Ein paar Worte zum Karma (Chaos)

Eine Frage für Youtube erreichte mich in den letzten Monaten immer wieder: Kannst du mal was zum Thema Karma sagen? Irgendwie sagt da jeder etwas anderes. Was ist eine »karmische Beziehung« und gibt es so etwas überhaupt?

Zu den Beziehungen kommen wir noch in einem späteren Video, für den Start beleuchten wir erstmal, was wir eigentlich alles in einen Topf werfen und dann als Karma bezeichnen.

Da wird es nämlich ganz schön unübersichtlich, höchste Zeit, die einzelnen Fäden zu entwirren:

Das neue Thema des Monats…

beim stöbern in alten Fotos entdeckte ich
letztens diese Aufnahme von 2004

… findet ihr ab jetzt auf der Homepage. Passend zur dunklen Jahreszeit geht es diesmal um Orakel, das Wahrsagen (damals und heute) und die Frage, was Schicksal ist und was nicht.

Viel Freude beim Lesen! 🙂

Der Glücksterror

Bald schon werden wir uns wundern, was das für ein großer, gelber Ball am Himmel ist! 🙂

Bis wir euphorisch ins Grüne strömen bleibt noch etwas Zeit zum Philosophieren. In letzter Zeit stolpere ich immer wieder über das, was ich als Glücksterror bezeichne. Nichts gegen das Glück an sich, aber viele Menschen haben durch diesen wahnsinnigen Glücksanspruch gleich ein schlechtes Gewissen, wenn es ihnen mal schlecht geht, wenn´s mal nicht so läuft oder es Probleme gibt. Ja, schnöde Probleme, keine pseudo-dynamischen „Herausforderungen“.

Hatten es unsere Vorfahren noch gut! Da hatte man mal Pech, aber das erwischt eben jeden mal, das war normal und kein Grund sich in den Staub zu treten. Heute gibt es diesen Anspruch: du gestaltest dein Leben, also bist du auch für jeden Makel verantwortlich. Was für eine kolossale Selbstüberforderung.

Niemand lebt im luftleeren Raum, es gibt die verschiedensten Prägungen, Einflüsse und Rahmenbedingungen, an denen man nicht immer (gleich) etwas ändern kann und es gibt auch so etwas wie das Schicksal. Ich weiß, das sage ausgerechnet ich, die immer gegen die Schicksalsgläubigkeit wettert, aber es ist eben nicht so, dass wir unser Leben völlig frei zusammensetzen können, als würden wir mit Bauklötzchen spielen: hier noch einen Blauen, da noch einen Gelben – so einfach ist es nunmal nicht, es gibt kein Setzkastenleben.

Wenn man mal überlegt: oft kommt der Wandel erst, wenn man akzeptiert, dass etwas nicht so pralle ist, wenn man es sich eingesteht und keine Glücksoße darüber kippt, sondern es einfach mal so stehen lässt, wie es ist, ohne sich deshalb in den Staub zu werfen. So isses jetzt halt, wir kochen alle nur mit Wasser, na, dann machen wir mal das Beste daraus.

Und das braucht Zeit, manchmal sehr viel Zeit. Manchmal gehts auch wieder rückwärts und dann erst wieder vorwärts. Das ist normal. Ich habe mal von einer afroamerikanischen Heilerin einen sehr weisen Gedanken gehört: „Wie lange hast du dein Problem, sechs Jahre? Gut, dann wird es drei Jahre brauchen, um zu heilen.“.

Das war so ihre Faustformel: das Heilen dauert etwa halb so lang, wie das Problem in der Entstehung gebraucht hat. Mir gehts da gar nicht ums rumrechnen, sondern um den Gedanken: es braucht Zeit, es gibt meist keine schnellen Lösungen oder wie man so schön sagt: Alle wirklich wichtigen Wege muss man „zu Fuß“ gehen.