Ein Buchtipp zum Waite-Smith Tarot

img_6745

Es ist immer eine große Freude, wenn man einen neuen Buchschatz entdeckt. So auch das Buch von Marcus Katz und Tali Goodwin zum Waite-Smith Tarot.

Kurz dazu: heute ist der Ausdruck Rider-Waite Tarot (noch) gebräuchlicher. Aber Rider war nur der Verleger, gemalt wurden die Karten von Pamela Coleman Smith und das ist der entscheidende Punkt bei einem Kartendeck mit Bildern – zumal dem ersten, das die kleinen Arkana mit Bildern ausgestattet hat. Im englischsprachigen Bereich kommt daher die Bezeichnung Waite-Smith immer mehr in den Gebrauch und wir sollten auch darüber nachdenken.

Das Buch ist eine echte Fundgrube mit zahlreichen Zeichnungen und Bildern von Pamela Coleman Smith, weit über das Tarotdeck hinaus. Wer diesen märchenhaften Stil mit fließenden Linien von etwa 1880 bis 1920 mag, ist hier genau richtig.

Die Autoren gehen natürlich ausführlich auf kabbalistische Bezüge ein, genau wie auf traditionelle Motive der europäischen Geistesgeschichte, die in den Bildern allegorisch wieder aufleben.

Es gibt viele Fotos von Schauplätzen und den Beteiligten, von Korrespondenzen und den Vorlagen für einige Karten (z.B. berühmte Schauspielerinnen der Zeit in ihren Kostümen, die für manche Karten die Basis bildeten).

Ich hatte vor einer Weile das Buch „Women of the Golden Dawn“ besprochen und die Verflechtung von SchauspielerInnen und KünstlerInnen mit dem spirituellen Aufbruch dieser Zeit waren sehr eng, so dass einen das nicht verwundert.

Die ganze Geschichte um das Deck herum wird erklärt, es sind so viele Details, dass man gar nicht alles aufzählen kann. Bei jeder Karte lernt man etwas dazu, das man noch nicht gehört hatte, auch wenn man sich schon lange damit befasst. Und wenn es das Foto eines Grabes in einer Kirche ist, das für die vier der Schwerter sozusagen Modell stand. Diese vielen, liebevollen Details zeigen, wie intensiv recherchiert wurde.

Manche englischen Rezensionen bemängeln das Buch wäre unübersichtlich oder chaotisch. Lasst euch davon nicht beeindrucken, wenn es euch interessiert. Wie man angesichts dieser großartigen Recherchearbeit ernsthaft das Haar in der Suppe spalten kann, ist mir schleierhaft.

Wer sich für das Waite-Smith Tarot, aber auch die europäische magische Geistesgeschichte an sich interessiert, wird mit diesem Buch viel Freude haben. Man hat lange etwas zu lesen damit, das ist nichts für zwischendurch, das will in Ruhe einsinken können und im Herzen bewegt werden.

 

Im Talk bei Mystica TV

mykl

Gerade ist der Talk bei Mystica TV online gegangen. Es war ein sehr schönes, respektvolles und offenes Gespräch. Ich war natürlich ziemlich aufgeregt (das sieht man auch  😉 ), aber ich sitze auch wirklich nicht jeden Tag in einem Studio.

Doch die Aufregung nehme ich gerne in Kauf, weil mir das Anliegen einfach sehr wichtig ist: zu zeigen, dass das moderne Hexentum ein ganz normaler spiritueller Weg ist, der von ganz normalen Leuten gegangen wird.

Vieles ist in den letzten Jahren schon entspannter geworden, aber auf der anderen Seite gibt es noch viel zu tun, damit es selbstverständlicher wird. Und um gesehen zu werden, wie wir wirklich sind, müssen wir sichtbar sein.

Damit es eines Tages nicht mehr heißt: „Waas, eine Hexe?“, sondern: „Ah ja, da habe ich schon von gehört, die sollen ja ganz in Ordnung sein.“.

 

Zu Besuch bei Mystica TV

my

Gerade war ich bei Mystica TV zum Talk eingeladen und habe mich sehr darüber gefreut. Es ist mir wichtig einen Teil dazu beizutragen, dass das moderne Hexentum sichtbar ist. So wie es ist: bunt, frei und doch gut geerdet, naturverbunden und spirituell, durchaus praktisch, aber eben ein bißchen mehr als nur „Wunsch-Magie“. 😉

Und da ist es eine wunderbare Sache, wenn man in einer offenen Umgebung darüber reden kann. Früher war ich zurückhaltender und dachte: Wenn jemand diesen Weg finden soll, dann wird er oder sie ihn auch finden. Im Kern denke ich das heute noch, aber damit etwas gefunden werden kann, muss es auch auffindbar sein.

Wie so oft sind es nicht die großen Überlegungen, sondern die vermeintlich kleinen Geschichten des Alltags, die einem den Anstoß geben. Bei mir war es eine Dame im Hexenkurs. Sie war Mitte 60 und hat immer gespürt, dass bei ihr etwas anders ist. Nur was dieses »etwas« ist wußte sie nicht.

Bis sie durch Zufall vom modernen Hexentum und der weißen Magie hörte und sofort klar war: Das bin ich, das ist das Puzzle-Teil, das in meinem Leben immer gefehlt hat. Gleichzeitig kam natürlich auch der Gedanke: Wie schade, dass ich erst jetzt von diesem Weg erfahren habe. Was hätte ich in all den Jahren…

In solchen Momenten merkt man wie wichtig es ist, offen über spirituelle Wege zu reden. Jeder soll sich seine Meinung bilden, aber dazu muss es überhaupt erstmal sichtbar sein.

Deshalb ist es wichtig, was BloggerInnen, YoutuberInnen und andere über ihren Hexenweg berichten. Man weiß nie wer es sieht – und für wen es einen Unterschied macht.

Viele denken: Ach, mein Blog usw. ist doch so klein. Aber täuscht euch da mal nicht, gerade die vielfältigen Sichtweisen und Erfahrungen machen es doch aus und oft erfährt man erst viel später, was man im Leben von anderen bewirkt hat.

Der Talk bei Mystica wird im Mai/Juni online gehen, ihr erfahrt es natürlich auch an dieser Stelle.

 

April, April und das neue Thema des Monats

Oh je, heutzutage nehmen viele Leute alles so ernst. Ich habe überlegt, ob ich etwas fröhlich-abwegiges ins Blog schreibe. Aber als ich sah, dass sogar diese witzige Meldung der Tagesschau zum Teil ernsthaft kommentiert wurde, konnte ich nur den Kopf schütteln.

Die Leser haben die Meldung sozusagen bierernst genommen: eine heimliche Rockergruppe vom LKA, die sich „Schnelles Helles“ nennt. Wie kann man da den Scherz nicht erkennen? 😀

Wie dem auch sei, gerade ist das neue Thema des Monats auf der Homepage online gegangen, diesmal geht es um die Top 5 Fragen zum Kartenlegen.

Viel Freude beim lesen und bitte: Schickt euch in den April! Was wäre das Leben ohne solche kleinen Traditionen. Ich werde jedenfalls noch heute eine neue Karriere als Ufo-Forscherin aufnehmen. Doch, wirklich! 😉

 

Ein neues Youtube-Video

Es gibt ein neues Youtube Video, diesmal zur Frage: Wie kann man die Karten befragen, wenn man wissen möchte, wie es jemandem geht? Gibt es dafür ein bestimmtes Legemuster?

Das gibt es und es ist sogar schon ziemlich alt.

Solche Legemuster sind bereits aus der Zeit des Golden Dawn bekannt. Wir erinnern uns: A.E. Waite und Pamela Coleman-Smith, die das berühmte „Waite-Deck“ gestaltet haben, waren beide Mitglieder dieses schilldernen und bis heute nachwirkenden Ordens, der um 1890 herum seine Blütezeit hatte.

Manche Fragen und Themen ändern sich nie. 😉 Und so gab es damals schon bewährte Legemuster, die sich mit dieser Frage befasst haben. Vielleicht war es in dieser Zeit sogar noch drängender als heute, wenn man darüber nachdenkt.

Damals hat man sich vor allem über Briefe ausgetauscht, das hat seine Zeit gebraucht (wobei es auch Vorzüge hatte, würden wir in einem Experiment für zwei Wochen in dieser alten Kommunikations-Weise leben, wären wir in der ersten Woche vermutlich entnervt und in der zweiten wunderbar entspannt).

Wie dem auch sei, zurück zum Legemuster und der Frage: Wie geht es XY?

Die Jahreskarten-Diskussion 2016

In diesem Jahr seid ihr herzlich eingeladen gerne auch über die Lenormandkarten zu diskutieren. Das wurde öfter mal von den Lenormand-Fans gefragt und natürlich kann man auch mit den Lenormandkarten Jahreskarten ziehen.

Ich habe wieder eine große Arkana aus dem Tarot für das kommende Jahr gezogen. Im letzten Jahr war es bei mir die Hohepriesterin. In diesem Jahr habe ich das »Vision Quest« Tarot verwendet, das bei einigen Karten andere Begriffe und Symbole hat, grundsätzlich aber wie ein gewohntes Tarot aufgebaut ist.

 * * *

Noch kurz dazu: ich bin Jahre um dieses Deck herumgeschlichen, die Idee fand ich wirklich gut, aber die Farben… . Ein bißchen sehr grell. Aber wie das immer so ist, zum Schluss siegt die Neugier und siehe da: das Deck an sich ist überhaupt nicht so knallig wie das Bild auf der Packung oder die Abbildungen im Web.

Warum auch immer sie auf der Verpackung die Farben so hochgezurrt haben, die Karten selbst haben – für meinen Geschmack – einen sehr schönen Mix aus lebendigen Farben und sanften Tönen.

Kleiner Nachtrag: hier ein direkter Vergleich zwischen den Farben der Karten und den Farben auf der Packung. Das Bild ist bei normalem Tageslicht aufgenommen, da erkennt man den Unterschied ziemlich gut:

23

Die Karten sind das Eine, das Begleitbuch ist das Andere und allein dafür würde es sich lohnen, das Deck zu kaufen. Die Beschreibungen der Karten sind sehr feinfühlig, sehr „zwischen den Zeilen“ und doch auf den Punkt.

Zum Schluss muss es natürlich immer für einen selbst passen. Auch ich habe so manche schweigsame Schöne im Schrank: Decks, die optisch wunderbar aussehen, aber beim Kartenlegen einfach nicht zünden. Nicht jedes Deck spricht zu jedem und manchmal sind „robuste“ Klassiker wie Rider-Waite in der Praxis um Längen besser, als optisch bedeutend hübschere Künstler-Ausgaben.

* * *

Doch zurück zu den Jahreskarten an sich. Ich zog den spirituellen Krieger (im Rider-Waite und verwandten Systemen entspricht das dem Wagen).

22

© Kartenabbildung mit freundlicher Genehmigung
der Königsfurt-Urania Verlag GmbH.

.. und meine erste Reaktion war: Nein, jetzt ist aber mal genug gekämpft. (Nur weil man schon lange Karten legt, heißt das noch lange nicht, dass man sich im ersten Moment immer über das Ergebnis freut. Da geht´s mir genau wie meinen Kundinnen und Kunden und ich kann 1:1 nachfühlen, dass man manches erstmal setzen lassen muss.)

Zum Glück wurde die innere Stimme gleich munter und warf ein: Schau genauer hin, es heißt spiritueller Krieger, das geht gar nicht um das äußere Leben.

Vieles an dieser Karte ähnelt dem klassischen Wagen aus älteren Decks: eine gewisse Energie des Aufbruchs, man prescht voran. Hier im »Vision Quest« wird diese Weiterentwicklung aber vor allem innerlich gedeutet, als Suche (und finden), als einen Sieg, der daraus erwächst, dass man mehr Verständnis erwirbt und immer mehr zu sich selbst findet. Eine Art „innerer Wagen“, wenn man beim Vergleich mit traditionellen Decks bleiben will.

Jetzt bin ich natürlich gespannt, was ihr gezogen habt, welche Ideen und Impulse ihr dabei hattet und falls jemand Fragen zu seiner Jahreskarte hat, kann er sie natürlich gerne stellen. Für die Diskussion gilt wie immer: Erfahrungen teilen ist bereichernd, Rat/Schläge lassen wir außen vor (ihr wisst schon, was ich meine).

 

…und gerade sehe ich, dass ich mich bei der Jahreskarten-Diskussion 2014 über den 150. Follower im Blog gefreut habe. Mittlerweile sind es 1.253, wir werden immer mehr. 😉

 

Ein frohes Fest…

Abstract Christmas Tree

Die Winterpause kommt mit großen Schritten und da ist es bei Hexen´s nicht anders, als bei allen anderen: es knubbelt sich vorher nochmal so richtig. 😉

Da ich es in Ruhe machen möchte, wünsche ich euch jetzt schon einmal besinnliche Feiertage und natürlich einen guten Rutsch in ein tolles Jahr 2016!

Gönnt euch ein bißchen Entspannung und Innenschau in dieser Zeit. Mutter Natur lädt uns jetzt dazu ein, die langen Nächte meditativ, magisch und auch orakelnd zu verbringen. Oder einfach tagsüber schöne, lange Spaziergänge zu machen, da hat jeder so sein´s, Hauptsache es tut gut.

Im neuen Jahr machen wir natürlich wieder die traditionelle Jahreskartendiskussion (wer sie noch nicht kennt, einfach rechts in der Suche eingeben, dann wisst ihr, worum es geht). Diesmal auch mit den Lenormandkarten, für alle, die dieses Deck besonders gerne mögen.

Also dann: Habt eine gute Zeit und lasst euch von den kommenden magischen Weih-Nächten verzaubern!