Video mit Katze, ach nein: zu alten volksmagischen Büchern

Wer immer mal bei Instagram reinschaut, wird spätestens bei diesem Video den Verdacht nicht los, dass die kleine Spanierin (unsere rot-weiße Katze) sehr gerne vor der Kamera steht. Nur weil sie eine Fass-mich-nicht-an-Katze ist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht bei allem dabei sein muss und unglaublich neugierig ist.

Eigentlich geht es in diesem Video um die sogenannte magische Hausväter-Literatur. Also Zauberbücher aus dem 18. bis 19. Jahrhundert, die so etwas wie eine Sammlung magischer Absicherungen gegen die Gefahren und Probleme dieser Zeit waren.

Was wir heute daraus ziehen können und wie spannend dieser Blick durch das magische Schlüsselloch der Geschichte ist, darum geht´s im neuen Video.

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Fragen von Schülerinnen

In letzter Zeit muss Hochsaison für Schülerarbeiten gewesen sein. Mich erreichten mehrere Fragebögen von Schülerinnen, die für ihre Hausarbeiten das Hexentum als Thema gewählt haben. Die Fragen waren klasse: direkt, freundlich und gut überlegt.

Ich mag es sowieso nicht, wenn auf „den“ Jugendlichen herumgehackt wird, denn ich spüre in meiner Arbeit so viel Interesse und Neugier bei ihnen, auch für spirituelle Themen.

Vieles kann ich aus zeitlichen Gründen nicht gleich beantworten und merke es für Youtube vor. Da gab´s lange keine neuen Videos mehr, der Jahresstart war turbulent, aber wenn es ruhiger wird, kommt das auch wieder.

Als kleines Trostpflaster möchte ich ein paar der Fragen auch im Blog beantworten.

 

Sind Sie beruflich oder in Ihrer Freizeit als Hexe tätig?

Das ist mein Beruf.

 

Wie hat sich die Bedeutung des Begriffs „Hexenwahn“ und „Hexe“ aus ihrer Sicht im Laufe der Zeit (von 1400 bis jetzt) verändert?

Da hat sich wenig verändert. Für die breite Masse der Menschen ist „Hexe“ ein ambivalenter Begriff und man muss ihn näher erklären, damit die Leute auch die andere, positive Seite daran sehen.

Mittlerweile wird es aber bekannter, weil sich generell mehr Menschen für spirituelle Themen interessieren (wie z.B. Meditation, Yoga usw.) und dadurch mehr Offenheit da ist.

 

Was haben Sie für eine Meinung zu dem Thema „Hexenverfolgung“?

Das war eine schlimme Zeit, wir können uns das heute nicht vorstellen. Auch generell waren Folter und die unbeschränkte Macht von Obrigkeiten an der Tagesordnung. Das einfache Volk hatte keine Stimme und konnte nur gehorchen, viele waren Leibeigene.

Die Hexenverfolgung war eine typische Sündenbock-Geschichte: es gab Hunger und die Pest, sowie die Kleine Eiszeit vom 15. bis 19 Jhd., in der man aufgrund klimatischer Abkühlungen manchmal kaum etwas ernten konnte. Die Leute haben gehungert, es gab große Spannungen. Wenn man sich das mal anschaut dauerte die Hexenverfolgung vom 15. bis Ende des 18. Jhd., die zeitliche Übereinstimmung ist sicher kein Zufall.

Wie das immer so ist: dann sucht man Schuldige, die Leute wussten nicht, dass das Klimaschwankungen waren. Also waren die „Hexen“ daran schuld, die man auf damaligen Holzschnitten auch oft als „Wetterhexen“ dargestellt sieht, die Stürme heraufbeschwören und Ernten vernichten.

Aber auch Juden, Täufer und manch andere kleinere gesellschaftliche oder religiöse Gruppe wurde in dieser Zeit als „Unglücksbringer“ verfolgt und getötet. Die gesellschaftliche Mehrheit brauchte Schuldige, an denen sie ihre Verzweiflung abreagieren konnte und man hoffte, dass mit der Verfolgung und Auslöschung der verteufelten Bevölkerungsgruppen wieder bessere Zeiten kommen würden.

Es gibt viele geschichtliche Theorien zu diesem Thema, manche betonen auch den Einfluss der Kirche, die die letzten Reste vom Heidentum in Europa loswerden wollte.

Es wird von allem etwas mit hineinspielen. Aber ich denke ein Hauptgrund waren ganz handfeste Dinge, wie Seuchen, Missernten, Überschwemmungen, Kälteperioden und die davon ausgelösten Kriege (wie der Dreißigjährige Krieg), die die Leute in diesen Wahn getrieben haben.

 

Denken Sie die Bedeutung des Hexenwahns hat im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren?

Oberflächlich ganz sicher, das Leben ist weitergegangen. Aber auf einer tieferen Ebene ist es immer noch da. Solche großen und schmerzlichen geschichtlichen Ereignisse werden nie ganz vergessen, selbst wenn man sie nur noch unterschwellig spürt.

 

Würden Sie sich selbst als Hexe bezeichnen? Oder nehmen Sie eher Abstand von der Begrifflichkeit. Wenn ja warum?

Ich bezeichne mich als Hexe, einfach weil es das ist, was ich mache.

Wenn ich Leuten erzähle, was ich arbeite, sagen sie automatisch: Ah, du bist sowas wie eine Kräuterhexe (oder auch: gute Hexe, weisse Hexe usw.). Also ist es wohl das, was ich mache. 😉 Gleichzeitig möchte ich helfen, dass dieser Begriff positiv gesehen wird, dass er ein neues Bild bekommt.

 

Werden Sie von Leuten diskriminiert oder anders behandelt, weil sie sich selbst als Hexe bezeichnen?

Das ist meist ganz entspannt, die Leute sehen mich ja und merken, dass ich bodenständig bin und ihnen – salopp gesagt – keinen vom Pferd erzähle.

Viele sind interessiert, gerade wenn es um alte Traditionen und Bräuche geht. Das ist ein Punkt, bei dem man immer anknüpfen kann, und wenn es „nur“ Kräutertipps sind, nach denen ich oft gefragt werde.

Ich glaube dass vieles damit zusammenhängt, wie man sich gibt. Ich bin eher zurückhaltend, wenn sich ein Gespräch ergibt oder jemand Fragen hat, bin ich gerne dafür da. Aber ich würde mich niemals aufdrängen oder allen erzählen, dass ich die große Hexe bin.

Für viele Leute (die ich privat kennenlerne) ist mein Beruf vielleicht ganz spannend, aber ansonsten interessieren sie sich für mich als Freundin oder Bekannte. Ich bin im Alltag nicht als „die Hexe“ unterwegs und trage das auch nicht vor mir her.

Wenn mal etwas ist, fragen mich Freunde und Bekannte um Rat, aber ich hänge mich bei niemandem rein oder gebe ungefragte Ratschläge.

Nach meiner Erfahrung ist es so: je entspannter und natürlicher man mit seinem Weg umgeht, desto entspannter gehen auch Außenstehende damit um.

 

Welche Unterschiede gibt es ihrer Meinung nach zwischen der Hexerei heute und früher (in der Neuzeit)?

Unterschiede gibt es vor allem bei den Themen und den Methoden. Früher wurde viel mehr mit tierischen Stoffen gearbeitet, was Hexen heute kaum noch machen und auch sonst war einiges noch uriger, um es so zu sagen.

Es wurde auch mehr mit christlichen Einflüssen gearbeitet (z.B. beten mit Psalmen, Gebetszettelchen zum essen, mit Heiligen arbeiten und vieles mehr). Die Volksfrömmigkeit ging oft nahtlos in die Volksmagie über, während sich heutige Hexen eher von der Kirche wegbewegen und naturspirituelle Wege gehen.

Bei den Themen hat früher das Thema Heilung dominiert. Auch das ist den Umständen damals geschuldet.

Für viele Infektionskrankheiten gab es keine Gegenmittel, große Teile der Bevölkerung waren schlecht ernährt bei harter körperlicher Arbeit, man fror im Winter in zugigen Behausungen, die Mütter- und Kindersterblichkeit war hoch und auch in Sachen Chirurgie und Zahnheilkunde sah es nicht wirklich gut aus.

Vor hundert Jahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei 49 Jahren, an dieser Zahl sieht man indirekt auch die damaligen Nöte.

Heutzutage dominieren andere Themen in den Beratungen. Stress und Überforderung spielen eine Rolle, aber auch die Liebe und der Beruf und natürlich spirituelle Themen an sich. Viele wollen mehr darüber lernen und sich weiterentwickeln.

 

Was braucht es Ihrer Meinung nach um sich für dieses Leben zu entscheiden? Denken Sie jeder, der sich für das Heidentum begeistert, ist auch dafür geeignet?

Man muss eine Verbindung dazu haben. Die meisten Hexen und Heiden empfinden es ganz intensiv als „nach Hause kommen“. Wenn man dieses Gefühl hat, ist man richtig auf dem Weg.

Ich habe schon Frauen und Männer von Mitte 60 kennengelernt, die erst als RentnerInnen herausgefunden haben, dass es diesen Weg gibt – und sofort wußten, dass sie hier zu Hause sind.

Ihr ganzes Leben lang haben sie sich „anders“ gefühlt und früher gab es natürlich noch nicht so viele frei verfügbare Informationen dazu. Als sie das Hexentum entdeckten, waren sie überglücklich, dass ihr Anders-Sein ein richtiger spiritueller Weg ist.

Ich glaube, dass man sich eigentlich nicht dafür entscheiden kann – als rationale Entscheidung vom Kopf her. Das passiert auf einer viel tieferen Ebene.

Manche begeistern sich dafür, aber nach einer Weile ist es nicht mehr so interessant und sie gehen andere Wege. Das ist völlig in Ordnung, man muss es für sich herausfinden. Dann war es einfach eine Faszination des Moments, aber nicht das tiefe Gefühl „nach Hause zu kommen“.

 

Welcher Altersgruppe bzw. Gesellschaftsschicht haben Sie den Eindruck, gehört der Großteil der Gemeinde der Hexen in Deutschland?

Wenn ich das so überblicke kommen die Leute aus allen Schichten und Altersgruppen.

Es gibt aber Gruppen und Schichten, bei denen man besonders viele Hexen (männlich wie weiblich) hat. Vom Alter her würde ich sagen: die meisten sind ab dem Teenie-Alter bis etwa 65 Jahre alt.

Wobei ich denke, dass es bei vielen Älteren nur daran scheitert, dass sie den Hexen-Weg gar nicht kennen. Zum Beispiel, weil sie nicht so viel im Internet unterwegs sind und in ihrem sonstigen Alltag keine Verbindung dazu haben.

Von den Schichten her ist alles dabei, von der Putzfrau bis zur Physikerin, vom Besitzer einer Maschinenbaufirma bis zum Altenpfleger. Ich könnte jetzt eine lange Berufe-Liste runterbeten, aber das würde ein wenig langatmig werden. Kurz gesagt: alle.

Bei den Männern gibt es einen höheren Anteil von homosexuellen Männern (verglichen mit ihrer Menge in der gesamten Gesellschaft). Ich vermute da spielen Geschlechterrollen hinein, die schwule Männer nicht auf diese Weise haben und sich dadurch leichter tun mit spirituellen Wegen.

Für heterosexuelle Männer (das sehe ich oft in meinen Fernkursen) ist es in unserer Kultur immer noch eine Überwindung sich ihren spirituellen Bedürfnissen zu widmen. Das sieht man schon bei emotionalen Themen („Ein Mann weint nicht.“) und bei spirituellen Themen gilt das natürlich umso mehr.

Über ihre Spiritualität sprechen Männer oft mit niemandem, während es bei Frauen ganz normal ist, mit der besten Freundin darüber zu reden (aber auch nicht unbedingt mit der Schwiegermutter – es gibt da schon feine Grenzen).

Außerdem sehe ich oft, dass Menschen mit Wurzeln aus anderen Kulturkreisen weniger Berührungsängste haben, als wir in unserer sehr materiell-rational geprägten Kultur. Überall, wo Spiritualität eine wichtige Rolle spielt (durchaus auch christliche oder z.B. russisch-orthodoxe Spiritualität mit all ihren volkstümlichen Facetten), spielt auch das Magische noch eine Rolle.

Die ursprüngliche Religion wird dafür nicht unbedingt abgelegt, man macht es auch Seite an Seite. Das sehe ich häufig bei ItalienerInnen, aber auch JapanerInnen, TürkInnen, RussInnen, Leuten vom Balkan, Latinos usw.

Da wird beispielsweise mit der Mutter Maria magisch gearbeitet oder mit Heiligen. Das entspricht natürlich nicht dem klassischen Wicca mit Göttin und Gott. Aber das Hexentum an sich (von dem Wicca nur ein Teil ist) hat kein Problem damit und viele alte Traditionen wurden sogar von der christlichen Volksmagie bis in die Neuzeit hinübergerettet.

 

Orakelsommer Teil 1: das gute, alte Buchstechen

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Noch vor 100 Jahren gehörte das Buchstechen zu den sehr beliebten Orakeln, auch wenn es heute fast in Vergessenheit geraten ist.

Technisch gesehen ist es denkbar einfach: man braucht ein Buch, ein Messer (oder einen ähnlichen Gegenstand, Brieföffner sind wunderbar und beschädigen das Buch nicht) und einen Moment der Ruhe.

Wenn man sich entspannt hat, denkt man konzentriert an seine Frage und sticht dann mit geschlossenen Augen seitlich in die Seiten des Buches hinein, öffnet das Buch und liest nach, was an dieser Stelle steht. Das Gelesene wird dann in Bezug auf die Frage interpretiert.

Wie so oft sind die technisch einfachen Orakel in Wirklichkeit ein bißchen anspruchsvoller, das merkt man auch beim Buchstechen schnell. Besonders wichtig ist die Vorbereitung: dass man die Frage in Ruhe erwägt und vorher erst einmal meditativ entspannt. Gerade die einfachen Orakel sind nichts „für zwischendurch“. Man könnte fast sagen: je einfacher das Orakel, desto besser muss die Vorbereitung sein.

Da hat jeder so sein Rezept, die einen meditieren und klären dabei den Geist, andere trinken eine Tasse Tee und kommen dabei vom stressigen Alltag runter. Wichtig ist nur das Ergebnis: dass man innerlich gesammelt ist, bevor man seine Frage stellt.

Früher verwendete die Volksmagie vor allem die Bibel als Orakelbuch. Für Leute mit christlicher Ausrichtung ist das auch immer noch eine gute Variante. Ansonsten sind vor allem Bücher mit vielfältigem Inhalt eine gute Wahl, wie z.B. ein Lexikon.

Spannend wird es dann natürlich auch bei der Interpretation. Manches scheint auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn zu ergeben oder sich nicht (wie gedacht) auf die Frage zu beziehen, aber: immer mit der Ruhe! Gerade beim Buchstechen macht man oft die Erfahrung, dass es eben doch Sinn ergibt. Man hatte bloß festen Erwartungen im Kopf und hat es daher anfangs gar nicht erkannt.

Arbeitet man gewissenhaft damit und lässt man sich auf das, was man gezogen hat, auch wirklich ein, ist das Buchstechen ein philosophisches, berührendes, manchmal erheiterndes und auf jeden Fall ein klassisches Orakel, das auch heute noch wunderbar genutzt werden kann.

ein Blick in die magische Geschichte

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die gute alte Zeit – oft so anders als erwartet

(Bild: der ganzheitliche, hermetische Mensch
aus: „Dritter Pitagorischer Sinodas von der verborgenen Weisheit“, 17. Jhd)

Ist es nicht schön, wenn man jemanden kennt, der ebenfalls für die Geschichte der Magie interessiert? Zusammen findet man mehr heraus und ein guter Freund hat in Bayern etwas bemerkenswertes ausgegraben, so dass dieser Blogbeitrag von uns beiden stammt.

Die Rede ist von mittelalterlichen Zauberbüchern, zum Beispiel das Liber incantatum, exorcismorum et fascinationum variarum . Ein paar Beispiele daraus:

Hier sieht man ein Pentagramm, das Schwert als magische Waffe und vier undefinierbare Symbole für die Himmelsrichtungen. Osten ist oben, die Namen in den Kreisen sind Dämonennamen.

Nicht alles ist unmittelbar nachvollziehbar: dieses Bild sieht aus wie ein tibetisches Mandala. In der Mitte steht „Locus Magistri“, an diesem Ort steht der Magister, der Magier (Meister).

Hier nochmal was Schönes mit Pentagrammen. Der Kreis diente wie heute einerseits dem Schutz des Magiers vor den angerufenen Dämonen, andererseits der Konzentration von Energie. Auf diesem Bild steht rechts oben: Esto Altissimus Unus Eternus Amen = Ich bin der Höchste, der Einzige, der Ewige Amen. Diese Magier haben nicht selber beschworen, sondern immer durch die Kraft Gottes.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

1. Exorzismus und Dämonenanrufung liegen nahe beinander, beim einen vertreibt man sie und beim anderen versucht man sie dienstbar zu machen. In beiden Fällen wurden Texte verwendet die relativ nahe an der kirchlichen Liturgie lagen, z.B. Anrufungen der Dreifaltigkeit, Erinnerungen an Wunder von Jesus, die Apostel etc. etc.
2. Aus (1) und dem Umstand dass eine der größten damals des Lesens und des Latein kundige Personengruppe der Klerus war, ergibt sich dass mit Sicherheit Teile des Klerus Dämonenmagie betrieben haben und auf diesem Sektor auch Bücher verfasst haben. Einer der bekanntesten Männer dieser Szene ist der deutsche Abt Johannes Trithemius, der u.a. alchemistische Schriften verfasst hat.
Weil das natürlich verboten war, fehlen bei fast jedem Zauberbuch die ersten Seiten, die mit Autor, Titel und Inhalt.
3. Niemand, weder die Kirche die solche Aktivitäten verfolgt hat, noch die Leute die sie betrieben haben, haben daran gezweifelt dass Magie funktioniert.
4. Dämonenmagie kann leicht schiefgehen, nach Ansicht des Autors macht das einen Teil des Reizes aus. Eine Art „Spiel mit dem Feuer“.
5. Magische Kreise, Pentagramme etc. waren damals bekannt und ihr Gebrauch hat sich von dem heutigen nicht wesentlich unterschieden. Das bedeutet dass diese Form der Ritualmagie nicht z.B. eine Erfindung von Crowley oder Gardner ist, sondern tatsächlich eine alte Tradition die mindestens bis in die Zeit der ersten Bücher (Hochmittelalter) zurückreicht. Ein Traditionsstrom.
Das stimmt auch mit den Forschungen von Prof. Margarethe Ruff überein, die in ihrem Buch „Zauberpraktiken als Lebenshilfe, Magie vom Mittelalter bis heute“ darauf verweist, dass die Pfarrer nicht selten auch Zauberer waren und es von Seiten der Kirche zahlreiche Erlässe gab, in denen sie aufgefordert wurden, endlich mit der Magie und dem Wahrsagen aufzuhören.
Woran sie sich wohl nur selten gehalten haben, nicht zuletzt auch deshalb, weil ihre Schäfchen das von ihnen erwartet haben (behextes Vieh behandeln, Pech bannen usw.). Das einfache Volk wollte Priester im alten Sinne, die nicht nur reden, sondern auch praktisch etwas zuwege bringen, wenn Not am Mann ist.
Das einfache Volk hat seine einfache Sympathiemagie gemacht und teilweiswe auch Überreste schamanischer Techniken verwendet (im ehemaligen Ostblock und auf dem Balkan noch mehr als bei uns), aber wer konnte damals schon Latein oder hebräische Zeichen lesen, wie sie in den Zauberbüchern (und später auch in der magischen Hausväter-Literatur, wie dem sog. „6. und 7. Buch Moses“) stehen? Da bleibt nur eine Gruppe von „Verdächtigen“ übrig…