Tipp zum Video und Osterwasser

Eine Leserin hat den „Lange verborgenen Freund“ kostenlos im Web entdeckt und zwar hier. Wer mit der alten Schrift kein Problem hat, kann ihn also auch dort schmökern. Man findet in diesem Archiv auch noch andere „Hausfreunde“, „Hausapotheken“ oder „praktische Recepte“. Den Tipp gebe ich natürlich sehr gerne weiter.

An den Suchanfragen im Blog sehe ich gerade, dass das Thema Osterwasser sehr gefragt ist. Morgen vertiefen wir das mal an dieser Stelle. 😉

 

Osterwasser

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der Bärlauch kämpft sich durch den Schnee

Es ist kalt und schneidend windig, wenn nicht noch ein Wunder passiert gibts Ostereier im Schnee. Die Plusgrade werden im Wetterbericht seit etwa einem Monat immer auf die nächste Woche verschoben.

Aber es hilft ja nix, Ostern steht vor der Tür und damit auch eine Zeit der Bräuche. Das Thema Osterwasser wurde schon verschiedentlich nachgefragt, hier also nochmal zum mitschreiben:

Man geht am frühen Ostersonntag (wenn die Sonne bekanntlich drei Freudensprünge macht) mit einem Gefäß bewaffnet zu einem fließenden Gewässer und jetzt wird es ein bißchen tricky: man macht das schweigend. Typische Stolpersteine dabei sind Haustiere, die einen morgens freudig begrüßen, Kinder, die schon munter sind und spontane Selbstgespräche a la: Wo hab ich denn gestern den Schlüssel hingepackt?

Wenn das gemeistert ist geht es los und man schöpft am Fluss das Wasser mit der Strömung, nicht dagegen (was einfacher wäre, aber so ist es nunmal Brauch). Das Wasser bringt man schweigend nach Hause, die Türschwelle gilt als Ziellinie, ab dann darf wieder geredet werden.

Osterwasser gilt als glücksbringend, heilend, alles Negative vertreibend, dahinter dürften uralte Frühlingsbräuche mit klarem, reinigendem Wasser stehen, das den Winter vertreibt. Es wurde oft in Haus, Hof und Stall versprengt, auch über die Tiere und die Bewohner.

In diesem Jahr gilt dann wohl: vor dem Versprengen erstmal auftauen, sonst gibts Beulen. Bei uns sind die Flüsse in schattigeren Ecken noch gefroren, ich würde dann einfach nach einer anderen Stelle suchen, wo es fließt, man will ja die frische Kraft des Frühlings locken und nicht den Winter nach Hause tragen.