Tipp zum Video und Osterwasser

Eine Leserin hat den „Lange verborgenen Freund“ kostenlos im Web entdeckt und zwar hier. Wer mit der alten Schrift kein Problem hat, kann ihn also auch dort schmökern. Man findet in diesem Archiv auch noch andere „Hausfreunde“, „Hausapotheken“ oder „praktische Recepte“. Den Tipp gebe ich natürlich sehr gerne weiter.

An den Suchanfragen im Blog sehe ich gerade, dass das Thema Osterwasser sehr gefragt ist. Morgen vertiefen wir das mal an dieser Stelle. 😉

 

Ostara kommt

Foto von @frangipani_delicious / Instagram

So langsam legt der Frühling richtig los und alle atmen auf. Zu Imbolc hat man die erste Hoffnung, dass der Winter nicht ewig dauern wird, aber es ist erst einmal nur das Licht, das mehr wird.

Jetzt kommt auch die Wärme dazu, die Knospen sprießen und Frühblüher lassen einem das Herz aufgehen. Endlich wieder Farbtupfen! Ostara fällt diesmal auf den 20.3., das ist ein Montag. Die meisten werden vermutlich am Sonntag davor oder am Wochenende danach feiern.

Das wird immer wieder gefragt, aber es ist völlig in Ordnung ein Fest dann zu feiern, wenn man Zeit hat und es als stimmig erlebt. Viele machen es mittlerweile so und feiern dann, wenn sie das Gefühl haben: Jetzt liegt es in der Luft. Also nicht nach Stichtag, sondern wenn es innerlich bei ihnen ankommt und spürbar ist.

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Passend zu Ostara nimmt das Jahresrad ordentlich Fahrt auf und daher noch zwei organisatorische Sachen:

Beim Kartenlegen sind neue Anfragen ab dem 10. April wieder möglich.

Die Wartezeiten waren auf über zwei Monate geklettert und ich sag´s mal frech: Man will sich ja noch an seine Fragen erinnern können, wenn es soweit ist. 😉

In der Woche vom 3. bis 7. April bin ich nicht erreichbar, das schonmal zum vormerken.

Das ist vor allem für Kursteilnehmer wichtig, die jeweils zum Monatsbeginn neue Lektionen nehmen. Ihr könnt gerne schon Ende März weitermachen oder etwas später ab dem 10. April, wie es besser passt.

 

Gründonnerstagssuppe und die Zeit

Nicht vergessen: heute ist Gründonnerstag und da gehört eine grüne Suppe auf den Tisch. Ich kenne es mit jungen Brennnesseln, aber es gibt auch wunderbare Suppen aus Petersilie, Löwenzahn, Sauerampfer usw. (die man in diesem Jahr leider nicht draußen pflücken kann).

Ich behelfe mir diesmal mit getrockneter Brennnessel, etwas Gemüsebrühe, Sahne und Brokkoli, der ist schließlich auch grün. Die Frankfurter (Main) sind da klar im Vorteil, nach allem was ich weiß gibt es bei euch die Zutaten für grüne Suppe immer frisch auf dem Markt. Wer´s nicht schafft: ein Kräutertee tut es zur Not auch, es geht ja um den Gedanken dahinter.

Die Gründonnerstagssuppe ist natürlich ein Frühlingsbrauch, man verbindet sich mit den frischen Kräften der Natur und sie soll auch dafür sorgen, dass einem das ganze Jahr über niemals das Geld ausgeht.

In der aktuellen Dauerkrise hat das ja nochmal eine ganz neue Dimension bekommen oder ist es vielleicht ein schlechtes Omen, dass in diesem Jahr noch nichts richtig sprießen konnte, das eigentlich in die Suppe hinein gehört? (Das ist Spaß – wobei, man weiß ja nie…)

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Ich hatte da ohnehin gerade ein Aha-Erlebnis. „Die Magie der Hexen“ wird neu aufgelegt und ich habe es nochmal durchgesehen, aber nichts gefunden, das ich ändern würde (ein schönes Gefühl), bis auf die vielen Ausrufezeichen – das war wohl noch die jugendliche Sturm- und Drangphase. 😉 Aber an einem Punkt musste ich wirklich stutzen, das Buch ist von 2006 und damals habe ich noch schreiben können, dass 3/4 aller Beratungen bei einer Hexe sich um die Liebe drehen.

Jetzt sind gerade mal sieben Jahre vergangen und es sieht so aus: 1/2 dreht sich um den Job, 1/4 dreht sich um stressige Dinge (Streitereien, Mobbing, verzweifelte Wohnungsssuche usw.) und 1/4 dreht sich dann tatsächlich noch um die Liebe – jetzt mal grob überschlagen.

Das ging so schnell! Was ist nur passiert? Es kam wie eine leise, dumpfe Welle: eine Firma (und auch die Behörden usw.) nach der nächsten hat das Raubtiermodell übernommen, vor sieben Jahren wußte kaum jemand was ein Burn Out ist. Beim Lesen meiner Zeilen kam die Zeit nochmal ins Gefühl, natürlich gabs damals auch viel Stress und Herausforderungen, aber nicht diese hohe Grundspannung. Die Leute hatten noch Zeit für Liebessorgen, fürs Private also, wenn man es so sieht.

Als Kind der ehemaligen DDR weiß ich, wie sich ein kompletter Systemwechsel anfühlt und das jetzt ähnelt diesem Gefühl, auch wenn es nicht so grundlegend ist wie damals, es ist ein Systemwechsel, aber diesmal habe ich kein gutes Gefühl dabei und diesmal kommts auch nicht von den Leuten, sondern von oben.

Osterwasser

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der Bärlauch kämpft sich durch den Schnee

Es ist kalt und schneidend windig, wenn nicht noch ein Wunder passiert gibts Ostereier im Schnee. Die Plusgrade werden im Wetterbericht seit etwa einem Monat immer auf die nächste Woche verschoben.

Aber es hilft ja nix, Ostern steht vor der Tür und damit auch eine Zeit der Bräuche. Das Thema Osterwasser wurde schon verschiedentlich nachgefragt, hier also nochmal zum mitschreiben:

Man geht am frühen Ostersonntag (wenn die Sonne bekanntlich drei Freudensprünge macht) mit einem Gefäß bewaffnet zu einem fließenden Gewässer und jetzt wird es ein bißchen tricky: man macht das schweigend. Typische Stolpersteine dabei sind Haustiere, die einen morgens freudig begrüßen, Kinder, die schon munter sind und spontane Selbstgespräche a la: Wo hab ich denn gestern den Schlüssel hingepackt?

Wenn das gemeistert ist geht es los und man schöpft am Fluss das Wasser mit der Strömung, nicht dagegen (was einfacher wäre, aber so ist es nunmal Brauch). Das Wasser bringt man schweigend nach Hause, die Türschwelle gilt als Ziellinie, ab dann darf wieder geredet werden.

Osterwasser gilt als glücksbringend, heilend, alles Negative vertreibend, dahinter dürften uralte Frühlingsbräuche mit klarem, reinigendem Wasser stehen, das den Winter vertreibt. Es wurde oft in Haus, Hof und Stall versprengt, auch über die Tiere und die Bewohner.

In diesem Jahr gilt dann wohl: vor dem Versprengen erstmal auftauen, sonst gibts Beulen. Bei uns sind die Flüsse in schattigeren Ecken noch gefroren, ich würde dann einfach nach einer anderen Stelle suchen, wo es fließt, man will ja die frische Kraft des Frühlings locken und nicht den Winter nach Hause tragen.

Frohe Ostern & Vollmond in der Waage

der Hasenstein, den ich in Wustrow am Strand gefunden habe

Die Waage steht für Harmonie, Balance (wiederfinden), Liebe (ihre Planetenherrescherin ist die Venus), aber auch Kunst, Inspiration und alles, was das Leben erst schön macht. Ich bin mir sicher, dazu fällt euch etwas ein. 😉

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Und nicht vergessen: Osterwasser holen! Osterwasser ist in der Volksmagie ein Allheilmittel gegen so ziemlich jedes Übel des Lebens, jede Form von Verhexungen, Unglück und Pechsträhne. Dafür brauchst du ein Gefäß, ein fließendes Gewässer und versiegelte Lippen.

Man geht am Ostersonntag los, ohne zuvor ein Wort gesprochen zu haben (weshalb es die meisten Leute recht früh machen) und schöpft das Wasser am Bach oder Fluss, aber mit der Strömung, nicht gegen sie. Das Wasser muss also „freiwillig“ hineinfließen und nicht einfach so gegen die Strömung geschöpft werden. Danach geht man schweigend nach Hause und sobald du über die Schwelle deines Zuhauses hinüber bist, kannst du wieder reden.

Man kann das Osterwasser an einem kühlen, dunklen Platz lagern oder in heutigen Zeiten auch zu Eiswürfeln einfrieren und bei Bedarf anwenden, wenn irgendetwas „wie verhext“ ist und einfach nicht gelingen oder besser werden will, indem man es darauf oder auf ein Symbol für die betreffende Sache spenkelt.