehört eine grüne Suppe auf den Tisch. Ich kenne es mit jungen Brennnesseln, aber es gibt auch wunderbare Suppen aus Petersilie, Löwenzahn, Sauerampfer usw. (die man in diesem Jahr leider nicht draußen pflücken kann).

Ich behelfe mir diesmal mit getrockneter Brennnessel, etwas Gemüsebrühe, Sahne und Brokkoli, der ist schließlich auch grün. Die Frankfurter (Main) sind da klar im Vorteil, nach allem was ich weiß gibt es bei euch die Zutaten für grüne Suppe immer frisch auf dem Markt. Wer´s nicht schafft: ein Kräutertee tut es zur Not auch, es geht ja um den Gedanken dahinter.

Die Gründonnerstagssuppe ist natürlich ein Frühlingsbrauch, man verbindet sich mit den frischen Kräften der Natur und sie soll auch dafür sorgen, dass einem das ganze Jahr über niemals das Geld ausgeht.

In der aktuellen Dauerkrise hat das ja nochmal eine ganz neue Dimension bekommen oder ist es vielleicht ein schlechtes Omen, dass in diesem Jahr noch nichts richtig sprießen konnte, das eigentlich in die Suppe hinein gehört? (Das ist Spaß – wobei, man weiß ja nie…)

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Ich hatte da ohnehin gerade ein Aha-Erlebnis. „Die Magie der Hexen“ wird neu aufgelegt und ich habe es nochmal durchgesehen, aber nichts gefunden, das ich ändern würde (ein schönes Gefühl), bis auf die vielen Ausrufezeichen – das war wohl noch die jugendliche Sturm- und Drangphase. 😉 Aber an einem Punkt musste ich wirklich stutzen, das Buch ist von 2006 und damals habe ich noch schreiben können, dass 3/4 aller Beratungen bei einer Hexe sich um die Liebe drehen.

Jetzt sind gerade mal sieben Jahre vergangen und es sieht so aus: 1/2 dreht sich um den Job, 1/4 dreht sich um stressige Dinge (Streitereien, Mobbing, verzweifelte Wohnungsssuche usw.) und 1/4 dreht sich dann tatsächlich noch um die Liebe – jetzt mal grob überschlagen.

Das ging so schnell! Was ist nur passiert? Es kam wie eine leise, dumpfe Welle: eine Firma (und auch die Behörden usw.) nach der nächsten hat das Raubtiermodell übernommen, vor sieben Jahren wußte kaum jemand was ein Burn Out ist. Beim Lesen meiner Zeilen kam die Zeit nochmal ins Gefühl, natürlich gabs damals auch viel Stress und Herausforderungen, aber nicht diese hohe Grundspannung. Die Leute hatten noch Zeit für Liebessorgen, fürs Private also, wenn man es so sieht.

Als Kind der ehemaligen DDR weiß ich, wie sich ein kompletter Systemwechsel anfühlt und das jetzt ähnelt diesem Gefühl, auch wenn es nicht so grundlegend ist wie damals, es ist ein Systemwechsel, aber diesmal habe ich kein gutes Gefühl dabei und diesmal kommts auch nicht von den Leuten, sondern von oben.